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Neuer Stützpunkt geplant

Rettungswagen für Rottenbuch

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Oft geht es um Leben und Tod, wenn der Rettungsdienst ausrückt. Dann zählt jede Minute. Damit die Sanitäter im südlichen Landkreis künftig schneller vor Ort sind, soll in Rottenbuch ein neuer Rettungswagen-Standort geschaffen werden. Auch in Bernried wird die Notfall-Versorgung ausgeweitet.

Weilheim-Schongau – Kürzlich wurde den Rettungskräften wieder einmal alles abverlangt. Beim schrecklichen Verkehrsunfall nahe Hohenfurch galt es, acht Schwerverletzte zu versorgen. Dem Faktor Zeit kommt in solchen Fällen eine wichtige Bedeutung zu. Wie schnell den Betroffenen geholfen wird, kann über Leben und Tod entscheiden.

In Bayern gibt es deshalb klare Vorgaben für die Hilfsfrist. Spätestens nach zwölf Minuten muss der Rettungswagen vor Ort sein. Regelmäßig werden deshalb Gutachten durchgeführt, um die Einsatzzeiten zu überprüfen. Zeigt sich dabei, dass die Vorgabe nicht in mindestens 80 Prozent der Fälle erfüllt wird, besteht Handlungsbedarf.

Genau diesen hat jetzt die jüngste Trend- und Strukturanalyse im Rettungsdienst Oberland für den Bereich Steingaden ergeben. Dort seien die Rettungskräfte nur in 74,8 Prozent der Fahrten binnen der kritischen Zwölf-Minuten-Frist vor Ort gewesen, sagt Helmut Stork. Er ist Geschäftsführer des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberland, dem neben dem Landkreis Weilheim-Schongau auch die Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen angehören. Das Problem: Zwar gibt es direkt in Steingaden eine Rettungswache, in der neben einem Rettungswagen auch ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie zwei Krankenwägen stationiert sind. Sind die Sanitäter allerdings bereits im Einsatz, muss die Leitstelle einen weiteren Rettungswagen aus entfernteren Standorten alarmieren mit entsprechend längerem Anfahrtsweg. Gerade die Rettungswagen aus Schongau und Steingaden seien sehr viel unterwegs, sagt Stork mit Blick auf steigende Einsatzzahlen. Hinzu komme, dass es auch in Richtung Oberammergau großen Bedarf an einer rettungsdienstlichen Unterstützung gebe.

Um die Situation zu verbessern, soll ein weiterer Rettungswagen-Standort in Rottenbuch geschaffen werden. Laut Gutachten des Instituts für Notfallmedizin der LMU bringt das Klosterdorf aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage an der B 23 die besten Voraussetzungen mit. Zur Verfügung stehen soll der Rettungswagen täglich von 9 bis 21 Uhr, womit sich der Stützpunkt von den Rettungswachen im Landkreis unterscheidet, die rund um die Uhr besetzt sind.

Unklar, wer den neuen Standort betreibt

Noch steht nicht fest, wer den neuen Standort betreiben wird. Derzeit werde die Ausschreibung vorbereitet, auf die sich voraussichtlich ab Herbst die Hilfsorganisationen bewerben können, erklärt Stork das weitere Vorgehen. „Wir hoffen, dass bis Ende des Jahres der Betreiber feststeht.“ Läuft alles nach Plan, könnte der neue Stützpunkt im kommenden Frühjahr in Betrieb gehen.

In Rottenbuch ist man derweil bereits emsig auf der Suche nach einem geeigneten Standort. Neben einer Garage für den Rettungswagen sollte dieser auch über einen Aufenthaltsraum verfügen. „Wir haben schon einen Favoriten ins Auge gefasst“, sagt Bürgermeister Markus Bader, der darüber aber erst noch einmal im Gemeinderat beraten will.

Bewerben für den Betrieb will sich auf jeden Fall das BRK Weilheim-Schongau. Das kündigt Rettungsdienst-Leiter Michael Limbrunner auf Nachfrage der Heimatzeitung an. Seine Organisation verantwortet derzeit alleinig den Rettungsdienst im Landkreis, betreibt die Rettungswachen in Schongau, Steingaden, Peißenberg, Penzberg und Weilheim sowie den Stützpunkt in Bernried. Die Pläne für einen neuen Standort in Rottenbuch begrüßt Limbrunner. Er schließe eine Lücke. „Der Bedarf ist da.“ Zuletzt hatte es eine ähnliche Entscheidung im benachbarten Landkreis Landsberg gegeben, wo seit Mitte Juni ein zusätzlicher Rettungswagen in Reichling stationiert ist, um schneller Hilfe leisten zu können. Davon profitiert auch die Region um Schongau: Schon mehrmals war der Reichlinger Rettungswagen dort als Unterstützung im Einsatz.

Der neue Standort in Rottenbuch ist nicht die einzige Verbesserung, die sich durch die Umsetzung des Gutachtens für die medizinische Versorgung im Landkreis ergibt. So sollen künftig auch die Dienstzeiten des Bernrieder Stützpunkts ausgeweitet werden. Statt von 8 bis 20 Uhr ist der dortige Rettungswagen dann von 8 bis 24 Uhr im Dienst. Aufgestockt werden laut Stork zudem die Wochenstunden für den Krankentransport – von derzeit 185 auf 196.

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