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Der Kreisel könnte so aussehen. Die Bushaltestellen wären südlich davon (braun eingezeichnet).

B23-Kreuzung entschärfen

Rottenbuch: Ein Kreisel soll es richten

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Rottenbuch soll mit einem Kreisel dem B 23-Verkehr Herr werden. Das zumindest empfiehlt ein Verkehrsplaner. Baulich kein Problem - allerdings ist die Finanzierung offen.

Rottenbuch – Das Thema „Verkehr“ beschäftigt die Rottenbucher seit Jahren. Hauptproblem ist die Kreuzung der Staatsstraßen nach Böbing und Steingaden mit der B 23. Auch ein angedachter Supermarkt auf dem Postplatz würde die knifflige Situation dort zusätzlich belasten. Eine Verkehrsstudie soll eine Lösung aufzeigen. Der Rat hatte den Auftrag zum Jahresanfang an das Kaufbeurener Ingenieurbüro Mooser vergeben. Zwei Untersuchungsbereiche gibt es: einerseits der Postplatz-Gestaltung, andererseits die B 23. Rund 15 000 Euro sind dafür angesetzt, allerdings gibt es einen Zuschuss über das IKEK-Verfahren der Städtebauförderung.

Planer Bertram Mooser legte nun im Gemeinderat die Vorplanung für den Bundesstraßen-Knotenpunkt vor. Um den Postplatz ging es danach hinter verschlossener Tür. Ausgangslage: Die B 23 durchschneidet das Klosterdorf. Mooser spricht von einer „absolut trennenden Hauptverkehrsachse“, die allerdings bei ihrem damaligen Bau „der richtige Weg war“. Eine Umfahrung wird es für Rottenbuch wohl kaum geben, dafür „reicht die Verkehrsstärke nicht aus“. Einzige Lösung: Auf der B 23-Trasse im Ort „die Geschwindigkeit rausholen“ – und zwar mit einem Kreisel. „Das wäre hier die richtige Lösung.“

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So soll der Kreisverkehr in Rottenbuch aussehen

Mooser denkt an einen Bau mit 30 Metern Durchmesser. Dazu zwei Fußgängerquerungen mit Fahrbahnteilern und Mittelinseln statt der Unterführung, zwei Bushaltestellen in beide Richtungen im südlichen Bereich sowie beim Postplatz eine neue Zufahrt auf die Bundesstraße. Der Planer verzichtet mit „Bus Caps“ bewusst auf Haltebuchten für den ÖPNV. „Die Busse bleiben auf der Fahrbahn stehen und blockieren den Individualverkehr.“ Allerdings räumt Mooser dadurch einen Nebeneffekt ein: zusätzlichen Lärm auf der Straße. „Jedes Bremsen und Anfahren ist eine Mehrbelastung. Das hält sich aber in Grenzen.“ Durch den Wegfall der Linksabbiegerspur zum Klosterhof entsteht an der B 23 Platz für einen Geh- und Radweg in Richtung Peiting.

Die B23-Kreuzung mit den beiden Zufahrten aus Steingaden (l.) und Böbing (r.) soll entschärft werden.

Mooser ist überzeugt, dass das Vorhaben kein großes Problem sein wird. „Das Straßenbauamt hätte nichts dagegen.“ Allerdings müsste die Gemeinde in die Bresche springen. Mooser: „Der Bund macht es von sich aus nicht.“ Die Arbeiten wären schon im Jahr 2021 möglich, die reinen Baukosten schätzt der Experte auf 300 000 bis 350 000 Euro. Unklar ist die Frage der Förderung. Einen staatlichen Zuschuss gebe es nur, „wenn wir einen verkehrsunsicheren Schwerpunkt haben“. Die Kreuzung gilt jedoch nicht als Unfallschwerpunkt, trotzt tragischer Vorfälle in der Vergangenheit. Zudem braucht es eine ausreichende Zahl an Fahrzeugen täglich – was Rottenbuch durch eine Verkehrszählung nachweisen könnte.

Kreisel an B23-Kreuzung in Rottenbuch: Debatte im Gemeinderat

Für das Vorhaben wären laut Staatlichem Bauamt zwei Baulastträger zuständig: der Bund für die B 23 und der Freistaat für die Staatsstraße. Für beide „gibt es keine Veranlassung, an der Kreuzung etwas zu ändern“, sagt der zuständige Abteilungsleiter Andreas Lenker. Klare Aussage: Wenn sich Rottenbuch entschließt, die Kreuzung umzubauen, „muss die Gemeinde auch die Kosten übernehmen“. Grundsätzlich bestünde von Seiten der Baulastträger „Einverständnis mit einem Umbau der Kreuzung“.

Auf ungeteilte Begeisterung stießen die Kreisel-Pläne im Gemeinderat nicht. Marianne Bonusch warnte davor, dass die „Bus Caps“ zu gefährlich für den Schülertransport seien. Gabriele Eirenschmalz fürchtet Probleme bei den Bustakten. Bürgermeister Markus Bader jedenfalls sieht den Kreisverkehr grundsätzlich positiv – unabhängig von einem Supermarkt-Standort am Postplatz. Die Vorstudie beinhalte zwar keine Details, allerdings seien Pläne „mit den Ämtern und dem RVO abgesprochen“. Letztendlich ginge es nur darum, wer die Kosten trägt. „Wenn die Finanzierung geklärt wurde, ist es schon realistisch“, sagt Bader. Der Rathauschef möchte in der Juni-Sitzung einen Grundsatzbeschluss im Gemeinderat, „dass man tatsächlich diese Lösung will.“ Dann müssten die Zuschussmöglichkeiten geklärt werden – auch, ob es über die Städtebauförderung geht.

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