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Über drei Stützpfeiler wird die Behelfsbrücke über die 70 Meter tiefe Ammerschlucht geschoben, Zwei Drittel sind bereits geschafft.

Teilerneuerung der Echelsbacher Brücke

Rekord-Stahlkoloss über der Ammerschlucht

Mit einer Gesamtspannweite von 266 Metern ist sie die größte in Deutschland jemals gebaute Behelfsbrücke. Gemeint ist der provisorische stählerne Brückenschlag in Echelsbach, auf dem ab Mitte Mai 2018 der Verkehr über die Ammerschlucht rollen soll – damit die alte historische Echelsbacher Brücke teilerneuert werden kann.

Rottenbuch – „Wir liegen gut im Zeit- und Kostenplan“, konnte Uwe Fritsch, Leiter des Staatlichen Bauamtes Weilheim, gestern vermelden. Der stählerne Koloss, knapp 1300 Tonnen schwer, hat zwei Drittel des Weges über die Ammerschlucht bereits geschafft. Wenn alles so reibungslos wie bisher weitergeht, hat die Behelfsbrücke, die auf drei Pfeilern aufliegen wird, Mitte Dezember ihr Ziel erreicht: die andere Seite der Ammerschlucht.

Die Brücke entstammt einen „Baukastensystem“, das die Bundesrepublik Deutschland auf zentralen Brückenbauhöfen vorhält. Die Anlieferung erfolgte in 70 Lkw-Ladungen. Um die stählernen Teile komplett zu verbinden, sind insgesamt 23 000 Schrauben notwendig. Die Montage erfolgt auf Bad Bayersoier Seite, von dort aus wird die acht Millionen Euro teure Stahlbrücke in neun Schubphase über die Ammerschlucht gezogen, mittels hydraulischer Litzenheber, die eine Zugkraft von 50 bis 55 Tonnen haben.

Beim Aufstellen der Stützpfeiler musste berücksichtigt werden, dass es in der Ammerschlucht ein umfangreiches Stollensystem gibt. Dort wurden vor rund 100 Jahren Kohle und Wetzsteine abgebaut. Hinzu kommen natürliche Höhlen. Aber mit bis zu 22 Meter tiefen Bohrpfählen konnten auch diese Hindernisse umgangen werden.

Auf Bad Bayersoier Seite erfolgt die Montage der stählernen Brückenteile. Es sind insgesamt 76 Abschnitte mit einer Länge von je 3,50 Metern. Das ergibt eine Spannweite von knapp 270 Metern.

In einer Woche soll die nächste Schubphase für die Behelfsbrücke erfolgen – mit einer Geschwindigkeit von fünf bis acht Metern pro Stunde. Am 15. Dezember wird die Brücke die Endlage erreicht haben und auf Lagern abgesetzt sein.

Nach der Weihnachtspause erfolgen noch der Einbau der Fahrbahnplatten und die Herstellung der Gehwege auf beiden Brückenseiten (wobei nur einer öffentlich begehbar und völlig eingehaust ist). Im Frühjahr 2018 werden die Rampenbauwerke erstellt, so dass die Anbindung der Behelfsbrücke an das Straßennetz erfolgen kann. „Ab Mitte Mai ist die Verkehrsfreigabe vorgesehen“, kündigte Christoph Prause, Abteilungsleiter für Konstruktiven Ingenieurbau beim Staatlichen Bauamt in Weilheim, an.

Die weiteren Schritte: Ausschreibung der Teilerneuerung des Hauptbrückenwerkes im Februar 2018, Baubeginn für die Teilerneueung im Juli 2018, geplante Verkehrsfreigabe der neuen Brücke im Dezember 2020, Rückbau der Behelfsbrücke, der Behelfsrampen und Fundamente (im Ammertal) und Renaturierung bis Mitte 2021.

Übrigens: Für die Teilerneuerung der Echelsbacher Brücke ist das Staatliche Bauamt Weilheim zusammen mit dem Ingenieurbüro Dr. Schütz aus Kempten in der Kategorie Baukultur mit dem Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2017 ausgezeichnet worden.

Michael Gretschmann

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