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Die Bewertungskommission im Wasserhaus. Dort beziehen die Schönberger ihr Trinkwasser.

Erfolgreich  beim Wettbewerb

Schönberg – ein Dorf mit Zukunft

Mitmachen, dabei sein, gewinnen – unter diesem Motto ist das knapp 400 Einwohner zählende Schönberg (Gemeinde Rottenbuch) beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ angetreten – und hat ebenso wie Huglfing die nächste Runde auf Bezirksebene erreicht.

Schönberg – Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In zwei Jahren steht das kleine Schönberg groß im Mittelpunkt. Es richtet das 7. Internationale Schönberg-Treffen aus. 15 Orte aus mehreren Ländern – alle mit der Ortsbezeichnung Schönberg – sind im Rottenbucher Schönberg zu Gast. Das wird groß gefeiert. „Ein Riesending für uns“, sagt der Rottenbucher Bürgermeister Markus Bader. Er weiß, auf seine Schönberger kann er sich verlassen. Sie haben schon oft bewiesen, zu was sie zu leisten im Stande sind. Wenn es um die Zukunft des Dorfes geht, dann halten alle zusammen. Davon hat sich am Donnerstag die siebenköpfige Bewertungskommission unter Führung von Heike Grosser, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, vor Ort ein Bild verschaffen können.

Der Bewertungskommission gehörten an: Inge Dürrenberger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Böbings Bürgermeister Peter Erhard, Kreisbaumeister Horst Nadler, Matthias Hett (Fachlicher Naturschutz), Vorstand Leonhard Reßler vom Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege sowie Marina Saur (sie absolviert derzeit ein Praxissemester im Studiengang Umweltsicherung).

Einen Treff für Vereine geschaffen

Warum hat das kleine Schönberg Zukunft? Was hat es zu bieten? Die Dorfwirtschaft am Kirchplatz („Eine bärige Wirtschaft“) ist zwar Ende 2012 zugemacht worden, aber damit wollten sich die Schönberger nicht abfinden. Sepp Lindauer, 24 Jahre lang Schützenmeister, hat damals alle Vereinsvorstände zusammengetrommelt, sich mit dem Wirt zusammengesetzt, und da hat man sich dahingehend geeinigt, dass die sechs Schönberger Vereine die Gasträume im Wirtshaus pachten – sozusagen für einen Vereinetreff, „damit das Dorfleben in Schönberg weitergeht“, sagt Sepp Lindauer. Die Ortsvereine teilen sich die Arbeit. Jetzt werden dort wieder Versammlungen abgehalten, Hochzeiten und Geburtstage gefeiert, und man trifft sich auch zum Leichenschmaus. „Das läuft super, die Gemeinde zahlt die halbe Pacht“, ergänzt Lindauer.

Im Baugebiet Wassereggart in Schönberg. Dort  haben Einheimische einen Bauplatz bekommen.

Ein beliebter Treffpunkt in Schönberg ist auch der Dorfplatz, der in erster Linie ein Spielplatz für die Kinder und Jugendlichen ist. Davon hat sich die Bewertungskommission bei ihrem Rundgang durch das Dorf überzeugt.

Nächste Station war das Wasserhaus, das die Schönberger vor elf Jahren in Eigeninitiative erstellt haben. Vier Edelstahlbehälter sind dort mit 280 Kubikmeter Wasser gefüllt. „Der Betrieb funktioniert störungsfrei“, sagt Vitus Gansler (seit 1996 im Gemeinderat).

Recht angetan zeigte sich die Bewertungskommission vom Baugebiet Wassereggart. Dort sind einst 20 Bauparzellen an die Nicht-Hoferben aus Schönberg verteilt worden. „Wir wollen die junge Leute ja im Ort halten“, sagt Bürgermeister Markus Bader.

Rundum  eine schöne Aussicht

„Wir haben in Schönberg rundum eine schöne Aussicht“, erklärt Matthias Bräu vom Arbeitskreis Landwirtschaft und Tourismus. Ein Wanderwege-Konzept sei bereits erarbeitet. „Ein Radweg von der Echelsbacher Brücke hinauf nach Schönberg ist aber unbedingt noch notwendig“, sagt Bürgermeister Bader, der diesbezüglich auf Zuschüsse hofft.

Auch beim Bau des Feuerwehrhauses mit Vereinszimmer haben alle zusammengeholfen. „In Schönberg engagieren sich vor allem die jungen Leute“, freut sich Vitus Gansler. Und was ebenfalls noch bemerkenswert ist: „Die Schönberger sind gute Kirchgänger“, bestätigt ihr Pfarrer Josef Fegg. Er führte der Bewertungskommission noch die Kirche und den sanierten Pfarrhof vor.

Jetzt beim Bezirksentscheid

Bewertet wurden von der Kommission fünf Bereiche: Entwicklungskonzepte/wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung/-entwicklung, Grüngestaltung/-entwicklung sowie das Dorf in der Landschaft. Für diese fünf Bereiche konnten je 20 Punkte (Höchstpunktzahl) vergeben werden.

Schönberg hat in der Kategorie unter 600 Einwohner insgesamt 77 Punkte bekommen, Huglfing (über 600 Einwohner) 89 Punkte. „Beide Dörfer dürfen auf Bezirksebene weitermachen“, kündigte Heike Grosser an.

Michael Gretschmann

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