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Viel Platz zum Kochen: Einrichtungsleiter Achim Gerbig erläuterte gestern bei einem Baustellbesuch die Funktionen der insgesamt 20 Lehr- und Werkräume. In diesem entsteht die neue großzügige Lehrküche.

Regens Wagner in Rottenbuch 

Millionenprojekt leicht im Verzug

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Drei Monate später als geplant werden ab Herbst die 300 Schüler und Studenten der Regens Wagner Stiftung ihr Domizil in Rottenbuch wieder beziehen. Das ehemalige Bräuhaus des Rottenbucher Klosters wird dann von Grund auf saniert und modernisiert sein. Zwölf Millionen Euro werden investiert.

Rottenbuch Die Studenten und Schüler der Fachakademie für Sozialpädagogik und der Berufsfachschule für Kinderpflege der Regens Wagner Stiftung büffeln derzeit noch in ihren Ausweichquartieren in Böbing und Rottenbuch. Ab Herbst dürfen sie sich auf großzügige modernisierte Lehrräume und eine neue Cafeteria freuen. Nach Angaben von Achim Gerbig, Gesamtleiter von Regens Wagner in Rottenbuch, stehen dann auf drei Etagen im ehemaligen Bräuhaus je 1000 Quadratmeter zur Verfügung. Groß- und Lehrküche finden in den Sälen ebenso Platz wie die hauseigene Kapelle, Verwaltungsräume und Sanitäranlagen. Obendrein wurde im entkernten Haus ein Fahrstuhl eingebaut, das gesamte Gebäude ist in Zukunft barrierefrei. Im Dachgeschoss entstehen zudem Kunst- und Werkräume, die dank des offenen Dachstuhls sogar Ateliercharakter haben.

Das Gebälk aus dem 18. Jahrhundert ist einer der Gründe, warum sich die Arbeiten verzögern. „Die Flickerei hat Zeit gekostet“, sagt Gerbig mit Blick auf marode Holzteile und fehlende Verstrebungen, die bei früheren Umbauarbeiten verschwunden waren. Die Arbeiter mussten dem Dachstuhl nun sogar ein Stahlkorsett verpassen, „sonst wäre er in zehn Jahren an der ein oder anderen Stelle eingebrochen“, weiß Gerbig. Allein diese Arbeiten haben die Kosten um 200 000 Euro in die Höhe geschraubt.

Die Investition der in Dillingen beheimateten Stiftung hat sich insgesamt kräftig erhöht. Im November 2015 war noch von acht bis zehn Millionen Euro die Rede, gestern rief Gerbig die Summe von zwölf Millionen auf. Immerhin: 3,7 Millionen Euro schießt der Freistaat Bayern zu, die Diözese lässt für die Kapelle im Haus auch etwas springen.

Zeitkapsel: Eingemauert wurde unter anderem eine Ausgabe der Schongauer Nachrichten.

Der Landkreis hält sich dagegen fein zurück. „Wir haben einen Antrag gestellt, aber leider einen Ablehnungsbescheid bekommen“, bedauert Gerbig. Gründe wurden ihm nicht genannt, der Landkreis sei aber auch nicht verpflichtet, fügt der Leiter des Komplexes in Rottenbuch hinzu. Unter anderem betreibt die Stiftung dort bekanntlich auch die Don-Bosco-Schule, eine Heilpädagogische Tagesstätte sowie mehrere Wohnbereiche für Behinderte.

Die Stiftung geht bei der Modernisierung des von 1750 bis 1753 errichteten Hauses behutsam vor und achtet sehr auf seine Geschichte. So zeigt Gerbig im Erdgeschoss stolz auf die Umrisse eines zugemauerten Tors, durch das früher die Brauerei-Wagen fuhren. Sie wurden freigelegt und werden es zum Teil auch bleiben, um so an alte Zeiten zu erinnern: Der letzte Sud wurde im Bräuhaus im Dezember 1928 angelegt, danach wurde die Brauerei stillgelegt, die in ihren Hochzeiten 36 Gasthäuser belieferte.

Gerbig hat viele Unterlagen zusammengetragen, die die Geschichte des Hauses erzählen. Das Gebäude selbst verrät nicht viel über sich: Man habe bei den Umbauten zwar mehrere Hohlräume entdeckt, doch sie seien alle leer gewesen, bedauert der Leiter. Damit zukünftige Generationen nicht auch so enttäuscht werden, ist der Einrichtungsleiter gestern selbst zur Tat geschritten und hat mit den Handwerkern eine Zeitkapsel eingemauert. Mit im Koffer sind neben den Schongauer Nachrichten und weiteren Zeitungen ein Abriss der Geschichte der Brauerei, Bilder der Rottenbucher Bürgermeister und Euro-Münzen.

Die Eröffnung

des umgebauten Hauses wird voraussichtlich im Frühjahr 2019 mit einem Tag der offenen Tür und einem Festwochenende gefeiert. Die Kapelle soll bereits am 1. Adventssonntag dieses Jahres gesegnet werden, damit sie auch genutzt werden kann.

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