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Rottenbuch/Schönberg

Wasserschutzgebiet schlägt hohe Wellen

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Rottenbuch - Die Pläne für ein neues, größeres Wasserschutzgebiet in Schönberg haben im Rottenbucher Gemeinderat hohe Wellen geschlagen. Denn: Das Schutzgebiet würde in die Bebauung ragen - ausgerechnet der Friedhof wäre betroffen. Die Kommune wehrt sich nun dagegen.

Es ist stets ein viel diskutiertes Verfahren: Wenn eine Kommune eine neue Genehmigung für die Entnahme von Trinkwasser aus ihren Brunnen braucht, muss ein ebenso neues Schutzgebiet her. Meist fällt dieses, wegen der steigenden technischen Auflagen, größer aus als das bisherige Areal. In Rottenbuch gilt das Wasserrecht für die Quelle am Vogelherd noch bis 2036, aber in Schönberg ist es seit einigen Jahren abgelaufen. Grund für die Verzögerung war die Verbesserung der Wasserversorgung samt Sanierung der Quellfassung am Ammerhang und Bau eines Hochbehälters. 2012 beauftragte der Gemeinderat ein Münchener Ingenieurbüro mit der Planung, mittlerweile ist der Antrag für die nächsten 20 Jahre beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim gestellt. Das Büro hat einen Plan fürs dreistufige Schutzgebiet vorgelegt, in denen geregelt wird, was alles erlaubt ist und was nicht – die Gemeinderäte erlebten damit jetzt eine böse Überraschung. Denn: Die Zonen ragen bis in bebautes Gebiet hinein, berichtete Bürgermeister Markus Bader.

Betroffen sind nicht nur die ersten Schönberger Baureihen sowie landwirtschaftliche Flächen am nördlichen Ortsrand, sondern vor allem auch die Kirche samt Friedhof, wie Bader schließlich einräumte. Die Folge: Der Friedhof dürfte nicht mehr erweitert werden, malte er den schlimmsten Fall an die Wand. Dies gelte auch für private Bauten, wobei jedoch Ausnahmen möglich seien.

Pläne liegen bis Ende des Jahres öffentlich aus 

Der Rathauschef verteidigte bei aller eigenen Unzufriedenheit das Büro. Dieses würde nur nach den Vorgaben handeln, außerdem sei die eigentlich nötige Gebietsausweisung von zwei Kilometer ab der Quelle „eh schon eng gefasst“ – von Quelle bis Kirche betrage die Zone lediglich einen Kilometer. Auch VG-Geschäftsleiter Hannes Scheifele nahm die Planer in Schutz: „Es gibt gewisse Auflagen.“ Die Fachleute schauen sich die Fließrichtung des Wassers an und zeichnen danach den Plan, so Scheifele. „Das hat oberste Priorität.“ Doch beruhigen ließen sich die Räte davon nicht. Es hagelte Kritik an den Planern. Der Friedhof müsse aus der Schutzzone heraus, forderte Nikolaus Auhorn. „Sonst kannst du warten, bis sie in zusperren.“ Mathias Bräu verlangte, dass auch private Grundstücke herausgenommen werden – und, dass die Gemeinde gegen den Plan vorgeht. Die betroffenen Bürger sind informiert, laut Bürgermeister gibt es bereits Einwendungen.

Dem schloss sich nun der Gemeinderat einstimmig an: Bader sollte mit dem Wasserwirtschaftsamt Kontakt aufnehmen. Ziel: Möglichst viel von der Bebauung aus dem Schutzgebiet herausbringen. Außerdem soll der Wasserausschuss das Projekt genau im Auge behalten, damit keine Fristen versäumt werden. Bader zufolge hat die Gemeinde schon ihre Einwendung offiziell nach Weilheim geschickt. „Wir wollen, dass das Schutzgebiet um ein paar Meter versetzt wird.“

Der Fahrplan mit der Behörde sei abgestimmt, im Januar kommenden Jahres will er dort das Problem besprechen. Bis Dezember liegen Pläne öffentlich aus, bis dahin können Einwände gemacht werden.

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