Im Baugebiet „Klosterblick“ soll das Mehrfamilienhaus entstehen. Das Grundstück ist rot markiert.
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Im Baugebiet „Klosterblick“ soll das Mehrfamilienhaus entstehen. Das Grundstück ist rot markiert.

Wohnraum schaffen

Rottenbuch baut Mehrfamilienhaus: Vier bis sechs Wohnungen sind geplant

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Die Gemeinde Rottenbuch will Wohnraum schaffen.. Nun steht auch fest, mit welchem Projekt es losgehen soll. Es ist ein Neubau mit vier bis sechs Wohnungen geplant.

Rottenbuch – Die Nachfrage nach Eigenheimen ist groß, allerorts werden Baugebiete ausgewiesen, weil viele Familien von den eigenen vier Wänden träumen – mit ordentlich Platz. Doch es gibt auch Zeiten im Leben, da reicht eine kleine Wohnung völlig aus. Gleich nach der Schule zum Beispiel, solange man alleinstehend ist oder auch im Alter. Dann genügen einem 50, 60 Quadratmeter locker. Doch die Suche nach solchem Wohnraum ist in Rottenbuch schwierig, das Angebot rar. Das hat auch die Gemeinde erkannt. Im Dezember beschloss sie, in den kommunalen Wohnungsbau einzusteigen. Nun steht auch fest, wie und wo das erste Vorhaben umgesetzt wird. Der Gemeinderat entschied in seiner März-Sitzung einstimmig, dass ein Mehrfamilienhaus im Baugebiet „Klosterblick“ entstehen soll.

„Dort kann man zeitnah anfangen, weil es eine grüne Wiese ist“, sagte Bürgermeister Markus Bader über das rund 670 Quadratmeter große Grundstück, auf dem ursprünglich zwei Doppelhaushälften vorgesehen waren. Das Gremium änderte deshalb auch diesen Part im Bebauungsplan, um stattdessen ein Mehrfamilienhaus aufstellen zu können.

Rottenbuchs Bürgermeister: Geplantes Haus passt gut in den „Klosterblick“

Bader wollte darin bis zu fünf Wohneinheiten schaffen. „Warum nicht gleich bis zu sechs, ins Dachgeschoss können doch auch zwei Wohnungen?“, warf Matthias Bräu (Schönberger Wählergemeinschaft) ein. Bader willigte ein und ließ den Passus im Bebauungsplan ändern.

Da ist noch Platz: Die Wiese (rechts), auf der das Haus gebaut werden soll.

Das 1,43 Hektar große Areal im Ortsteil Moos, auf dem das Wohngebiet „Klosterblick“ gerade entsteht, hatte die Gemeinde 2016 erworben. 2019 wies sie darauf 20 Parzellen aus. Auf rund drei Viertel davon wurde bereits gebaut oder stehen Arbeiten bevor. Zwei Bauplätze waren bisher noch nicht verkauft – jene, auf denen nun das Mehrfamilienhaus entstehen soll. „Da hatten wir nicht die richtigen Bewerber“, sagt Bader auf Nachfrage der Heimatzeitung. Er ist nun froh drum – weil die Gemeinde so bald loslegen kann.

Das geplante Haus passe gut in den „Klosterblick“, findet der Rathauschef. Bisher siedeln sich dort Familien mit Kindern an. Mit den Wohnungen, die allesamt rund 50 bis 60 Quadratmeter haben sollen, würde Platz geschaffen werden für junge Erwachsene, die daheim ausziehen wollen. Oder auch für Oma und Opa, die in der Nähe der Enkel leben möchten. „Das ist die perfekte Ergänzung für das Baugebiet.“

Rottenbuch sucht Planer für Neubau

Die Gemeinde sucht nun einen Planer für den Neubau, dann soll der Bauantrag erstellt werden. Steht fest, wie viele Wohnungen tatsächlich Platz haben werden und wie groß sie sein sollen, kann der Förderantrag eingereicht werden. Über das Kommunale Wohnraumförderungsprogramm (Komm-WFP) winken 30 Prozent Zuschuss.

Und es sind nur wenige Bedingungen daran geknüpft: Barrierefreiheit ist darunter. „Es muss ein Aufzug enthalten oder zumindest nachrüstbar sein“, sagt Bader. Zudem sollen die Mieten nicht über den „ortsüblichen Preisen“ liegen. „Ziel ist natürlich günstiger Wohnraum.“ Allerdings müssen über die Einnahmen auch die Baukosten gedeckt werden. Denn der Neubau wird über den Haushalt finanziert, mit Kreditaufnahme. „Das ist der Wermutstropfen“, sagte Bader. Vom Vorhaben brachte das aber niemanden ab.

Das Haus im „Klosterblick“ soll 2022 oder 2023 gebaut werden. Und nur der Anfang sein. Die Gemeinde möchte künftig noch mehr eigene, auch zentrumsnahe Wohnungen anbieten. Aktuell sind drei in ihrem Besitz: zwei in Rottenbuch, eine in Schönberg. Das Angebot soll in den kommenden Jahren deutlich erweitert werden. Denn dass jemand das Dorf verlassen muss, weil er keine Wohnung findet, das fände Bader „wirklich schade“.

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