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Schmuckstück und Sorgenkind zugleich: Das Frauenbrünnerl ist mit Holzschindeln eingedeckt – und die sind in keinem guten Zustand mehr.

Sanierung in rottenbuch

Frauenbrünnerl braucht neues Dach

Rottenbuch - Der Gemeinde Rottenbuch steht die Sanierung eines kirchlichen Barock-Schmuckstücks ins Haus: Die Dachschindeln des Frauenbrünnerl sind derart in die Jahre gekommen, dass eine neue Eindeckung her muss. Dies wurde jetzt im Gemeinderat bekannt.

Das Frauenbrünnerl an der Straße zur Ammermühle runter hat als einzige der Nebenkirchen und Kapellen des einstigen Rottenbucher Augstinerchorherren-Stifts die Säkularisation von 1803 überlebt. Der Platz oberhalb der Ammer war schon immer wichtig für die Gläubigen gewesen. Das Kircherl ließ Klosterprobst Augustin Oberst im Jahr 1688 erbauen. Doch schon zuvor pilgerten die Bewohner der Hofmark an die Stelle, an dem dortigen Brunnen stand eine von ihnen verehrte Madonnenfigur. 1705 wurde das Gnadenbild in den Altar der Kapelle gestellt – er wurde später gar zum Vorbild für den Altar in der berühmten Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg.

Zahn der Zeit hat am Holzdach genagt

Zuletzt waren die Schindeln vor 25 Jahren erneuert worden, vor etwa einem Jahr aber wurde ein Loch entdeckt. Nun muss dringend eine Sanierung erfolgen. Das ergab eine Nachschau durch den Bauhof, wie nun in der Gemeinderatssitzung zu hören war. Gemeinderat und Bauhof-Mitarbeiter Nikolaus Auhorn hatte sich selbst vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Sein Fazit: Flicken allein reicht angesichts der Schäden nicht mehr aus. „Die Schindeln sind alle weich“, erklärte Auhorn seinen Ratskollegen. „Da kannst Du mit dem Finger durchstechen.“ Das Frauenbrünnerl leidet halt unter seiner feuchten Lage am bewaldeten Ammerhang. „Das ist ein Schattenloch.“ Der Bauhof-Mann empfahl deshalb, lieber gleich ein witterungsbeständiges Material mit einer längeren Lebensdauer zu nehmen: ein Kupferdach. Die Zeit dränge, am besten werde wenigstens das Loch im Dach heuer erledigt, mahnte Auhorn. „Besser wird es nicht.“

Egal, was genommen wird, es wird teuer für die Kommune. Der Gemeinde gehört nämlich das Frauenbrünnerl. Bürgermeister Markus Bader hat bereits Angebote eingeholt. Ein Holzschindeldach wurde rund 22 000 Euro komplett für alles kosten. Für die 100 Quadratmeter große Kupfervariante wären etwa 20 000 Euro fällig, allerdings ohne Montage und Gerüst. Bader selbst tendiert aus optischen Gründen in Richtung Schindeln. Damit die nicht wieder unter dem Schatten leiden, könne die Gemeinde mit den Grundstücksbesitzern sprechen, um den angrenzenden Baumbestand auszuholzen.

Kupfer- oder Holzschindeln? 

Bei der Auswahl wird allerdings das Landesamt für Denkmalpflege ein Wörtchen mitreden. Das malerische Frauenbrünnerl steht laut Rathauschef unter Denkmalschutz. Bader hat bereits Kontakt mit der Münchner Behörde aufgenommen. Ergebnis: Im Mai gibt es einen Ortstermin mit den Fachleuten. Läuft alles gut, ist laut Bürgermeister gar mit einem Zuschuss für die Sanierung zu rechnen. Steht das Konzept soll der Gemeinderat möglichst bald entscheiden.

Übrigens: Die Säkularisation überstand das Frauenbrünnerl dank einer List der damaligen Besitzerin. Sie nutzte es als Heu- und Holzlege – so kam es nicht zur geplanten Zerstörung des beliebten Gotteshauses. Dieses zieht heute noch Gläubige an: Viele Menschen halten ihr Auto neben dem Kircherl an und füllen sich am Brunnen Flaschen ab. Denn dem Wasser wird eine heilende Wirkung zugesprochen.

Andreas Baar

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