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Die Ammermühle bei Rottenbuch wird als Asylunterkunft genutzt. 

Trotz rückläufiger Flüchtlingszahlen

Rottenbucher Ammermühle bleibt noch Asylheim - Landrätin weist Vorwürfe zurück

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Die Asylbewerberzahlen im Landkreis gehen zurück. Die Ammermühle in Rottenbuch bleibt jedoch Großunterkunft. Wie lange, ist unklar. Dies machte Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) bei der Bürgerversammlung deutlich.

RottenbuchDie Ammermühle in Rottenbuch ist seit vier Jahren eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Der Landkreis hatte zuvor für kolportierte rund zwei Millionen Euro die leer stehende ehemalige Herzklinik von der Münchner Augustinum-Gruppe erworben und für zehn Jahre an den Bezirk Oberbayern vermietet. Dieser nutzt die zwischen dem Klosterdorf und Böbing gelegene Immobilie seit August 2015 für die Unterbringung. Belegung derzeit: 84 Personen. Für die Ordnung sorgt ein privater Sicherheitsdienst. Die Gemeinde hatte sich vergeblich gegen die Pläne gewehrt.

Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader.

Bürgermeister Markus Bader zog nun bei der Bürgerversammlung eine gemischte Quasi-Halbzeitbilanz. Zwar sei er „unter dem Strich“ zufrieden mit der Entwicklung – die große Einrichtung hatte im Vorfeld für viel Diskussion im kleinen Ort gesorgt. Anfangs standen bis zu 150 Bewohner im Raum, das Landratsamt sicherte angesichts der heftigen Proteste von Gemeinderat und Bevölkerung allerdings schnell eine Obergrenze von nur noch 100 Insassen zu. Bader räumte trotz aller generellen Zufriedenheit jedoch auch Probleme ein: „Im Gebäude selber läuft es oft nicht so gut“, sagte er. Bewohner geraten untereinander oder mit dem Security-Personal in Streit. Immer wieder muss die Rottenbucher Feuerwehr anrücken, meist ist es ein ärgerlicher Fehlalarm. Auch die Polizei ist des Öfteren vor Ort (wir berichteten). Bei den Vorfällen habe es sich allerdings um „keine absolut schlimmen Dinge“ gehandelt, wie der Rathauschef nun betonte. Nach Baders Aussage laufe es oben im Ort mit den unfreiwilligen Neubürgern recht positiv. „Man hat sich ganz gut arrangiert.“

Mietvertrag läuft zehn Jahre

Landrätin Andrea Jochner-Weiß

Wie lange die Ammermühle noch derart genutzt wird, steht in den Sternen. Dies machte Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) vor den rund 140 Zuhörern in der Rottenbucher Gemeindehalle deutlich. „Ob die zehn Jahre voll werden, kann ich nicht sagen“, erklärte sie im Hinblick auf den Mietvertrag mit dem Bezirk. Der Landkreis hat vertraglich ein außerordentliches Kündigungsrecht, wie die Jochner-Weiß zuletzt 2015 bei einem Infoabend an gleicher Stelle erklärt hatte. Sie wies nun Vorwürfe aus dem Publikum zurück, dass die Ammermühle bewusst vom Landkreis zur Unterbringung von „Sorgenkindern“ unter den Asylbewerbern genutzt werde. Es würden keine Problemfälle dort konzentriert, dies sei nicht die Praxis des Landratsamts. Allerdings: „Wir müssen da belegen, wo Platz ist“, so Jochner-Weiß auf eine entsprechende Bürgeranfrage. Zudem verteile letztendlich der Bezirk die Asylbewerber.

Ammermühle soll später als Jugendheim genutzt werden

Einen Zeitplan für die Schließung der Unterkunft nannte die Landrätin zwar nicht, allerdings ist schon jetzt klar: Eine Sanierung der Räumlichkeiten ist dann auf jeden Fall nötig. Der Landkreis hatte die Ammermühle bekanntlich mit Blick auf die Zukunft erworben. „Wir wollen etwas für die Jugend schaffen“, erinnerte Jochner-Weiß. Angedacht ist ein Jugendheim für Ferien und Aktivitäten. Trotz aller Gesamtzufriedenheit sieht der Rathauschef nicht alles rosig. „Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt könnte besser sein“, sagte Bader in Richtung der Behördenchefin. Jochner-Weiß hatte zuvor das ehrenamtliche Engagement der Bürger, gerade im Helferkreis, gewürdigt. Sie sei „froh und dankbar“ für die Geduld, sagte Jochner-Weiß. Wenn es an die künftige Nutzung geht, soll das Konzept mit der Gemeinde erarbeitet werden. Man werde eine Lösung suchen, versprach die Landrätin – „mit der die Rottenbucher glücklich sein können“.

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