Mann sticht mehrmals auf Münchner (17) ein - Er schwebt in akuter Lebensgefahr - der Grund macht sprachlos

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Wiespfarrer Gottfried Fellner sieht die Kirchen-Führung in der Pflicht.

Nach Studien-Vorstellung

„Die Kirche muss ehrliche Antworten geben“

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Im Zuge der Studie zu sexuellem Missbrauch in der Kirche hat auch das Bistum Augsburg gestern Zahlen veröffentlicht: Demnach gab es 164 Opfer und 85 Beschuldigte. Die Hälfte der Betroffenen war beim ersten Missbrauch unter 13 Jahren alt. Wir haben bei Geistlichen im Schongauer Land nachgefragt.

Weilheim-Schongau – Rottenbuchs Pfarrer Josef Fegg sieht nun vor allem die Kirchen-Führung gefordert: „Unsere höchstwürdigsten Herren müssen runter von ihrem hohen Ross“, sagt er mit Blick auf die die Bischöfe, „die endlich handeln müssen“. Die Missbrauchsfälle dürften nicht unter den Teppich gekehrt werden. In der Priesterausbildung sieht der Rottenbucher Pfarrer noch erhebliche Mängel: „Die Themen Sexualität und Homosexualität finden viel zu wenig Raum, obwohl sie Thema sind“, meint Fegg. „Man muss offen und ehrlich miteinander reden“, fordert der 38-Jährige.

Seelsorger, die des Missbrauchs überführt worden sind, müssen nach Meinung Feggs die strafrechtlichen Konsequenzen tragen. Und in den Fällen, die bereits verjährt sind, müsse die Kirche eigene Strafmaßnahmen verhängen, „die den Opfern gerecht werden“.

Feggs Kollege Karl Klein, Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Altenstadt, ist ebenfalls dafür, dass die Fälle der Staatsanwaltschaft übergeben werden müssen. Den Umgang der Kirche mit den Tätern sieht er etwas differenzierter. Wer echte Reue zeige und bereit sei, sich einer Therapie zu unterziehen, habe eine zweite Chance verdient, findet Klein. Man müsse aber schauen, „dass sie nicht mehr mit Kindern zusammenarbeiten“. Grundsätzlich fällt es dem Altenstadter Pfarrer schwer, einen Zusammenhang zwischen dem Zölibat und dem Missbrauch von Kindern zu finden. Wer das Zölibat nicht halten könne, missbrauche Kleins Meinung nach nicht zwangsläufig Kinder. „Da suche ich mir doch eine Freundin in meinem Alter“, meint der 36-Jährige.

Das, was Kleins Kollege Fegg einfordert, hat es in der Priesterausbildung des Altenstadter Seelsorgers offensichtlich bereits gegeben: Klein war in der Abtei Münsterschwarzach (Unterfranken). Seinen Angaben nach wurde dort mit Psychologen über die eigene Sexualität gesprochen. Man sei ehrlich mit sich selbst gewesen, berichtet Klein. Der Altenstader Pfarrer sieht von Seiten der katholischen Kirche in der Prävention schon viel getan. Mitarbeiter müssten ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, in Schulungen würden sie sensibilisiert, nicht wegzuschauen.

Wiespfarrer Gottfried Fellner gibt derweil zu bedenken, „dass wir alle zur Kirche der Sünder gehören“. Dies „sollten wir in die Beurteilung der augenblicklichen schwierigen Krise demütig einbeziehen und nicht nur mit Steinen werfen“. Es gebe so viel menschliches Engagement, so viel Einsatz der Herzen in der Kirche auf allen Ebenen, das wir nicht übersehen dürfen, appelliert er. Fellner: „Wer nur mit dem Müllauto durch die Stadt fährt, kann deren Reichtum und Schönheit nicht kennenlernen.“

Aber auch der Wieskurat sieht die Kirchen-Führung jetzt in der Pflicht: „Die Kirche wird insgesamt zum Thema verantwortete Sexualität, Zulassungsbedingungen zum Priesteramt und zum geistlichen Dienst, Zölibat und Homosexualität ehrlichere Antworten geben müssen.“ Fellner: „Die Kirche insgesamt bedarf einer Reinigung des Gewissens, der wir uns alle entschlossen mit Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit unterziehen müssen.“

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