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Von oben lässt sich das ganze Ausmaß der Zerstörung erkennen, die das Feuer im historischen Bräuhaus des Klosters Rottenbuch angerichtet hat.

Brand im Kloster Rottenbuch

„Wir kriegen das wieder hin“

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Nach dem verheerenden Brand im Kloster Rottenbuch hat das große Aufräumen begonnen. Während die Polizei weiter nach der Ursache des Feuers sucht, richten sich die Blicke der Verantwortlichen von Regens Wagner nach vorn. Der Schulbetrieb läuft ganz normal weiter.

Rottenbuch – Achim Gerbig kann schon wieder lächeln – zwar ein wenig gequält, aber immerhin. Der erste Schock, den die Brandkatastrophe am Dienstag der Vorwoche ausgelöst hat, er ist überwunden. Der Gesamtleiter von Regens Wagner Rottenbuch steht im Eingangsbereich des Fohlenhofs. Um ihn herum herrscht hektische Betriebsamkeit. Mitarbeiter schleppen Umzugskartons in ein Zimmer, das bis vor kurzem noch ein einfacher Aufenthaltsraum war. „Hier zieht ein Teil unserer Verwaltung ein“, erklärt Gerbig. Diese war bislang im Erdgeschoss des historischen Bräuhauses untergebracht gewesen, dessen Dachstuhl in der vergangenen Woche in Flammen aufgegangen war und damit einen der größten Feuerwehreinsätze der jüngeren Geschichte im Landkreis ausgelöst hatte.

Erst vor sechs Jahren waren die Verwaltungsräume im denkmalgeschützten Bräuhaus renoviert worden. Jetzt zeugen große Wasserflecken an den Wänden und Decken von den Löscharbeiten der vergangenen Tage. Unzählige Liter Wasser hatten die Einsatzkräfte in der Brandnacht und den folgenden Tagen versprüht, um die Flammen im Dachstuhl zu bändigen. Bis zum Montag hielten die örtliche Feuerwehr – unterstützt von umliegenden Wehren – Tag und Nacht Brandwache, weil immer wieder Glutnester aufgeflackert waren. „Das sickert alles nach und nach von oben nach unten“, sagt Gerbig.

Achim Gerbig (Regens Wagner) zeigt auf die Schäden in der Decke eines fast fertig sanierten Klasszimmers.

Nicht nur das Dach, von dem nur noch das verkohlte Gerippe übrig blieb, ist somit ein Totalschaden. Während oben die Flammen im negativen Sinn ganze Arbeit leisteten, sorgte in den darunter liegenden Geschossen das Wasser dafür, dass die gerade erst für viel Geld frisch hergerichteten Räume erneut ein Sanierungsfall sind. „Hier hätten im November die ersten beiden Klassen einziehen sollen“, sagt Gerbig und schüttelt den Kopf. Er steht im ersten Stock des Gebäudes und zeigt auf zwei Klassenzimmer. Teppich, weiße Wände, die großen Räume wirken freundlich. Doch der Schaden ist nicht zu übersehen. Die abgehängten Decken haben sich voll Wasser gesogen, ein Teil der Platten ist bereits heruntergebrochen. Auch in den Wänden bahnt sich das Nass seinen Weg. Weiter oben sieht es noch schlimmer aus. „Rigips, Trockenbau, Putz, Estrich: Alles muss raus“, sagt Gerbig. Um die Haustechnik ist es nicht viel besser bestellt. Den Schaden schätzt die Polizei auf einen zweistelligen Millionenbetrag (wir berichteten).

Die erste Trocknungsfirma hat bereits ihre Arbeit aufgenommen, im ganzen Gebäude stehen große Geräte. „Am wichtigsten ist jetzt, dass das Haus gesichert wird, damit keine weiteren Schäden entstehen können“, erklärt der Gesamtleiter. Entscheidende Bedeutung kommt dabei dem Dach zu. Am Dienstag gab die Denkmalschutzbehörde grünes Licht, dass der völlig zerstörte historische Dachstuhl abgetragen werden kann. Möglichst bald soll ein Notdach installiert werden und das Gebäude vor Regen und Schnee schützen. Viele Firmen aus der Region hätten kurzfristig ihre Hilfe zugesagt, sagt Gerbig dankbar. „Wir kriegen das wieder hin, es dauert nur ein bisschen länger.“ Wie lange, lasse sich noch nicht genau sagen, er rechne mit zwei bis drei Jahren, gibt sich der Gesamtleiter keinen Illusionen hin.

Solange müssen die über 300 Schüler der Fachakademie für Sozialpädagogik und der Berufsfachschule für Kinderpflege weiter mit ihren Ausweichquartieren vorlieb nehmen, die sie vor zwei Jahren mit Beginn der Sanierungsarbeiten bezogen hatten. Am Donnerstag vor einer Woche, dem ersten Schultag nach dem Brand, informierten Gerbig und Schulleiter Stefan Eblenkamp die Schüler über die neue Situation. Keine leichte Aufgabe, schließlich war die Vorfreude auf den bevorstehenden Umzug groß gewesen. „Aber als wir gesagt haben, dass alles wieder aufgebaut wird, haben alle laut geklatscht“, sagt Gerbig. Als er das erzählt, zittert die Stimme des Leiters, die Emotionen kommen hoch.

Für die Schüler ist mittlerweile der Alltag wieder eingekehrt. „Der Schulbetrieb läuft ganz normal weiter“, betont Eblenkamp. Das ist wahrscheinlich – neben der Tatsache, dass niemand bei dem Brand zu schaden kam – die beste Nachricht dieser Tage. Zwar laufen die Verträge mit den Gemeinden Böbing und Rottenbuch, wo jeweils zwei Klassen in den örtlichen Grundschulen untergebracht sind, am Jahresende aus. „Aber beide Bürgermeister haben persönlich ihre Unterstützung zugesagt“, sagt Gerbig – und lächelt froh.

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