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Im Bräuhaus in Rottnbuch mussten  Putz und Installationen raus. Überall ist das nackte Mauerwerk zu sehen.

Regens Wagner will sein zerstörtes Gebäude wieder aufbauen

Trockenzeit im Bräuhaus in Rottenbuch

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Nach dem Großbrand im Rottenbucher Kloster will Regens Wagner sein zerstörtes Gebäude wieder aufbauen. Der Bauantrag passierte den Gemeinderat. Der Startschuss ist unklar, aber eines ist sicher: Es wird ein Millionenprojekt.

Rottenbuch– Eine Debatte gab es nicht. Auch keinen Widerspruch. Schnell und einstimmig segnete der Rottenbucher Gemeinderat den Bauantrag der Regens-Wagner-Stiftung Erlkam auf Wiederaufbau der Einrichtungen im Bräuhaus ab. Wie berichtet, war das Gebäude im vergangenen September einem Großbrand zum Opfer gefallen – sechs Wochen vor der Eröffnung der darin neu gebauten Fachakademie für Sozialpädagogik und der Berufsfachschule für Kinderpflege.

Die Baupläne orientieren sich an den Vorgängern. Diesen hatte der Gemeinderat 2015 zugestimmt, Landratsamt und Denkmalsschutz gaben ihren Segen zum Umbau des 1750 errichteten ehemaligen Kloster-Bräuhauses. Rottenbuch ist seit 2010 eines der 14 regionalen Zentren des Dillinger Sozialwerks in Bayern. „Es wird fast so wie vorher“, erklärte Bürgermeister Markus Bader mit Blick auf die neue Optik. Das bestätigt der Rottenbucher Regens-Wagner-Gesamtleiter Achim Gerbig: „Der Dachstuhl wird so aufgebaut, wie er ursprünglich geplant war“. Mit Dachziegel und Gauben, hinzu kommt lediglich aus Sicherheitsgründen eine größere Anzahl an Schneefanggittern. Unter dem Dach war der Brand ausgebrochen, die Ursache wurde nie geklärt. Auch an der Raumaufteilung ändert sich nichts. Im Erdgeschoss finden Verwaltung, Küche und Hauskapelle ihren Platz. In das Obergeschoss kommt die Berufsfachschule, in den 2. Stock die Fachakademie. Im ersten Dachgeschoss finden sich Fach- und Werkräume für die Akademie und darüber die Technik. Regens Wagner hatte den Umbau damit begründet, dass man zwei Schulen räumlich beieinander haben wollte. „Alles in einem Haus“, so Gerbig. Erneut barrierefrei und mit technischer Ausstattung für Menschen mit Beeinträchtigung. Insgesamt gibt es auf vier Etagen fast 4500 Quadratmeter Nutzfläche.

Mit Denkmalschutz abgestimmt

Um Wasser aus den Wänden zu ziehen, sind in einigen Räumen Klimakammern aufgebaut.  Achim Gerbig zeigt einen der Behälter, die täglich  ausgeleert werden.

Gerbig hofft, dass die Baugenehmigung in vier bis sechs Wochen auf dem Tisch liegt. „Es ist alles abgestimmt mit dem Denkmalschutz.“ Laut Bürgermeister Markus Bader lagen die Pläne vor der Gemeinderatssitzung bereits als Kopie beim Landratsamt – „damit es schneller geht“. Regens Wagner bereitet derzeit die Ausschreibungen vor. Die Suche nach Handwerkern könnte angesichts des Baubooms zum Problem werden. „Wir hoffen, dass es auch Firmen gibt, die den Auftrag noch zeitnah annehmen können“, sagt denn auch Gesamtleiter Gerbig. Er rechnet insgesamt mit einer zweijährigen Bauzeit. Doch es gibt ein Problem: Bis die Arbeiten überhaupt starten können, muss das Gebäude trocken sein. Während des Brandes flossen Unmengen an Löschwasser bis hinunter ins Erdgeschoss. „Wir sind mitten in der Trocknungsphase“, sagt denn auch Gerbig. „Wir prüfen derzeit den Feuchtigkeitsgehalt in den historischen Wänden.“ Meist wurden Tuffstein und Molasse-Sandstein verbaut – diese Materialien verändern bei Nässe ihre Tragfähigkeit. Was zu einem Problem mit dem mächtigen Dachstuhl werden könnte. Dessen Aufbau wird zudem eine logistische Herausforderung: Das jetzige Notdach kann nur abschnittsweise abgebaut werden, damit bei Regen nicht wieder Wasser ins Gebäude läuft. Im Idealfall wird die erste Dachhälfte vor dem Winter geschafft.

Was der Wiederaufbau kostet, ist angesichts der beschädigten historischen Bausubstanz unklar. Zum Zeitpunkt des Brandes 2018 waren laut Gerbig rund 9 Millionen Euro verbaut, die Gesamtinvestition war mit etwa 12 Millionen Euro veranschlagt. „Das werden wir sicher überschreiten“, erwartet der Regens-Wagner-Lokalchef angesichts gestiegener Baupreise.

Eine andere Baustelle nimmt derweil Gestalt an: Der Neubau „einer Art Cafeteria“, wie sie Gerbig nennt, soll Anfang Juni in Betrieb gehen. Sie wird ein Treffpunkt für alle am Standort.

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