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Das Kanalnetz untersucht: Wenigstens gibt es für die Leitungen im Bereich des Klosterhofs laut Plan keinen oder nur mittelfristigen Handlungsbedarf. 

Kanalsanierung beginnt

Roboter in Rottenbuchs Untergrund

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Fast drei Jahre hat es gedauert, jetzt geht es los: In Rottenbuch steht die erste Phase der Kanalsanierung an. Billig wird es aber nicht.

Rottenbuch – Satte 768 300 Euro: Diese Summe nannte damals im Juni 2016 im Rottenbucher Gemeinderat das Ingenieurbüro Steinbacher Consult für die komplette Sanierung der Kanalleitungen und Schächte im Klosterdorf. Die Planer hatten zuvor das Abwassernetz auf Herz und Nieren geprüft. Doch zu ihrer Erleichterung vernahmen die Gemeinderäte, dass die Sanierung in mehreren Schritten erledigt werden könne – je nach Schadensklasse. Mit den vordringlichsten Arbeiten will die Kommune nun anfangen. Darüber informierte Bürgermeister Markus Bader in der jüngsten Sitzung.

Dass seit der Präsentation des Kanalplans durch die Neusäßer Planer gut drei Jahre ins Land gegangen sind, begründete der Rathauschef mit personellen Problemen in Fachbüro und Firmen. Zudem habe man die Sanierung der Hausanschlüsse angesichts eines zu hohen Angebots nochmals ausschreiben müssen. „Jetzt passt es“, sagte Bader. „So ist es vertretbar für die Bürger.“

Kanalsanierung in Rottenbuch: Baubeginn im Frühling 

Abgeklärt wurde das Vorgehen zwischen allen Beteiligten zu Jahresbeginn. Angegangen werden heuer bei der Schmutzwasserentsorgung die Schadensklassen 4 und 5. Jüngst wollte das Ingenieurbüro die Ausschreibungen heraus schicken, in diesen Tagen ist Submission der Angebote. Ende Februar soll der Gemeinderat die Arbeiten vergeben. Bader rechnet für Mai mit dem Baubeginn. Wobei: Gegraben werden müsse nicht, beruhigte der Bürgermeister. In den Rohren kommen Roboter zum Einsatz und schadhafte Stellen werden mit Inlinern ausgebessert. Bis auf zwei Schächte könne man überall über die Kanalzugänge ansetzen. Drei längere Strecken stehen auf der Agenda: der Bereich Gemeindehalle/Lärchenwaldstraße, am Weihanger sowie in Solder.

Die Arbeiten sind bis Ende September vorgesehen. Man habe „ein langes Baufenster angesetzt“, so Bader, um das Projekt heuer über die Bühne zu bringen. Zudem kann die Gemeinde so über die Winterzeit ihre Aufträge ausschreiben. „Da kriegt man erfahrungsgemäß gute Preise.“

Das ist nötig, denn die Kostenschätzung geht von einer hohen Investition aus. Eine erste Hausnummer für den jetzigen Abschnitt liegt laut Bader bei 125 000 Euro, darunter allein rund 100 000 Euro für den Kanal. Für die eventuelle Sanierung ihrer Hausanschlüsse werden laut Bader die Eigentümer zur Kasse gebeten, dies sei in der Satzung fixiert. Die Untersuchung der Anschlüsse per Kamera hatte der Gemeinderat im November 2017 für rund 18 000 Euro an eine Firma aus dem schwäbischen Buchdorf vergeben.

Schächte im Klosterhof in Rottenbuch wurden unter die Lupe genommen

Bereits 2015 hatte die Oberschönegger Firma RKI insgesamt 13 670 Meter öffentlichen Hauptkanal und 350 Schächte im Klosterdorf unter die Lupe genommen. Der Ortsteil Schönberg war nicht untersucht worden. Die Daten flossen in ein Kataster. Knapp 50 000 Euro gab die Gemeinde dafür aus. Für das Geld erhielt sie eine digitale Übersicht über das örtliche Entsorgungssystem. Dazu gab es eine Zustandsbeschreibung: Vergeben wurden Noten von „kein Handlungsbedarf“ bis „umgehende Sanierung“. Von knapp 8800 Metern herrsche in Rottenbuch bei lediglich 238 Metern ein umgehender Handlungsbedarf, teilte Steinbacher Consult damals mit. Für 415 Meter regten die Experten eine kurzfristige Sanierung an. Bei rund 2100 Metern sollte die Gemeinde mittelfristig etwas tun, beim Hauptanteil von 4400 Metern aber sei alles in Ordnung. Die Kosten schätzte das Fachbüro vorsichtig beim grabenlosen Sanieren auf 391 000 Euro, 377 300 Euro wären für Auswechslung und Erneuerung fällig.

Schlechter sieht es beim Regenwasserkanal aus, der ein weiteres Sanierungsprojekt werden wird. 2016 teilte das Ingenieurbüro mit: Der Anteil an wirklich guten Leitungen sei kleiner als beim Schmutzwasser.

Für den Kanalplan gab es immerhin eine staatliche Förderung. Laut VG-Geschäftsleiter Peter Vogt liegt diese bei einem Euro pro laufenden Meter Kanalnetz. Für die eigentliche Sanierung gibt es seinen Angaben nach jedoch keine Zuschüsse.

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