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Segen für das neue Fahrzeug: Diakon Martin Mylius (links) und Pfarrer Dirk Wollenweber spendeten diesen vor der Rottenbucher Pfarrkirche. 

Festakt in Rottenbuch

Neues Fahrzeug für den Katastrophenschutz eingeweiht - Wahl des Feier-Orts hat tragischen Hintergrund

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Der Katastrophenschutz im Landkreis Weilheim-Schongau hat ein neues Fahrzeug. Es stellt bei Großeinsätzen die Kommunikation sicher. Jetzt war Einweihung in Rottenbuch – und die Wahl des Ortes hatte einen tragischen Grund.

Landkreis/Rottenbuch– Der Landkreis Weilheim-Schongau zählt 34 Kommunen und fast 135 000 Einwohner. Vor allem mit Ammer, Lech und Loisach gleich drei Flüsse, was immer eine Hochwassergefahr bedeutet. Der Katastrophenschutz arbeitet bei schweren Unwetterlagen gleich mit mehreren örtlichen Einsatzleitungen der diversen Hilfsorganisationen zusammen. Die Kommunikation muss funktionieren. Aus diesem Grund rüstet der Landkreis auf: Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) hat einen zweiten Einsatzleitwagen bekommen. Insgesamt umfasst die Katastrophenschutz-Flotte am Landratsamt jetzt vier Fahrzeuge.

Erste Bewährungsprobe bereits bestanden

Die Kosten lagen laut dem zuständigen Sachbearbeiter Walter Weber bei 297 000 Euro. Allerdings schoss der Freistaat immerhin 100 000 Euro Förderung dazu. Auslieferung war bereits im Juni 2018, das Fahrzeug wurde nun in Rottenbuch nachträglich eingeweiht. Stationiert ist der Wagen zwar am Landratsamt in Weilheim, aber der Ort der Feier war nicht ohne Grund gewählt: Das 220 PS starke Gefährt hatte beimverheerenden Rottenbucher Klosterbrand im September 2018 seine erste Bewährungsprobe gehabt.

Davon war bei der Einweihung ebenso die Rede wie von der Bedeutung der Tätigkeit der Blaulichtorganisationen. Meistens ehrenamtlich, wie bei den 28 Aktiven in der UG-ÖEL, wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß betonte. Sie alle rücken aus, wenn Alarm ist. Oftmals bis über die Grenzen der eigenen Kräfte, erklärte der evangelische Pfarrer Dirk Wollenweber beim Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Aber immer mit himmlischem Beistand: „Wir können darauf vertrauen, dass Gott bei unseren Einsätzen immer schon da ist“, sagte Wollenweber, der selbst als Notfallseelsorger aktiv ist.

Bis der neue Einsatzleitwagen ausgeliefert wurde, hatte es gedauert. Circa zwei Jahre Planung folgten nach dem Kreisausschuss-Beschluss 2016. Weber: „Da steckt ganz viel Mühe und Technik drin.“ Das MAN-Fahrgestell baute die Soyer Firma Gaidobler auf. Im Inneren finden sich fünf Plätze, dazu eine umfangreiche Ausstattung von Digitalfunk, Faxgerät, Satellitenschüssel für Internet und TV bis zu Stromerzeuger und Lichtmast.

„Das Fahrzeug ist schon etwas Besonderes“, bekräftigte Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta. Er mahnte jedoch an, dass sich der Landkreis beim Katastrophenschutz nicht ausruhen dürfe. „Wir werden weiterhin Geld in die Hand nehmen müssen.“

Dickes Lob von der Landrätin

Von der Landrätin gab es ein dickes Lob für die freiwilligen Helfer, zu deren Unterstützung das Fahrzeug anrückt. „Man kann sich immer auf Euch verlassen“, sagte Jochner-Weiß. Für die Einsätze segneten Pfarrer Wollenweber und der katholische Diakon Martin Mylius das neue Fahrzeug. „Der Segen gilt immer dem Menschen“, sprach Mylius mit Blick auf die überreichte Christopherus-Medaille. „Das hat nichts mit Magie und Hokuspokus zu tun.“ 

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