Musikkapelle Rottenbuch

Zum Oktoberfest über den großen Teich

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In Rottenbuch sitzen die Mitglieder der Musikkapelle auf gepackten Koffern. Am Donnerstag brechen die Musiker in die USA auf. Es ist bereits die siebte Amerika-Reise in der Geschichte der Kapelle. Die Vorfreude ist groß – und auch die Hoffnung, dass diesmal alles reibungslos klappt.

Rottenbuch – Die Rottenbucher Musikkapelle und die Vereinigten Staaten von Amerika, das ist eine lange Geschichte. 1985 wagten 21 Musiker und 14 Begleiter zum ersten Mal den Sprung ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mehr als drei Jahrzehnte später steht die Kapelle vor ihrer siebten Reise über den großen Teich. Immer mit dabei: Christof Echtler. Der langjährige Vorstand hat alle bisherigen Trips organisiert, entsprechend viele Anekdoten kann er erzählen. Denn nicht immer lief alles reibungslos.

„Die letzten zwei Mal, da haben wir ein bisschen Pech gehabt“, sagt Christof Echtler und lacht, wenn er an die Reisen 2004 und 2006 zurückdenkt. Damals freilich war dem langjährigen Vorstand der Rottenbucher Musikkapelle der Spaß gehörig vergangen.

Vor 13 Jahren geriet der Trip in die USA zum Chaos-Ausflug. Wegen einer Computer-Panne bei der Lufthansa musste der Hinflug umgebucht werden. Statt nach Detroit ging es nach Chicago und per Bus ans Ziel – allerdings ohne Gepäck. Musikinstrumente und Koffer standen in Frankfurt. „Für den ersten Auftritt haben wir uns Instrumente von einer amerikanischen Schulkapelle ausgeliehen“, erinnert sich Echtler. Die Noten für die 40 Musikstücke sendeten daheim gebliebene Musikerkollegen mit vier Faxgeräten in rund zweineinhalb Stunden in die Staaten. Während Instrumente und Gepäck in den folgenden Tagen nach und nach eintrudelten, warteten drei Musiker vergebens auf ihre Koffer. „Die mussten sich vor Ort neu einkleiden.“ Immerhin: Auf das einheitliche Outfit hatte das keinen Einfluss. „Die Tracht hatten wir beim Hinflug natürlich am Mann“, sagt Echtler.

Mit einem Schock sollte auch der Ausflug 2006 beginnen. Weil der Reiseveranstalter pleite ging, standen die Musiker kurz vor Abflug ohne Ticket da. „Alle unsere Vorauszahlungen waren verloren.“ Ein finanzielles Desaster. Jeder Musiker habe 600 Euro nachzahlen müssen, um die lang geplante Reise zu retten. „Alles weitere hat dann geklappt“, sagt Echtler, der gern an alle vergangenen Amerika-Trips zurückdenkt. „Wir haben in den vielen Jahren viele Freunde gefunden.“

Einige werden die Rottenbucher sicher wiedersehen, wenn sie am Donnerstag in Detroit landen. Untergebracht ist die 42-köpfige Gruppe – 33 Musiker und neun Begleiter – bei Gastfamilien des dortigen Trachtenvereins Edelweiß Detroit, mit dem die Kapelle seit den 80er Jahren eine Freundschaft verbinde, erzählt Peter Lindauer. Der 2. Vorsitzende der Kapelle hat heuer erstmals die Planung für die Reise übernommen. Und die ist genau durchgetaktet.

Am Samstag werden die Musiker zum ersten Mal ihre Instrumente in die Hand nehmen und beim Oktoberfest des Trachtenvereins aufspielen. Am Montag geht’s mit dem Flieger nach Las Vegas, wo neben einem Besuch des Grand Canyons ein Auftritt im Hofbräuhaus eingeplant ist. „Das ist aber noch nicht sicher, vielleicht trinken wir auch nur ein paar Bier“, lacht Lindauer.

Der Höhepunkt folgt dann am darauffolgenden Wochenende. In Anaheim bei Los Angeles übernehmen die Rottenbucher an drei Tagen die Gestaltung des dortigen großen Oktoberfests, ehe am Montag der Rückflug über Atlanta in Richtung Bayern geht. Allerdings nicht für alle. Bürgermeister Markus Bader, der die Gruppe begleitet, reist weiter in Rottenbuchs brasilianische Partnerstadt Ivoti.

Die Vorfreude bei den Musikern sei groß, weiß Peter Lindauer, der mit seinen 36 Jahren zu den Älteren zählt. Für viele Teilnehmer ist es die erste Reise in die USA. Lindauer selbst dagegen war bei den letzten beiden abenteuerlichen Trips schon mit von der Partie. Ein böses Omen? Auf keinen Fall, betont er lachend. Er sei optimistisch, dass diesmal alles glattgehe. „Alle guten Dinge sind schließlich drei.“

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