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Haushalt beschlossen

Rottenbuch: Der finanzielle Spielraum wird enger

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Der Gemeinde Rottenbuch stehen in nächster Zeit große Brocken bevor. Das macht sich im Haushalt bemerkbar. Trotz Corona-Krise rechnet man heuer mit guten Steuereinnahmen. Doch der finanzielle Spielraum wird enger.

Rottenbuch – Für Kämmerer ist es derzeit keine leicht Aufgabe. Sie müssen angesichts der Corona-Pandemie einen Haushalt erstellen, der unkalkulierbare Entwicklungen berücksichtigt. Was auch für Rottenbuch gilt. VG-Kämmerer Peter Vogt legte nun das Finanzpaket für 2020 vor – in der Gesamtsumme unter dem Vorjahresergebnis, was landläufig nicht die Regel ist. Der Gemeinderat segnete den Haushalt einstimmig.

Strategie der Verwaltung: Die allgemeine Krisensituation möglichst ausblenden, um überhaupt eine Grundlage für das weitere Handeln zu schaffen. Man habe die Zahlen so berechnet, „als wenn es Corona nicht gebe“, erklärte Bürgermeister Markus Bader (Freie Wählergemeinschaft) und sprach von einem „ganz normalen Haushalt“.

Ein Haushalt, der von vielen Investitionen gekennzeichnet ist. Da findet sich der Rathauslift (130 000 Euro) genauso die Umgestaltung des Schönberger Dorfplatzes (100 000 Euro), die letzten Zahlungen für die Breitbanderschließung (333 000 Euro), ein neuer Gemeindebulldog (237 000 Euro) sowie die 100 000 Euro, die für die Planung der neuen Rottenbucher Wasserversorgung samt Hochbehälter und Leitungsnetz vorsorglich bereitgestellt werden.

Wobei, so ganz wollte der Kämmerer auf der Habenseite die Coronakrise nicht außer Acht lassen. „Die Einnahmen sind schon ein bisserl vorsichtiger geschätzt“, sagte Vogt. Zum Beispiel bei der Gewerbesteuer: Der Ansatz wurde dann doch lieber niedriger als das Vorjahresergebnis angesetzt. Bei der Einkommensteuer spürt man heuer die Krise noch nicht, der Ansatz liegt nach staatlicher Steuerschätzung auf 2019er Niveau. Allerdings geht der schöne Batzen Geld gleich wieder „eins zu eins“ für die Kreisumlage drauf, wie der Kämmerer bedauernd klarstellte. Wenigstens werden die letzten Zuschüsse (620 000 Euro) von Bund und Freistaat für den umfangreichen Breitbandausbau erwartet.

Bürgermeister warnt vor Auswirkungen der Corona-Krise

Bei aller Zufriedenheit über einen stabilen Haushalt – mit einer kräftig aufgestockten Rücklage – gab der Bürgermeister zu bedenken, dass Corona seine Auswirkungen haben wird. Bader: „Das wird sich erst in nächstes Jahr so richtig bemerkbar machen.“ Trotzdem kann die Gemeinde nicht heuer auf die Ausgabenbremse treten, war zu hören. Manche Projekte müssten umgesetzt werden. „Da hängt die Förderung dran.“

Noch gar nicht bekannt ist aber, wie es mit den Megaprojekten Umbau B 23-Kreuzung, Postplatz und Supermarkt sowie Neubau von Feuerwehrhaus und Bauhof weiter geht. Vor allem nicht, wie die Förderungen aussehen. Man sollte als Gemeinde alles „Schritt für Schritt angehen“, hatte Kämmerer Vogt in seinem Bericht die Gemeinderäte ermahnt. Man dürfe „den gemeindlichen Finanzspielraum, auch speziell mit der Coronakrise, nicht außer Acht lassen“ – „dieser wird die nächsten Jahre voraussichtlich enger werden.“

Sein Finanzplan sieht angesichts drohender Einbußen deshalb für die kommenden zwei Jahre eine kräftige Entnahme aus den Rücklagen vor. Ende 2022 soll Rottenbuch lediglich noch knapp 93 000 Euro im Sparstrumpf haben. Allerdings will man bis dahin weiter die Schulden abgebaut haben. Und ab 2023 soll es wieder besser werden.

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