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Regens Wagner-Gesamtleiter Achim Gerbig begutachtet das Werk der Zimmerer, die unter dem Wetterschutzdach das neue Gebälk montieren.

Wiederaufbau geht voran

Nach Brandkatastrophe im Rottenbucher Kloster: Bräuhaus bekommt neuen Dachstuhl

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Gut eineinhalb Jahre nach dem Großbrand im Kloster Rottenbuch schreiten die Wiederaufbauarbeiten voran. Seit April wird der Dachstuhl des historischen Bräuhauses, der komplett den Flammen zum Opfer gefallen war, neu errichtet. Auch im Inneren des Gebäudes herrscht Hochbetrieb.

Rottenbuch – Es ist der Abend des 18. September 2018, als die Katastrophe ihren Lauf nimmt. Im Dachstuhl des historischen Bräuhauses im Rottenbucher Kloster bricht ein Feuer aus, die Flammen arbeiten sich rasend schnell durch das historische Gebälk. Stundenlang kämpft ein Großaufgebot der Feuerwehren gegen den Brand an. Dank des unermüdlichen Einsatzes gelingt es, das Gebäude bis auf das oberste Stockwerk zu retten.

Die riesige Menge an Löschwasser hatte freilich auch darunter ihre Spuren hinterlassen. Egentlich sollten noch im gleichen Jahr die Fachakademie für Sozialpädagogik und die Berufsfachschule für Kinderpflege ihre frisch sanierten Räume im Bräuhaus beziehen, der millionenschwere Umbau war so gut wie abgeschlossen. Stattdessen musste die Sanierung quasi von vorne beginnen.

Gut eineinhalb Jahre sind seitdem vergangen, noch immer ist das Bräuhaus eine riesige Baustelle. Doch es geht voran, Schritt um Schritt. „Wir liegen trotz Corona voll im Zeitplan“, sagt Regens Wagner-Gesamtleiter Achim Gerbig zufrieden. Das will durchaus etwas heißen, denn erst seit Dezember läuft die eigentliche Phase des Wiederaufbaus. Die Trocknungsarbeiten hatten sich länger hingezogen als erwartet. Manche der bis zu einem Meter dicken Wände seien im Inneren nach wie vor feucht. „Bis das Gebäude komplett trocken ist, dauert es sicher noch vier bis fünf Jahre“, schätzt der Gesamtleiter. Weil durch die Feuchtigkeit die Statik an manchen Stellen nicht mehr gegeben war, musste das Mauerwerk in diesen Fällen mit Beton verstärkt werden, was zusätzlichen Aufwand bedeutete.

Präzisionsarbeit: Per Kran gelangen die Balken für den neuen Dachstuhl durch Öffnungen im Wetterschutzdach.

Im Herbst wurden laut Gerbig die Brandschutzmauer im Dachgeschoss und der große Heizkamin neu aufgebaut. Zuvor war in den Sommermonaten ein riesiges Gerüstdach über dem westlichen Gebäudeteil errichtet worden, um in der kalten Jahreszeit geschützt vor der Witterung weiterarbeiten zu können.

Seit April wird in diesem Bereich der neue Dachstuhl montiert. Per Kran gelangen die schweren Balken durch Öffnungen im Wetterschutzdach an Ort und Stelle. Im Dachgeschoss sollen später Fach- und Werkräume für die Akademie und darüber die Technik Platz finden. Wenn alles glatt geht, ist ab Juli die Ostseite an der Reihe. Auch hier muss man erst das Notdach zurückbauen, ehe das neue Gebälk errichtet werden kann.

Anfang 2022 soll alles fertig sein

Auch im Inneren hat der Wiederaufbau begonnen, nachdem wegen der Schäden durch das Löschwasser quasi das Gebäude komplett hatte entkernt werden müssen. Seit Februar seien die Elektriker dabei, neue Leitungen zu verlegen, berichtet Gerbig. Im April habe der Heizungsbauer seine Arbeit aufgenommen. Im Juli soll mit dem Innenputz begonnen werden.

Hält der Bauzeitenplan, kann das Bräuhaus zum Jahreswechsel 2021/2022 endlich bezogen werden – drei Jahre später als ursprünglich geplant. Die Kosten des Wiederaufbaus kann der Gesamtleiter zu diesem Zeitpunkt noch nicht beziffern. Ursprünglich war die Gesamtinvestition einmal mit rund zwölf Millionen Euro veranschlagt gewesen. Ob diese Summe angesichts der Baupreisentwicklung ausreicht, ist fraglich.

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