Platz schaffen für Neues: Der erste Stock im „Kunstcafé am Tor“ ist derzeit Baustelle, für die Praxis wurden Wände entfernt.
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Platz schaffen für Neues: Der erste Stock im „Kunstcafé am Tor“ ist derzeit Baustelle, für die Praxis wurden Wände entfernt.

Neue Nutzung für das „Kunstcafé am Tor“ in Rottenbuch

Psychologische Praxis und Appartements statt Pension

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Die Tage der Pension waren schon gezählt – dann kam auch noch die Corona-Pandemie dazu. Deshalb hat Lena Kaufmann-Friedberger die Vermietung der Zimmer im „Kunstcafé am Tor“ in Rottenbuch noch früher als gedacht beendet. Die neue Nutzung der beiden Stockwerke steht bereits fest.

  • Pension im „Kunstcafé am Tor“ in Rottenbuch war vor allem bei Pilgern beliebt
  • Seit Ausbruch der Corona-Pandemie geschlossen
  • Derzeit laufen die Umbauarbeiten zu einer Praxis und Appartements

Rottenbuch – Zimmer fertig machen, Gäste begrüßen. Einen Tag später: Gäste verabschieden, Zimmer fertig machen, neue Gäste begrüßen. So lief es häufig ab in der Pension im „Kunstcafé am Tor“ in Rottenbuch. Denn die meisten Besucher waren Pilger, nach einer Nacht zogen sie weiter.

Das bedeutete, dass tagtäglich die Räume neu hergerichtet werden mussten – und davon bot Lena Kaufmann-Friedberger immerhin sechs Doppel-, ein Familien- und ein Einzelzimmer an. Seit Ende September ist Schluss damit, die Pension wurde geschlossen. Einen Monat früher als geplant – Corona-bedingt.

Auch schon für die Passion gebucht

Die Pandemie „war das I-Tüpfelchen“, sagt Kaufmann-Friedberger, die sich eigentlich auf ein gutes Jahr gefreut hatte. Wegen der Passionsspiele in Oberammergau hatte sie zahlreiche Buchungen vorliegen – endlich auch welche für drei, vier oder sogar fünf Tage am Stück. Dann kam das Virus, die Riesen-Veranstaltung wurde zwei Jahre nach hinten verlegt. Und eine Absage nach der anderen trudelte bei Kaufmann-Friedberger ein.

Nein, so wollte sie nicht weiter machen – immerhin haben sie und ihr Mann zwei kleine Kinder, obendrein betreibt sie ja das Café im Erdgeschoss des Hauses. „Da muss man dann auch mal auf sich und seine Familie schauen“, sagt sie.

Gemeinderat gibt einstimmig grünes Licht

Und so sperrte sie Ende September zu, um mit der Renovierung des Hauses zu beginnen. Im ersten Stock wird derzeit kräftig gewerkelt – voraussichtlich im Februar kommenden Jahres wird darin eine Psychologin eine Praxis eröffnen. Für die Nutzungsänderung und den Umbau der Räume, bei dem auch Wände entfernt werden, stellte Kaufmann-Friedberger einen Bauantrag, der im Rottenbucher Gemeinderat einstimmig grünes Licht bekam.

Wenngleich Bürgermeister Markus Bader die Schließung der Pension bedauerte. „Es ist traurig für den Tourismus“, sagte der Rathauschef in der Sitzung. „Aber es sind schwierige Zeiten und es steht jedem Eigentümer frei, wie er seine Räume nutzt.“ Dass künftig eine Psychologin einzieht, ist für Bader als Alternative „eine sehr gute Geschichte. In diesem Bereich sind wir im westlichen Landkreis unterversorgt“.

Appartements für Schüler der Regens-Wagner-Stiftung

Den zweiten Stock wird die Familie ebenfalls renovieren, allerdings fällt der Umbau dort weniger aufwändig aus. Denn Kaufmann-Friedberger möchte vier Appartements mit eigenen Bädern, aber gemeinsamer Küche und einem Aufenthaltsraum schaffen. Sie sollen an Schüler der Regens-Wagner-Stiftung vermietet werden – so werden die Räume künftig dauerhaft genutzt, während die Pension oft von Mitte Oktober bis April leer stand.

Und da im Gebäude derzeit eh allerhand Arbeiten anstehen, nutzt Kaufmann-Friedberger die Gelegenheit, auch gleich noch dem Café ein neues Gesicht zu geben. Auch das wird renoviert. Sobald es Corona-bedingt wieder erlaubt ist, öffnet es täglich von 9 bis 18 Uhr, dienstags ist Ruhetag. Jeden ersten und dritten Freitag im Monat soll es zudem länger geöffnet bleiben. „Zum Furtgehen“, sagt die Chefin. Lauter darf’s dann ruhig mal werden – in der Praxis oben drüber ist dann ja längst Feierabend.

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