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Voller Einsatz bei Ross und Halter.

Rottenbucher Fohlenmarkt

5100 Euro für Dießener Dunkelfuchsen

Rottenbuch - Blondes Haar, dunkles Fell: Der Tageshöchstpreis ist beim Rottenbucher Fohlenmarkt gleich zweimal nach Dießen am Ammersee gegangen. Rund 5000 Besucher verfolgten nicht nur die beiden Dunkelfuchsen auf Schritt und Tritt.

Thomas Strauß, 34, ist mit Dunkelfuchs-Stute Johanna bereits zum 14. Mal beim Rottenbucher Fohlenmarkt dabei. So traurig wie gestern hatte er seine „Älteste“ allerdings noch nicht erlebt. „Sie weiß natürlich ganz genau, dass sie heute von ihrem Fohlen getrennt wird“, sagt Strauß. Es gibt aber noch eine zweite Erklärung für Johannas Kopfsenken und die deutlich sichtbaren Tränen in ihren Augen. „Unsere andere Stute ist heuer bei der Geburt gestorben.“ Und die fehlte Johanna gestern ganz gewaltig.

Rund eine Stunde später aber ist die Trauer bei Pferd und Halter nicht mehr ganz so groß. „Wir haben das Prädikat Rosette erhalten“, sagt Strauß voller Stolz. Das ist die bekanntlich höchste Auszeichnung, die ein Fohlen von der dreiköpfigen Jury bekommen kann. „Das tröstet über das Seuchenjahr schon ein bisserl hinweg.“ Ob jetzt auch noch ein Batzen Geld bei rausspringt, weiß Strauß zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die Versteigerung beginnt bekanntlich erst nachmittags.

Wobei: Auf das große Geld kommt es beim größten Kaltblutfohlenmarkt Süddeutschlands sowieso nicht an. Wie schon im vergangenen Jahr appellierte Verbandsvorsitzender Florian Schelle, „dass es in Zeiten, in denen die landwirtschaftlichen Maschinen immer größer werden“, es in Sachen Pferdehaltung ausschließlich um Tradition und Brauchtum gehe.

Und Show. Vor allem Auktionator Michael Walser war wieder in absoluter Topform, trieb den Preis mit viel Wortwitz und Geschick um die ein oder anderen 20 Euro nach oben – und die rund 5000 Besucher ein ums andere Mal zum Lachen. Bis er seinen eigenen Augen nicht wirklich trauen konnte, für einen Moment ins Stocken geriet. „Des hob i a no nia gseng“, sagt Walser er kurz darauf, als eine junge Dame die Stute nicht in den Ring führte, sondern Ritt. Das gab’s in der Geschichte des Fohlenmarktes tatsächlich noch nicht. Der Grund: Die jungen Fohlen sind zum Teil äußerst verspielt und ungestüm, besteigen in ihrem jugendlichen Leichtsinn die Stuten immer wieder, würden dadurch den Reiter verletzten. Es sei denn, es ist ein so braves Fohlen wie das der mutigen Reiterin.

Prächtige Rösser auf dem Fohlenmarkt

Doch zurück zur Auktion, zurück zur spannendsten Frage des Tages: Wer erzielt den Höchstpreis? Die Antwort: Josef Steinle aus Dießen am Ammersee. Vom Rekordpreis 2013 war er zwar weit entfernt. Dafür aber hatte er gleich doppelt Grund zum Feiern. Steinle erzielte sowohl mit seinem Stutfohlen (2700 Euro), als auch mit seinem Hengstfohlen (2400 Euro) jeweils den Tageshöchstpreis. Wobei: So überraschend war das Ergebnis gar nicht. Kenner der Szene wissen, dass diese dunkelbraune Rasse mit heller Mähne bei den Kaufinteressenten seit jeher ganz besonders gut ankommt – am gestrigen Tage sogar besser als das ein oder andere Rappenfohlen.

Schlussbilanz:

117 Fohlen waren gemeldet, 96 wurden letztlich versteigert. Die 47 Stutfohlen für durchschnittlich 1200 Euro, die 49 Hengstfohlen für 1000 Euro im Schnitt.

Johannes Schelle

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