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Besuch an der Orgel: Monika Grütters dankte der Organistin Kristina Kuzminskaite für ihr Spiel.

Orgelsanierung in Rottenbuch 

Fachbesuch mit Herz

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Monika Grütters hat am Mittwoch die Herzen der Rottenbucher im Sturm erobert. Die Kulturministerin aus Berlin war mit ihrem Kollegen Alexander Dobrindt in die Pfarrkirche gekommen, um sich über die bevorstehende Orgel-Sanierung zu informieren. Der Bund unterstützt das Vorhaben bekanntlich mit 300 000 Euro.

Rottenbuch – „Das ist für mich kein Pflicht-, sondern ein Wonnetermin“, strahlte Grütters, schon bevor sie zusammen mit den örtlichen Politik- und Kirchenvertretern die ehemalige Stiftskirche betrat. Drinnen erläuterte Albrecht Bögle der Kunsthistorikerin die lange Geschichte des Gotteshauses mit dessen Bau zwischen 1075 und 1080 begonnen worden war. Alexander Dobrindt, der nach dem Motorrad-Unfall an der Lechbrücke bei Peiting im Stau steckte, stieß später dazu. „Ihr habt hier einen Verkehr, Herr Verkehrsminister“, feixte die Kollegin aus Berlin.

Die gebürtige Münsteranerin macht gerade Urlaub in Elmau und nutzte prompt die Gelegenheit, in Rottenbuch vorbeizuschauen: „Ich bin ein Bayernfan und ich bin überwältigt von Ihrem Kirchenraum“, sagte sie bei der Führung in der Pfarrkirche. Dobrindt dankte der Kulturministerin für die großzügige Unterstützung bei der Sanierung der Freiwieß-Orgel. Das Instrument wurde in den Jahren um 1780 von Balthasar Freiwieß gebaut und gilt als absolute Rarität. Nur im Kloster Irsee erklingt ein ähnliches Exemplar.

Grütters nahm die Rottenbucher Orgel sehr gerne in das „Programm zur Sanierung und Modernisierung national bedeutsamer Orgeln auf“. Es sei bereits 16-fach überzeichnet, verriet sie. Trotzdem machte die Ministerin die Schatulle weit auf und stellte 300 000 Euro zur Verfügung, die bereits geflossen sind. Der Grund: „Die Orgel hat ein Alleinstellungsmerkmal“, so Grütters. „Dass ein Instrument aus dieser Zeit in den Originalzustand versetzt wird, das gibt es nicht nochmal.“ Die Orgel sei ein Teil des Unesco Kulturerbes. Die Münsteranerin will sich jetzt sogar dafür einsetzen, dass noch mehr Geld in das Projekt fließt und kündigte an, den Erzbischof Reinhard Marx anzurufen. Schließlich fehle ja noch „die Kleinigkeit von 300 000 Euro“, sagte die Kulturministerin.

Großartiges Gotteshaus: Albrecht Bögle erläuterte Verkehrsminister Alexander Dobrindt, Pfarrer Josef Fegg, Kulturministerin Monika Grütters und Bürgermeister Markus Bader (v.l.) die lange Geschichte der ehemaligen Stiftskirche.

Rottenbuchs Organistin Kristina Kuzminskaite strahlte und gab den Gästen eine Kostprobe ihres Könnens. Auf der Empore sangen Politiker, Kirchenvertreter und Gäste mit Inbrunst zu den Orgelklängen. Und Pfarrer Josef Fegg wollte sogleich alle in den Kirchenchor aufnehmen, sagte er.

Davor erläuterte Kirchenpfleger Josef Lorenz, wie es jetzt mit dem Projekt weitergeht: Demnach erarbeiten das Ordinariat und das Landesamt für Denkmalpflege derzeit ein Konzept, das spätestens bis Mitte Septeber vorliegen soll. Ist es da, werden die Arbeiten ausgeschrieben, Anfang 2018 könnten sie beginnen, rechnet der Kirchenpfleger.

Die Orgel wird laut Lorenz dann komplett abgebaut und in eine Werkstatt gebracht. Zwei bis drei Jahre müssen die Rottenbucher währenddessen auf das berühmte Instrument verzichten. Für die Übergangszeit wird eine kleine elektronische Orgel gekauft oder angemietet, die auch in Zukunft erklingen soll, wenn das große Instrument saniert und zurück in der Kirche ist. Die Freiwieß-Orgel wird laut Lorenz nur noch bei Festmessen erklingen. „Es soll ein Unterschied gemacht werden soll“, erläutert er den Grund. Der Kirchenpfleger glaubt, dass die Sanierung der Orgel insgesamt bis zu 750 000 Euro kosten wird, bislang war von 680 000 Euro die Rede. Bei der Finanzierung ist ihm nicht bange, und es sei ihm wichtig, dass auch Geld aus Eigenmitteln und Spenden kommt: „Der Ort muss das Gefühl haben, dass er beteiligt ist“, betont Lorenz.

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