+
Neue Nachbarn: Hier soll das Baugebiet „Am Grohholz“ entstehen – das Areal grenzt an die bestehende Bebauung am Tassilo-Zöpf-Weg an (links).

Satzung für „Am Grohholz“ erlassen

Neues Wildsteiger Baugebiet war eine  „schwere Geburt“

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
    schließen

Das neue Wildsteiger Baugebiet ist formal in trockenen Tüchern: Der Gemeinderat erließ die Satzung. Das Areal war bei Anwohnern umstritten.

Wildsteig – Josef Taffertshofer war nach dem Beschluss erleichtert. „Es war doch eine schwere Geburt“, sagt Wildsteigs Bürgermeister gegenüber der Heimatzeitung. Das neue Baugebiet „Am Grohholz“ hatte einiges an Geduld erfordert. In seiner letzten Sitzung in der alten Amtsperiode konnte der Gemeinderat endlich Nägel mit Köpfen machen: Einstimmig wurde die Satzung für den Bebauungsplan gebilligt.

Wie berichtet, will die Kommune südöstlich des Tassilo-Zöpf-Wegs auf rund 1,7 Hektarn begehrte Bauplätze schaffen. Doch Anwohner hatten Besiedlung, Flächenverbrauch und Rodungen kritisiert, auch von Fachbehörden gab es Bedenken. Deren Einwände waren „schon sehr heftig“, erinnert sich der Bürgermeister. Die Gemeinde reagierte und ließ den Entwurf des Kaufbeurener Architekturbüros „abtplan“ korrigieren. Aus den ursprünglich geplanten 14 Grundstücken wurden 13 Parzellen zwischen rund 600 und 750 Quadratmetern Größe – weil man auf die Bebauung eines als Feuchtbiotop erkannten Regenrückhaltebeckens verzichtet. Die Zahl könnte sich weiter verringern: Ein Grundstück neben dem Biotop ist abhängig von einem Artenschutzgutachten, dieses soll im Frühjahr vom Landschaftsarchitekturbüro Rösel aus Schmiechen erstellt werden. Die Gemeinde hat bereits eine Rodungserlaubnis für die Waldflächen, es gibt Ersatzpflanzungen.

Nur Einzelhäuser mit zwei Wohneinheiten erlaubt

Nach der erneuten öffentlichen Auslegung lag der Plan in der April-Sitzung erneut auf dem Tisch. Gravierende Änderungen waren nicht mehr nötig. Die Gemeinde kam Einwendungen von Betroffenen entgegen und verringerte aus Ortsbild-Gründen die Haushöhen auf einigen Grundstücke. Überhaupt sind lediglich Einzelhäuser mit zwei Wohneinheiten erlaubt. Künftig gilt zudem: Das Niederschlagswasser wird circa. 600 Meter südlich des Areals in einer Anlage versickert. Das Wasser wird von Regenzisternen (nicht für Gießwasser-Einsatz) auf den Grundstücken gedrosselt über einen Kanal dorthin geleitet.

Erschließung ist für kommendes Jahr geplant

Im Rathaus hofft der Bürgermeister, dass nun die Erschließung des Baugebiets vorangetrieben wird. Die Ausschreibungen werden vorbereitet. Die Baufirmen sollen laut Taffertshofer ein großzügiges Zeitfenster von Oktober bis Mai kommenden Jahres bekommen – dadurch strebt man bessere Angebote an. „Wir hoffen, dass wir vernünftige Preise bekommen.“ Baureife für die Häuslebauer könnte dann Mitte 2021 sein. Vergeben werden sollen die Parzellen an Interessenten über ein Punktesystem, wie zuletzt im benachbarten Rottenbuch und in Bad Bayersoien. Wildsteig benötigt das neue Wohnareal, betont der Bürgermeister: „Wir haben Bedarf und brauchen Wachstum. Jeder Einwohner tut uns gut.“ „Am Grohholz“ soll nicht das Ende der Fahnenstange sein, kündigt der Rathauschef an. „Wir werden versuchen, ein neues Baugebiet zu finden.“

Lesen Sie auch:

Baustelle am Kreisel geht in die Verlängerung: Darauf müssen sich Autofahrer in Peiting einstellen

Peiting kontert Schongaus Baumarkt-Schelte - „Übers Ziel hinaus geschossen“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Am Lechufer in Lechbruck soll eine Wellness-Hotel mit 140 Betten entstehen: Die Bürger laufen Sturm
Am Lechufer in Lechbruck soll eine Wellness-Hotel mit 140 Betten entstehen: Die Bürger laufen Sturm
Der vielleicht schönste Arbeitsplatz der Welt
Der vielleicht schönste Arbeitsplatz der Welt
Maisfeld bei Schwabsoien verwüstet: Täter gefunden
Maisfeld bei Schwabsoien verwüstet: Täter gefunden

Kommentare