Die Pläne für die Wasserversorgung in Rottenbuch werden konkret.
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Die Pläne für die Wasserversorgung in Rottenbuch werden konkret.

Millionen-Projekt

Pläne für Rottenbucher Wasserversorgung werden konkret

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Die Wasserversorgung ist in Rottenbuch auf dem Stand der 1960er Jahre. Deshalb will die Gemeinde einen Hochbehälter und eine Hauptleitung neu bauen. Ein Millionen-Projekt.

Rottenbuch – Man trinkt es, kocht und duscht damit, spült es die Toilette hinunter und wischt damit den Boden. Manch einer nutzt es auch, um die Pflanzen im Garten zu gießen. Die Rede ist vom Leitungswasser. Dass dieses immerzu zur Verfügung steht, ist im Landkreis völlig normal. Doch dafür braucht es auch die entsprechenden Reserven und Leitungen. Und die kommen in Rottenbuch in die Jahre. Deshalb stehen große Investitionen an: Zum einen wird ein neuer Hochbehälter, bestehend aus zwei Edelstahltanks mit jeweils 300 Kubikmeter Fassungsvermögen, gebaut. Zum anderen benötigt die Gemeinde dann auch eine neue Hauptleitung. „Das wird sehr teuer, es ist ein Millionen-Projekt“, sagt Bürgermeister Markus Bader. 2018 hatte der Gemeinderat den Neubau beschlossen. Jetzt werden die Pläne immer konkreter.

Aktuell stehen für den Ort zwei Betonbehälter zur Verfügung. Sie stammen aus den 1960er Jahren. „Sie sind mittlerweile deutlich zu klein“, sagt Bader. „Wir haben keinen Puffer, wenn mal etwas wäre.“ Ein Rohrbruch zum Beispiel oder wenn viel Löschwasser benötigt wird. Zudem ist der Standort, in Solder an der Haldenbergerstraße, nicht optimal. „Er ist nicht hoch genug, wir haben viele Ortsteile, in denen der Druck zu niedrig ist“, beschreibt der Rathauschef. Mit Druckerhöhungsanlagen werde das derzeit ausgeglichen.

Neubau in Schönegg geplant

Der Neubau ist deshalb an einer anderen Stelle geplant: in Schönegg, auf rund 870 Metern Höhe. Von dort ist auch ein Notverband mit Wildsteig denkbar, wenn das Wasser mal knapp werden sollte. „In extremen Trockensituationen oder bei einem Keimproblem zum Beispiel“, sagt Bader. Von der Quelle bei Voglherd bis zum künftigen Hochbehälter muss eine rund neun Kilometer lange Hauptleitung gebaut werden. Die Trassenführung steht seit vergangenem Jahr.

Dann drückte Bader ein wenig auf die Bremse, weil er hoffte, ein paar Monate später bessere Preise erzielen zu können. In diesem Jahr müssen nun noch die Grunddienstbarkeiten an jenen Stellen gesichert werden, an denen die Leitungen auf privatem Grund verlaufen sollen. Für Ende des Jahres ist die Ausschreibung geplant. „Der Winter ist immer ein guter Zeitpunkt dafür“, sagt Bader. Die Firmen können so gut planen. Auch das dürfte sich positiv auf die Angebote auswirken. Der Bau soll 2022 beginnen.

Informations-Broschüre für die Rottenbucher

Dem Rathauschef ist es wichtig, auf die Kosten zu achten. Denn letztlich werden die von den Rottenbuchern getragen, weil die Gemeinde bei der Wasserversorgung kostendeckend arbeiten muss. Die Schönberger sind von dem Vorhaben nicht betroffen, sie werden von einer eigenen Quelle samt Behälter versorgt.

Die Gemeinde hat eine Informations-Broschüre für die Bürger erstellt, die online abrufbar oder im Rathaus zu bekommen ist. Darin werden Beispiele aufgezeigt, wie die entstandenen Kosten letztlich umgelegt werden können. Möglich sind Beiträge, die die Grundbesitzer auf einmal oder in Raten stemmen, oder eine Gebührenanhebung. Auch eine Kombination aus beidem ist denkbar. Die Beiträge sind wiederum abhängig von Grundstücks- und Geschossflächen. In den Beispielrechnungen wurden beliebige Zahlen gewählt, die noch nichts mit den tatsächlichen Beiträgen zu tun haben. Konkreter ist es derzeit laut Bader nicht möglich. „Das geht erst, wenn mit der Kostenschätzung der Ausschreibung konkrete und belastbare Zahlen vorliegen.“

Die Broschüre ist auf der Internetseite der Gemeinde Rottenbuch unter dem Punkt „Gemeinde“ zu finden.

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