Das Rottenbucher Sportheim
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Ein kleiner Wall wurde vor dem Sportheim aufgeschüttet, um Wasser erst einmal fernzuhalten. Zudem sind die Lichtschächte gesichert worden. Sind die Arbeiten im Gebäude erledigt, will sich der Verein um die Außenanlagen kümmern.

Luftentfeuchter laufen 24 Stunden am Tag

Vier Monate nach heftigem Unwetter: Rottenbucher Sportheim noch immer Baustelle

  • Katrin Kleinschmidt
    VonKatrin Kleinschmidt
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Rund vier Monate sind vergangen, seit das Untergeschoss des Rottenbucher Sportheims überflutet wurde. Während die Fußballer ihre Räume wieder nutzen können, sieht es bei den Schützen noch immer wie auf einer Baustelle aus. Luftentfeuchter laufen 24 Stunden am Tag.

Rottenbuch – Es waren große Wassermassen, die sich beim Unwetter am 25. Juli ihren Weg durch das Untergeschoss des Rottenbucher Sportheims bahnten. Die eine Tür wegrissen und in jede Ecke krochen. Und noch immer sind Teile des Gebäudes nicht trocken. „Zwei Luftentfeuchter laufen noch“, sagt Stefan Strauß, erster Schützenmeister in Rottenbuch. Die Schützengesellschaft hat der Wasserschaden besonders getroffen. Sie nutzt große Teile des Untergeschosses, hat hier ihre Umkleiden, den 50 Meter langen Kleinkaliberstand, die Spinde.

Deutlich weniger in Mitleidenschaft gezogen wurden die benachbarten Räume der TSV-Fußballer. Dort konnten die Luftentfeuchter nach viereinhalb Wochen abgebaut werden, notwendige Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen, Balllager und Umkleideräume der Kicker können schon wieder genutzt werden. „Das war uns auch wichtig, weil die Saison ja begonnen hat“, sagt Strauß.

Der Keller ist immer noch feucht

Seine Schützen müssen sich derweil gedulden. Im Erdgeschoss ist seit rund vier Wochen das Luftgewehrschießen wieder möglich. Doch im Keller geht gar nichts. Seit Ende August laufen die Luftentfeuchter ohne Pause. Zwei der vier Geräte wurden mittlerweile abgebaut. Die beauftragte Firma überprüft regelmäßig, ob das Gebäude trocken ist. Strauß hofft, dass es bald gute Nachrichten gibt, ist aber skeptisch. Im Kleinkaliberstand greift er in eine Ritze, darunter befindet sich ein Material, mit dem beim Bau Unebenheiten im Boden ausgeglichen wurden. „Es ist noch feucht“, sagt Strauß, als er die Hand wieder herauszieht.

Im Boden des Kleinkaliber-Schießstands findet Stefan Strauß, Rottenbuchs erster Schützenmeister, noch immer feuchtes Material.

Ursprünglich wurden Kosten in Höhe von rund 30 000 Euro für die Trocknung und die Renovierungsarbeiten kalkuliert. Ob die noch ausreichen, ist fraglich. Allein die Luftentfeuchter laufen jetzt schon deutlich länger als die kalkulierten vier Wochen. Die Arbeiten will vorerst die Gemeinde bezahlen, das hat der Gemeinderat beschlossen. Sie ist die Besitzerin des Gebäudes, Schützen und Fußballer sind Mieter. Wenn die Höhe der tatsächlichen Kosten feststeht, „wird besprochen, wie und in welcher Form sich die Vereine beteiligen werden, beziehungsweise beteiligen können“, sagt Strauß. Ziel sei es, so viel wie möglich in Eigenleistung zu erledigen. „Zum Glück haben wir viele Handwerker im Verein.“

Eine Versicherung greift nicht

Eine Versicherung greift bei dem Schadensfall jedenfalls nicht – weder Gemeinde noch Schützenverein hatten einen entsprechenden Schutz abgeschlossen. „Da werden wir diskutieren müssen, ob wir in Zukunft eine Versicherung brauchen“, sagt Strauß.

Auch mehrere Mitglieder hatten durch das viele Wasser im Gebäude Schäden zu beklagen – an ihrer Schützenkleidung und auch an Waffen, die im Schützenheim gelagert waren. Strauß riet ihnen, mit ihrer Hausratversicherung abzuklären, ob diese in dem Fall greift. „Von einer Familie weiß ich, dass es geklappt hat.“ Sie bekam den Schaden erstattet.

Ansonsten können derzeit alle nur abwarten, wann das große Renovieren im Keller beginnt. „Solange die Geräte laufen, machen wir nichts“, sagt Strauß. Zumindest wird nicht losgelegt, Planungen aber gibt’s schon. Der kleine Raum, der über den Lichtschacht mit Wasser vollgelaufen und dessen Tür herausgebrochen war, soll umgestaltet werden. Die Schützen planen einen Wanddurchbruch, wollen die Damenumkleide damit vergrößern. Und da im Kleinkaliber-Schießstand sowieso die Verkleidung von Decke und Wänden abgerissen werden musste, wollen die Schützen auch gleich die Filtermatten erneuern. „Das wollten wir schon länger machen.“

Strauß hofft, dass bis März die Räume und vor allem der 50-Meter-Schießstand wieder genutzt werden können. Dann nämlich will der Verein die Gaumeisterschaft mit Zimmerstutzen und Kleinkaliber ausrichten. Alles erledigt ist bis dahin aber auf keinen Fall. „Die Außenanlage werden wir erst im Frühjahr angehen.“ Bisher schützen Holz und ein provisorischer Wall das Gebäude vor Oberflächenwasser. Eine dauerhafte – und schöne – Lösung muss noch her.

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