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Zu einer empfindlichen Geldstrafe wurde der 29-Jährige am Amtsgericht Weilheim verurteilt.

Aus dem Gericht

1200 Euro Strafe für kaputten Schalter

Der Schaden, den ein Asylbewerber (29) aus Tansania in der Flüchtlingsunterkunft in Rottenbuch anrichtete, war eigentlich nur gering. Wegen seiner Vorstrafen erhielt der Mann nun eine empfindliche Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro – und hatte trotzdem noch Glück dabei.

Rottenbuch Der 29-jährige Mann aus Tansania war in den zwei Jahren seines Aufenthalts in Deutschland schon wegen zwei Sachbeschädigungen verurteilt. Und wegen einer Körperverletzung erhielt er eine Freiheitsstrafe zur Bewährung.

Eigentlich wäre ein Bewährungswiderruf auf ihn zugekommen, da er sich mit der erneuten Sachbeschädigung im August letztes Jahr wieder strafbar gemacht hat. In seiner Unterkunft schaltete ein Mitbewohner mitten in der Nacht das Licht an, um auf seinem Handy zu spielen. „Ich wollte aber schlafen und habe ihn gebeten, das Licht auszumachen“, sagte der junge Mann über seinen Dolmetscher. Es sei dann streitmäßig hin- und hergegangen, dabei ging ein Lichtschalter im Wert von 20 Euro zu Bruch. Der Mann leugnete die Tat, gab an ganz ruhig und beherrscht gewesen zu sein. Eine Aussage, die die Vorsitzende Richterin Karin Beuting am Weilheimer Amtsgericht nicht glauben konnte. Der Mann hat schon zweimal aus Wut Sachen beschädigt, unter anderem einen Fernseher.

Zwei Zeugen, beide auch aus Tansania, waren geladen. Der eine davon saß im Zug nach München, man erwischte ihn über sein Handy. Er hatte angenommen, die Gerichtsverhandlung sei dort. „Der kann sich auf ein Ordnungsgeld einstellen“, sagte die Richterin. Der zweite Zeuge konnte weder Deutsch noch Englisch. Man war davon ausgegangen, dass er, wie die beiden anderen Asylanten aus Tansania, auch Englisch sprechen würde. Als man ihm aber ein Foto von dem defekten Lichtschalter zeigte, deutete er auf seinen angeklagten Mitbewohner.

Pflichtverteidiger Florian Ott bat um ein Beratungsgespräch mit seinem Mandanten. Dieser akzeptierte dann auch die Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 10 Euro und gab somit seine Schuld zu. Ins Gefängnis muss er somit nicht, da seine Bewährung aufrechterhalten wurde. „Bei so einem geringen Schaden, kann man eine Geldstrafe noch einmal vertreten“, sagte die Richterin zur Begründung.

VON REGINA WAHL-GEIGER

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