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Anstelle des Raiffeisenbank-Gebäudes in Rottenbuch könnte ein neuer Supermarkt entstehen.

In Rottenbuch

Neuer Plan: Supermarkt statt Bankgebäude

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Gut ein Jahr nach dem Bürgerentscheid zur Supermarkt-Ansiedlung in Rottenbuch, der bekanntlich mit einem deutlichen Ja endete, gibt es jetzt eine überraschende Wendung. Die betrifft den geplanten Standort am ehemaligen Gärtnereigelände.

Rottenbuch – Anfang des Jahres hatte die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Dabei ging es zum einen darum, wie der geplante Supermarkt sowie das neue Feuerwehrhaus samt Räumen für den Bauhof und Musiker auf dem rund 13 000 Quadratmeter großen Areal an der Bundesstraße 23 realisiert werden könnte.

Zum anderen sollten die Fachplaner, wie es Bürgermeister Markus Bader im April gegenüber den Schongauer Nachrichten erläuterte, auch noch einmal alternative Standorte für die angedachten Einrichtungen prüfen. Schließlich war das Gärtnereigelände für die angedachte Nutzung nicht unumstritten. Mancher fürchtete um das Dorfbild, auch das Landesamt für Denkmalpflege hatte Bedenken.

Wer glaubte, dass die Standortsuche ergebnislos verlaufen würde – schließlich hatte Bader selbst immer wieder betont, dass es der Gemeinde an Alternativen mangele –, für den dürfte die neueste Entwicklung eine dicke Überraschung sein.

Denn statt am Gärtnereigelände soll der Vollsortimenter nach neuesten Plänen am Postplatz entstehen – dort, wo derzeit die Raiffeisenbank Steingaden eine Filiale betreibt. „An diese Möglichkeit haben wir bislang nie gedacht“, gibt Bader zu. Erst die Planer hätten den Standort ins Spiel gebracht, der laut dem Bürgermeister gleich eine Reihe von Vorteilen mit sich bringt. So sei dieser aus städtebaulicher Sicht durch seine Ortslage wesentlich besser integriert.

Ein Supermarkt an dieser Stelle würde zudem die durch die Bundesstraße getrennten Ortsbereiche wieder näher zusammenbringen, argumentiert Bader, der auch darauf verweist, dass es schon vor 20 Jahren im Rahmen der Dorfentwicklung Pläne für eine Aufwertung dieses Bereichs gegeben habe, die damals aber nicht weiterverfolgt worden seien.

Für den Bau des Vollsortimenters müsste freilich das Bankgebäude weichen, welches sich im Besitz der Raiffeisenbank Steingaden befindet. Diese habe aber bereits erklärt, das Vorhaben zu unterstützen, sagt Bader. „Dafür sind wir sehr dankbar.“ Auch die Bankfiliale werde erhalten bleiben, ob im neuen Gebäude oder an anderer Stelle, sei allerdings noch offen.

Doch nicht nur für den Supermarkt hat die Gemeinde einen neuen Standort im Auge. Auch für den Komplex aus Feuerwehrhaus, Bauhof und Musikräumen hat sich eine Alternative aufgetan. Er könnte laut Bader weiter südlich in direkter Nachbarschaft des Sportgeländes entstehen. Die Verhandlungen über das dafür nötige Grundstück seien weit gediehen. „Wir haben eine Zusage.“ Als nächstes müsste nur noch der bestehende Bebauungsplan angepasst werden, für Bader eine Formsache. „Für den Bau des Feuerwehrhauses und Bauhofs gibt es bereits einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats.“

Während dieser Teil der Planung damit in trockenen Tüchern scheint, gibt es beim Supermarkt noch einen großen Haken. „Unser größtes Problem ist der Verkehr“, betont Bader. Denn der wird durch einen Supermarktbau deutlich ansteigen. Ein Fachbüro soll deshalb als nächstes Vorschläge erarbeiten, wie Fußgänger, Zufahrt, ÖPNV und ruhender Verkehr in Einklang gebracht werden können. Auch einen Kreisverkehr an der Bundesstraße will Bader nicht ausschließen.

Bleibt die Frage, was denn nun mit dem ehemaligen Gärtnereigelände geschieht, das nach den aktuellen Planungen frei bliebe. Auch darüber haben sich der Gemeinderat und Fachplaner bereits Gedanken gemacht. So könnte dort der Neubau der Don Bosco-Schule entstehen. Deren Betreiber Regens Wagner hatte der Gemeinde Anfang des Jahres mitgeteilt, dass die bislang favorisierte innerörtliche Fläche für das Projekt nicht mehr ausreiche (siehe Kasten). Man wolle den Schulstandort aber unbedingt in der Gemeinde halten, betont der Bürgermeister.

Mit dem Gärtnereigelände in der Hinterhand sei dieses Ziel erreichbar. Gleichwohl versuche man aber alles, um das Förderzentrum im Dorfzentrum zu halten. Bader: „Es gibt eine konkrete Möglichkeit, die gerade untersucht wird.“

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