Polizeikontrolle eskaliert: Mann liefert sich Verfolgungsjagd mit Beamten

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Sie haben die Unterschriftenaktion gestartet: (v.l.) Reinhard Beck, Georg Schwaiger und Albrecht Bögle entwarfen die Listen und warnen im Text vor den Folgen einer S upermarkt-Ansiedlung für das Dorf.

Protest in Rottenbuch

Unterschriften gegen Supermarkt

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Der geplante neue Supermarkt in der Gemeinde Rottenbuch stößt im Dorf auch auf Kritik. Drei heimische Geschäftsleute sammeln Unterschriften gegen das Vorhaben. Sie fürchten um die dörfliche Struktur und die Ortsansicht des Klosterdorfs. Ihr Ziel: Der Gemeinderat soll noch mal über die Edeka-Ansiedlung beraten.

Rottenbuch– Es war ein Paukenschlag am 3. April in der Rottenbucher Bürgerversammlung: Rathauschef Markus Bader verkündete, dass die Gemeinde das Gärtnereigelände von privat erworben hatte – und dass auf dem Areal ein Edeka-Vollsortimenter sowie die Feuerwehr und der Bauhof angesiedelt werden. Dies hatte der Gemeinderat zuvor hinter verschlossener Tür beschlossen.

Während bei der Bürgerversammlung nicht groß diskutiert wurde, machte das Thema in den folgenden Wochen im Klosterdorf die Runde. Vor allem die heimischen Geschäftswelt fürchtet um ihre Existenz. Drei Inhaber machen jetzt mobil gegen die Handels-Konkurrenz. Albrecht Bögle (Nah & Gut-Markt), Georg Schwaiger (Getränkemarkt) und Reinhard Beck (Postfiliale, Totto-Lotto und Andenken) haben am Dienstag eine Unterschriftenaktion gestartet. Sie ersuchen die Bürger – Rottenbucher und aus der Umgebung – um Unterstützung. Das Trio bittet den Gemeinderat, seine Entscheidung „nochmals intensiv zu überlegen“ und erneut über die Supermarkt-Ansiedlung zu beraten – so heißt es im Text. Die Initiatoren sind der Meinung, dass ein Vollsortimenter die dörfliche Struktur und das Ortsbild massiv stört. Das Gärtnereigelände liegt neben der B 23, zwischen Sportgelände und Fohlenhofwiese, mit Blick auf das historische Klosterensemble. „Das ist ein markanter Platz“, mahnt Reinhard Beck. Die drei Geschäftsinhaber, allesamt langjährig in Rottenbuch verwurzelt, warnen: Familienbetriebe würden gegen einen Großkonzern ausgespielt, „die Existenz der ortsansässigen Einzelhändler vernichtet“ und eine Verödung der Dorfmitte „bewusst vorangetrieben“. Überhaupt sei der Bedarf an einem Supermarkt angesichts des Angebots in Peiting, Saulgrub und Steingaden nicht vorhanden.

Das Trio hat sich bewusst für diesen Schritt entschieden

Es will die Diskussion im Dorf anstoßen, die Bürger sollen Stellung nehmen können. „Weil die Öffentlichkeit nicht gegeben war“, spielt Albrecht Bögle auf die nicht-öffentlichen Beschlüsse des Gemeinderats an. „Wir wollen dass nicht so hinnehmen“, ergänzt Georg Schwaiger. „Es geht um unsere Existenz.“

Die Geschäftsleute berichten von einer guten Resonanz auf ihre seit Dienstag laufende Aktion. Allein an einem Vormittag zählte Bögle bei sich im Laden circa 20 Unterschriften. Mindestens drei Wochen soll es laufen. Dann wollen sie die Unterschriften an Bürgermeister Markus Bader übergeben. Und hoffen auf ein Umdenken im Gemeinderat. Was ja keine Schande wäre, wie Bögle betont: „Es ist das Recht eines Jeden, dass er seine Meinung noch mal überdenkt.“

Sollte das nicht fruchten, steht ein ureigenes basisdemokratisches Element im Raum. Das Wort „Bürgerbegehren“ macht schon in Rottenbuch die Runde. Konkret festlegen will sich das Trio aber nicht. Dafür sei es noch zu früh, heißt es. Vorstellen können sich die Geschäftsleute diesen Schritt aber – vor allem, wenn sie viel Unterstützung bei ihrer Unterschriftensammlung erhalten. „Das ist dann schon ein Signal“, sagt denn auch Georg Schwaiger.

Die Listen

liegen aus in den drei Geschäften von Albrecht Bögle (Nah & Gut), Georg Schwaiger (Getränkemarkt) und Reinhard Beck (Postfiliale–Geschenkartikel). Die Initiatoren informieren dort gern über ihr Anliegen.

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