Mit dem Arm der Pumpe kann der Beton an jede Stelle der Fahrbahnplatte gebracht werden.
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Mit dem Arm der Pumpe kann der Beton an jede Stelle der Fahrbahnplatte gebracht werden.

Nächtliche Knochenarbeit im grellen Scheinwerferlicht – Kleine Würfelstücke als Testobjekte

Wenn der Beton auf die Echelsbacher Brücke kommt

Es rührt sich immer was auf der Groß-Baustelle an der Echelsbacher Brücke. Mit großen Schritten geht es voran. Tagsüber und auch immer wieder in den Nachtstunden.

Echelsbach –Die werden genutzt, wenn wieder mal ein Teilstück der Fahrbahn betoniert werden muss. Da darf es keine Verzögerungen geben, wenn Schlag auf Schlag die Betonmischer anrollen.

Die beiden Lichterkegel am Turmdrehkran sowie die seitlich angebrachten Spots auf der Baustelle fallen sofort auf. Vor allem um 3 Uhr morgens. Vor den Aufenthalts- und Baustellencontainern sammelt sich ein Team von 12 bis 14 Arbeitern. Eine letzte Besprechung durch Polier Markus Balser, letzter Zug aus der Zigarette, dann geht es los.

Die Arbeiter bewegen sich in Richtung Brücke. In diesen frühen Morgenstunden soll ein weiteres Teilstück der Fahrbahn betoniert werden. Die Vorarbeiten wurden in den Tagen davor abgeschlossen. Eine der wichtigsten Arbeiten war das Verlegen der gebogenen Stahlstangen und Gitter auf der Holzschalung, über die der Beton in den nächsten Stunden einfließen wird.

Wolfgang Rieger von Staatlichen Bauamt in Weilheim verrät die Menge an Beton, die für das Teilstück benötigt wird: Insgesamt sind es 280 Kubikmeter. das sind zwölf Betonmischer voll, die im Non-Stop-Pendelverkehr Beton aus Huglfing zur Brückenbaustelle fahren. Und für diese Aktion sind die Nachtstunden wegen freier Straßen am besten.

„Langsam fahrende Bulldogs oder gar ein Verkehrsstau würden den straffen Zeitplan gefährden oder gar unmöglich machen“, erklärt Polier Markus Balser.

Als erster Lkw fährt die rollende Betonpumpe in Position. Es ähnelt einem Krakenarm, wie die Elemente mit den Rohren ausgefahren werden. 38 Meter können so überbrückt werden, um den Beton in das Gitterwerk einzubringen. Eine zweite mobile Betonpumpe steht auf Warteposition, um bei einem Defekt sofort übernehmen zu können.

Dann geht es Schlag auf Schlag: Der erste Betonmischer fährt rückwärts an den Schacht der Pumpe, lässt den Beton einfließen. Über das Endstück des Krakenarms wird jetzt mit der Füllung begonnen. 60 Kubikmeter Beton muss das Team in der Stunde einbringen. Ein Mann führt das Endrohr, acht Männer bedienen die Rüttler, um den Beton fachgerecht zu verdichten.

Nach guten zwei Stunden wird an der gefüllten Stirnseite schon damit begonnen, die Oberfläche abzuziehen. Zentimeter um Zentimeter, um eine glatte Oberfläche zu bekommen. Nach sechs Stunden kann langsam aufgeatmet werden, die Männer haben sich eine Pause verdient.

Kleine Beobachtung am Rande: Ein Arbeiter befüllt immer wieder Würfel mit Beton der Anlieferfahrzeuge. „An diesem Material wird später stufenweise getestet, wie der Beton ausgehärtet ist“, erklärt Wolfgang Rieger. So kann verfolgt werden, wann die Schalung der Fahrbahnplatte abgebaut werden kann, um diese an neuer Stelle wieder anzubringen.

Hans-Helmut Herold

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