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Schnellere Verfahren gegen strafverdächtige Beamte

Gefährliche Körperverletzung

Schlag mit Bierflasche gegen die Brust

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Mit 1,8 Promille im Blut schlug ein 21-jähriger Asylbewerber vergangenen Jahres in Rottenbuch einen Security-Mitarbeiter mit einer Bierflasche. Nun stand der junge Mann aus Sierra Leone wegen gefährlicher Körperverletzung in Weilheim vor Gericht.

Rottenbuch – Warum genau die Situation vor der Asylbewerberunterkunft in Rottenbuch im Sommer vergangenen Jahres eskalierte, kann der 21-jährige Angeklagte vor Gericht selbst nicht so recht erklären. Stress und Sorge um die kranke Mutter, die in Sierra Leone zurückgeblieben war, hätten dazu geführt, dass er mit Freunden feiern gegangen sei, um sich abzulenken, übersetzt seine Dolmetscherin für ihn.

Wieder auf dem Gelände der Asylbewerberunterkunft angekommen, nahm der Abend im August 2018 gegen 1.50 Uhr ein unschönes Ende. Mit 1,8 Promille schlug der junge Mann einem Security-Mitarbeiter eine Bierflasche gegen die Brust. Ein weiterer Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurde am Hals verletzt. Wegen gefährlicher Körperverletzung muss der 21-Jährige sich deshalb nun vor dem Weilheimer Amtsgericht verantworten.

Auf die Frage von Richterin Claudia von Hirschfeld, wie viel Alkohol der Angeklagte an besagtem Abend konsumiert habe, bekam sie „drei oder vier Bier und etwas Wein“ als Antwort. Genau könne er sich nicht mehr erinnern. „1,8 Promille – das ist ganz schön viel“, stellt die Richterin fest. Trotz Alkoholverbotes auf dem Gelände hatte der Angeklagte eine offene Bierflasche mitgebracht. Angeblich hätte einer der Security-Mitarbeiter gegen die Flasche geschlagen, als er sie zum Mund führen wollte. Das Bier sei über sein Gesicht und seine Kleidung gelaufen. Danach geriet die Situation außer Kontrolle.

Die beiden als Zeugen geladenen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes beschreiben den Vorfall etwas anders. Auch ihnen fällt es schwer, sich an alle Details zu erinnern. Doch provoziert hätten sie den Angeklagten nicht, gibt einer von ihnen an. „Wir mussten ihm Handschellen anlegen“, sagt er.

Polizeibeamtin sagt als Zeugin aus

Als Zeugin sagt auch eine Polizeibeamtin aus, die zur Unterkunft gerufen wurde. „Als ich ankam, lag der Angeklagte weinend am Boden. Er wurde dann aber auch aggressiv“, sagt sie. Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hätten auf sie einen gelassenen Eindruck gemacht. „Ich glaube, die haben dort tagtäglich mit so etwas zu tun“, so die Polizistin.

Was genau vorgefallen ist, können die Beteiligten nicht mehr bis ins Detail rekonstruieren. Daran, ob der Angeklagte mit der Flasche oder mit der Hand gegen den Hals des Security-Mitarbeiters geschlagen habe, erinnert sich niemand. Fest steht nach den Aussagen jedoch, dass die Mitarbeiter keine ernsten Verletzungen von dem Angriff getragen haben – und dass der Angeklagte weder vor noch nach dem Vorfall noch einmal auffällig wurde. Richterin von Hirschfeld mindert den Tatbestand deshalb in „vorsätzliche einfache Körperverletzung“.

Sie verurteilt den 21-Jährigen nach Jugendstrafrecht zu Freizeitarrest, der an einem Wochenende abzuleisten ist sowie zu drei Terminen Alkoholberatung, um die er sich selbst kümmern muss. „Der Angeklagte ist strafrechtlich zuvor noch nie in Erscheinung getreten. In der Einrichtung verhält er sich unauffällig. Aber in der Tatnacht hat er sich sehr aggressiv gezeigt“, begründet die Richterin das Urteil.

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