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Verkehrsproblem Kreuzung: Ein Kreisel soll den B 23- Knoten im Dorf entschärfen.

Verkehrsprojekt

Rottenbuch hofft auf Zuschüsse für Kreisel an der Bundesstraße - Bauamt ist skeptisch

Verkehrsprobleme beschäftigten den Rottenbucher Gemeinderat auch in seiner jüngsten Sitzung wieder. Ob es jedoch, wie grundsätzlich beschlossen, an der B 23-Hauptkreuzung einen großen Kreisel geben wird, ist fraglich.

Rottenbuch Abteilungsleiter Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt Weilheim zeigte sich in der Diskussion skeptisch, ob der geplante Kreisverkehr tatsächlich eine gute Lösung sei, zumal er viel Fläche verbrauche. Zum einen wäre er mit 700.000 Euro zehnmal so teuer wie eine Ampelanlage und müsste hauptsächlich von der Gemeinde finanziert werden, zum anderen ist ein Kreisel laut Lenker nicht besonders sicher für Fußgänger und Radfahrer. „Wenn er kleiner als 40 Meter ist, besteht die Gefahr, dass Autos mit hohem Tempo einfach durchstechen“, gab Lenker zu bedenken. Gerade das will die Gemeinde aber vermeiden und den Verkehr abbremsen.

Für eine Umfahrung reicht Verkehrsaufkommen nicht aus

Das Thema beschäftigt die Ratsmitglieder schon seit Jahren. Hauptproblem ist die Kreuzung der Staatsstraßen nach Böbing und Steingaden mit der B 23. Auch ein angedachter Supermarkt auf dem Postplatz würde die knifflige Situation dort zusätzlich belasten. Eine Umfahrung werde es für Rottenbuch wohl kaum geben, sagte Lenker, „dafür reicht die Verkehrsstärke nicht aus“. Einzige Lösung: Auf der B 23-Trasse im Ort die Geschwindigkeit herausnehmen.

Für einen Kreisverkehr hatte sich der Gemeinderat grundsätzlich ausgesprochen und ist nun auf der Suche nach Zuschussgebern. Bürgermeister Markus Bader denkt an Mittel aus der Städtebauförderung, an der die Gemeinde partizipiert.

Ein kritisches Thema sind aber die geplanten neuen Bushaltestellen. Der Planer möchte auf sie verzichten und den ÖPNV lieber mit sogenannten „Bus Caps“ auf der Bundesstraße anhalten. Davon ist nicht jeder Gemeinderat begeistert; Kritiker verweisen auf die Sicherheit gerade der Schulkinder beim Ein- und Aussteigen sowie auf mögliche Staus.

„Es geht nicht nur um den Kreisel, sondern insgesamt um eine städtebauliche Verbesserung“, sagte Bader. Eine konkretere Planung soll nun die Basis für eine Entscheidung bilden, die wohl erst der neue Gemeinderat nach den Kommunalwahlen fällen wird.

Kein Farbasphalt für Ortsdurchfahrt

In der Sitzung präsentierte der Vertreter des Bauamts mehrere Farbmuster für die Staatsstraße 2058; sie führt durch das Rottenbucher Klosterensemble und ist in keinem guten Zustand. Das betrifft den Bereich zwischen Torbogen und Ortsausgang in Richtung Böbing: Die Fahrbahn ist zum Teil deutlich abgesunken, zwischen einzelnen Pflastersteinen klaffen große Lücken. 

Das Staatliche Bauamt Weilheim als Baulastträger favorisiert aus mehreren Gründen eine Asphaltierung, die rund 100 000 Euro kosten würde. „Denn Pflaster ist sehr laut und schwierig zu pflegen, wenn das Wasser drin steht“, gab Lenker zu bedenken. Sollte wieder Pflaster verwendet werden, müsste das die Gemeinde bezahlen. Nach kurzer Diskussion beschlossen die Räte einstimmig, auf Farbasphalt zu verzichten.

VON PETER STÖBICH

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