Rottenbuch will in die Dorferneuerung wegen der Zuschüsse

Rottenbuch - Böbing macht es, Wildsteig ebenfalls. Bald auch Rottenbuch? Das Klosterdorf will in die Dorferneuerung rein. Seit längerem wird mit dem Einstieg geliebäugelt.

Der Nachbar Böbing macht es, Wildsteig ebenfalls. Bald auch Rottenbuch? Das Klosterdorf will in die Dorferneuerung rein. Seit längerem wird mit dem Einstieg geliebäugelt, im Gemeinderat wurden nun erste Nägel mit Köpfen gemacht: Josef Holzmann, zuständiger Abteilungsleiter vom Amt für ländlichen Entwicklung, informierte das Gremium über das Förderprogramm.

Hintergrund ist die finanziell angespannte Situation Rottenbuchs. Große Sprünge sind bei rund 1,2 Millionen Euro Schulden nicht möglich. Da müssen Geldtöpfe aufgemacht werden, die Dorferneuerung wäre einer. Auslöser ist Schönberg gewesen, wie Bürgermeister Andreas Keller erklärte: Die Wirtschaftswege gehören dringend gemacht, es gibt ungenutzte Freiflächen, auch der Dorfplatz am Kriegerdenkmal bedarf einer Neugestaltung, ein Dorfladen fehlt - warum dafür nicht Zuschüsse anzapfen?

Doch Keller macht deutlich, dass die Dorferneuerung nicht nur auf Schönberg beschränkt bleiben soll. Auch Rottenbuch selbst profitiert davon, wirbt der Rathauschef, der an Angebote für Senioren wie Treffpunkt und Wohnen, aber auch an Jugendräume denkt. Selbst die in die Jahre gekommene Gemeindehalle, die von Vereinen genutzt wird und deren Sanierung es vor zwei Jahren nicht ins Konjunkturpaket geschafft hatte, könnte als eine Art Dorfgemeinschaftshaus hergerichtet werden. Der Bürgermeister räumt aber ein, dass sich „was bewegen“ müsste im Ort, „damit das Dorfleben noch lebenswerter wird“.

Der Weg zur Dorferneuerung ist jedoch nicht leicht, machte Amtsvertreter Holzmann deutlich. Es braucht einigen Atem, angefangen vom Antrag der Gemeinde auf Aufnahme ins Programm, über die Vorbereitungszeit mit der Bildung von Arbeitskreisen bis zum Startschuss durch das Amt. Holzmanns Zeitplan: „Bis zu einem Jahr würde Rottenbuch auf der Warteliste stehen, und dann weitere zwölf Monate für die Themensammlung unter Betreuung eines externen Moderators brauchen. Frühestens 2014 könnte es also richtig losgehen.“

Derzeit nehmen 114 Kommunen in Oberbayern an dem Programm teil, vor der Tür stehen jährlich um die 30 Orte. Ganz wichtig dabei sei die Beteiligung der Bürger, mahnte Holzmann die Gemeinderäte: „Die Inhalte bestimmen die Leute vor Ort. Das wird nicht von uns von außen reingetragen.“ Aber trotz aller Mitsprache sei die Dorfentwicklung kein „Bürger-Wunschkonzert“.

Schließlich geht es um viel Geld. Wie hoch die Förderung ist, mit der Rottenbuch und Schönberg rechnen könnten, entscheidet sich erst, wenn die geplanten Projekte genehmigt sind. Der Topf ist abhängig von der Finanzkraft einer Gemeinde. Und die ist im Klosterdorf nicht allzu hoch, laut Holzmann sind deshalb in der Regel Zuschüsse von 50 Prozent für jedes öffentliche Projekt zu erwarten.

Wie geht es weiter? Im Rathaus will man nichts übers Knie brechen. „Im Frühjahr“, schätzt Geschäftsstellenleiter Hannes Scheifele, könnte der Antrag eingereicht werden. Der Bürgermeister ist zuversichtlich: „Im Lauf des Jahres tut sich was.“

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