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Auf dem Dorfplatz in Schönberg stehen bislang diverse Spielgeräte. Die Bewohner des Ortsteils wünschen einen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft.

Städtebauförderung

Neuer Dorfplatz für Schönberg: Keine Lust auf Wettbewerb

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Schönberg bekommt mit der Städtebauförderung einen neuen Dorfplatz. Der Weg zur Planung ist aber im Gemeinderat umstritten: Ein Architektenwettbewerb wird abgelehnt. Es gibt bereits ein Konzept, heißt es.

Rottenbuch– Die Entscheidung war in der Juni-Sitzung einstimmig gefallen: Rottenbuchs Gemeinderäte beschlossen, dass die Sanierung des Dorfplatzes in Schönberg über die Städtebauförderung laufen soll. Damit war die Dorferneuerung offiziell vom Tisch (wir berichteten). Die Gemeinde holt sich für die Umgestaltung des Dorf-Treffpunkts Zuschüsse aus dem Programm „Kleine Städte und Gemeinen“ ab. Doch dafür sind bestimmte Regularien der Regierung von Oberbayern einzuhalten. Dazu gehört deren Wunsch nach einem Architektenwettbewerb samt Bürgerbeteiligung für die Planung. Doch damit konnten sich die Räte überhaupt nicht anfreunden – sie lehnten in der jüngsten Sitzung eine „Mehrfachbeauftragung“, wie es offiziell heißt, rundweg ab.

Rathauschef Markus Bader (Freie Wählergemeinschaft Rottenbuch-Schönberg) will das Planverfahren schnell voranbringen. Der Dorfplatz soll spätestens 2021 fertig sein – für dieses Jahr erwartet man viele Gäste aus Deutschland und den Nachbarländern zum Schönberg-Festival. Die Regierung hatte angeregt, dass sich die Kommune ein Fachbüro für die Betreuung sucht, dieses würde Landschaftsarchitekten für einen Wettbewerb anschreiben. Letztendlich sollten drei Büros ihre Konzepte erarbeiten, inklusive öffentlicher Planungswerkstatt. Der Gemeinderat müsste dann den Sieger küren.

Neuer Dorfplatz für Schönberg: Wettbewerb wird abgelehnt

Doch der Wettbewerb fiel nicht auf fruchtbaren Boden. Vor allem Stefan Häußrer (Freie Wählergemeinschaft Rottenbuch-Schönberg) lehnte das Vorgehen ab. „Wir haben ein ausgearbeitetes Konzept“, sagte er. Bereits im Februar 2017 hatte das Irseer Büro Hoffmann & Dietz einen Dorfplatz-Plan vorgelegt, erarbeitet mit dem Schönberger Dorferneuerungs-Arbeitskreis. Der Entwurf sieht unter anderem einen Kiesplatz, ein Soccerfeld, eine Seilbahn sowie ein Podest für Veranstaltungen vor.

Diesen Entwurf hatte der Dorferneuerungs-AK mit den Architekten erarbeitet – samt Soccerplatz (rechts) und Raum für Veranstaltungen (Mitte).

Am Ende fiel der Wettbewerb mit deutlicher Mehrheit durch, lediglich der Bürgermeister hob die Hand. Bader klärt jetzt mit der Regierung von Oberbayern ab, ob es auch ohne geht. Tenor im Rat: Zur Not wolle man auf Fördermittel für die Planung verzichten. Bei den Baukosten sieht der Rathauschef allerdings keinen Spielraum. „Da brauchen wir einen Zuschuss“, mahnte er. Bader will den Gemeinderat noch vor der Sommerpause über seine Gespräche in München informieren.

Schönberg: Künftiges Fördergebiet festgelegt

Keine Probleme hatte das Gremium dagegen mit der Festlegung des künftigen Fördergebiets in Schönberg. Dies ist formale Voraussetzung für die Städtebauförderung. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, ein Areal entlang der ortsbildprägenden Dorfstraße – mit Feuerwehrhaus, Kirche und Pfarrhof sowie den alten Hofstellen im Westen und Süden des historischen Ortskerns – aufzunehmen. Der Rest von Schönberg bleibt außen vor. „Das Fördergebiet sollte man da machen, wo es einen städtebaulichen Missstand gibt“, so VG-Geschäftsleiter Peter Vogt. Im Programm sind nur gemeindliche Projekte vorgesehen. Sollte die Kommune später ein Fassadenprogramm wie in Rottenbuch auflegen, könnten auch private Vorhaben unterstützt werden.

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