Stellten die neue Ausbildung vor: (v.l.) Edith Richter-Schindele (stellvertretende Schulleiterin), Stefan Eblenkamp (Schulleiter) und Achim Gerbig (Gesamtleiter Regens Wagner Rottenbuch).
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Stellten die neue Ausbildung vor: (v.l.) Edith Richter-Schindele (stellvertretende Schulleiterin), Stefan Eblenkamp (Schulleiter) und Achim Gerbig (Gesamtleiter Regens Wagner Rottenbuch).

Modell-Projekt bei Regens Wagner

„Pädagogische Fachkraft für Grundschulkindbetreuung“: 2021 startet neuer Ausbildungszweig in Rottenbuch

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Auf die Arbeit mit Sechs- bis Zehnjährigen können sich Interessierte ab 2021 in Rottenbuch vorbereiten lassen. „Regens Wagner“ bietet dann einen Ausbildungszweig an, der innerhalb von zwei Jahren zur Fachkraft qualifiziert. Das Angebot richtet sich an jene, die beruflich neu Fuß fassen wollen.

  • Beim neuen Ausbildungsangebot handelt es sich um ein Modell-Projekt.
  • Die Ausbildung zur „Pädagogischen Fachkraft für Grundschulkindbetreuung“ dauert zwei Jahre.
  • Im September 2021 soll die erste Klasse starten.

Rottenbuch – Der Großbrand im Jahr 2018, die Corona-Krise heuer – beides geht auch an der Fachakademie von „Regens Wagner Rottenbuch“ nicht spurlos vorbei. Trotz der aktuellen Herausforderungen denken die Verantwortlichen aber auch an die Zukunft. Zum Schuljahr 2021/22 wird es ein weiteres Ausbildungsangebot geben. Dann können sich Interessierte in zwei Jahren zur „Pädagogischen Fachkraft für Grundschulkindbetreuung“ ausbilden lassen – dabei dreht sich alles um die Arbeit mit Sechs- bis Zehnjährigen. Die Bewerbungen sind jetzt bereits möglich.

Ziel ist es, dass im September 2021 eine Klasse mit 16 bis 32 Schülern starten kann. Darüber informierten Schulleiter Stefan Eblenkamp, seine Stellvertreterin Edith Richter-Schindele und der Rottenbucher Gesamtleiter, Achim Gerbig, bei einer Pressekonferenz.

Notwendig sei der neue Ausbildungszweig, weil der Mangel an Erziehern mittlerweile „gravierend“ sei, wie Eblenkamp sagt. „Die Lücke wird größer, weil Aufgaben hinzukommen.“ So haben Eltern ab dem Jahr 2025 einen gesetzlichen Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung in Grundschulen – das Personal dafür fehlt aber. Mit der verkürzten Ausbildung für die Grundschulkindbetreuung „hoffen wir, dass wir den Bedarf besser versorgen und entstehende Arbeitsplätze abgedeckt werden können“, sagt der Schulleiter. Und das mit qualifizierten Fachkräften, die ausgebildet sind für die Hausaufgabenbetreuung und die freizeitpädagogische Gestaltung der Nachmittage.

Gutes Angebot für die Region

„Ziel ist eine Qualitätssteigerung in diesem Bereich“, sagt Stellvertreterin Richter-Schindele. Und Schulleiter Eblenkamp ist überzeugt: „Es wird für die Region ein sehr gutes Angebot sein.“ Für diejenigen, die sich beruflich verändern oder weiterbilden wollen – und für diejenigen, die händeringend nach ausgebildetem Personal suchen.

Voraussetzung für die Ausbildung ist ein mittlerer Bildungsabschluss sowie eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung oder ein Studienabschluss. „Zielgruppe sind nicht die jungen Absolventen der Realschule“, betont Eblenkamp. Vielmehr sei das Angebot interessant für Quereinsteiger, Umschüler oder jene, die nach längerer Auszeit zurück ins Berufsleben wollen. Außerdem könnten sich Helfer, die schon bei einer Mittagsbetreuung mit anpacken, fachlich ausbilden und danach auf Tarifbasis anstellen lassen.

Das erste Jahr findet in der Schule statt, 36 Wochenstunden sind vorgesehen. Zur finanziellen Überbrückung könne Meister-Bafög beantragt werden.

Einsatz als Fachkraft in Horten, Grundschulen und Kitas

Im zweiten Jahr machen die Schüler Praktika und werden dafür vergütet. „Dann gibt es nur noch einzelne Seminartage“, erklärt Richter-Schindele. Am Ende der Ausbildung können die Schüler zum Beispiel als Fachkraft in Horten, Grundschulen und Kindertagesstätten, die Sechs- bis Zehnjährige betreuen, arbeiten.

Beim neuen Ausbildungsangebot handelt es sich um ein Modell-Projekt. Bisher beteiligen sich neben der Rottenbucher Schule acht weitere Einrichtungen im Freistaat – manchen fehlt der Platz für eine weitere Klasse, anderen mangelt’s an Lehrkräften. Doch „Regens Wagner“ hat spätestens, wenn das neue Gebäude fertig ist, ausreichend Räume zur Verfügung. Das soll Weihnachten 2021 der Fall sein.

„Bis dahin können wir gut überbrücken“, ist Richter-Schindele überzeugt. Zudem haben bereits Lehrer angekündigt, ihre Stunden aufzustocken und Unterricht in der neuen Klasse geben zu wollen, für die aus Verwaltungsgründen extra eine eigene Fachschule unter dem Dach von „Regens Wagner“ gegründet wird. „Das bewährte Team der Fachakademie bildet auch an der Fachschule aus“, sagt Eblenkamp. Bei Bedarf werde aber auch neues Personal angestellt.

Weitere Informationen zu der Ausbildung und der Bewerbung bei Regens Wagner gibt es im Internet unter www.faks-rottenbuch.de und telefonisch unter 08867/9112-22.

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