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Alt trifft neu: Diese Begegnung können Fahrgäste der Fuchstalbahn am Wochenende erleben.

Fuchstalbahn mit großen Plänen

Ruethenfest als Startschuss für Sonderfahrten

Schongau - Die Fuchstalbahn wird mit einer vierteiligen Garnitur des legendären Schienenbusses Vt 98 zwischen Schongau und Landsberg pendeln. Bis zum Ende des Jahres sind weitere Sonderfahrten geplant.

Der Fahrplan für das kommende Wochenende steht. Viermal geht es am Samstag, 25. Juli, von Schongau nach Landsberg und zurück, am Sonntag, 26. Juli, jeweils drei Mal. Vor allem für den Hauptzug um 12.32 Uhr erwartet Tyll-Patrick Albrecht, Vorsitzender der Initiative Fuchstalbahn, einen großen Ansturm und betont, man könne keine Sitzplätze garantieren. Wer das wolle, sollte einen Zug früher um 9.32 Uhr fahren. Die Fahrt dauert jeweils 49 Minuten, in Landsberg besteht sogar Anschluss an den Regelverkehr nach Kaufering und Landsberg. Insbesondere der letzte Zug nach Schongau, um 21.05 Uhr, „bietet die Gelegenheit, das Ruethenfest und sein Lagerleben mit Darbietungen, dem gastronomischen Angebot und zahlreichen Konzerten bis in den Abend hinein zu genießen“, sagt Albrecht.

Er kann mit rund 200 Sitzplätzen sogar mehr Passagiere unterbringen als vorgesehen. Denn man werde nicht nur mit drei hintereinander gekoppelten Fahrzeugen auf der Schiene sein, sondern mit vier: Am Freitag trifft, nicht ganz standesgemäß auf dem Landweg, ein zweiter Triebwagen zur Unterstützung ein. Insbesondere der Anstieg zwischen bei Kinsau habe den Fuchstalbahnern, besondera aber Besitzer und Lokführer Bernd Heinrichsmeyer, Kopfschmerzen bereitet. Weshalb Heinrichsmeyer einen weiteren seiner Triebwagen aus seinem Betriebswerk in Zittau nach Schongau holt.

Derzeit werden die drei bereits in Schongau stehenden Wagen hergerichtet, damit es kommenden Samstag pünktlich losgehen kann. „Weitere Helfer sind willkommen“, sagt Albrecht. Vor allem suche man noch Schaffner. Bernd Heinrichsmeyer persönlich wird den Zug fahren, wobei Alfred Lorenz dabei ist, seine Zulassung für den alten Schienenbus zu erwerben. Im Gegensatz zum Führerschein, etwa für Autos, der für alle Pkws gilt, müssen Lokführer eine Zusatzqualifikation für bestimmte Baugruppen erwerben. Und hier gilt es, möglichst viele Stunden auf dem Fahrzeug zu absolvieren. Darüber hinaus haben sich, so Albrecht, schon Lokführer aus diversen Regionen angemeldet, die ebenfalls Interesse an dem Oldtimer haben.

„Willkommen ist aber jeder“ – ob als Mechaniker, der mit ölbeschmierten Blaumann selber schrauben und basteln will, oder als Modellbahn-Fan, der im Schongauer Bahnhof mal Lokführer spielen will. Oder Leute, die sich für die Reaktivierung der Bahnstrecke für den Personenverkehr einsetzen. Da ist zumindest der erste Weg zur Touristikbahn geschafft. Denn bereits jetzt steht fest, dass wenigstens zwei der vier Schienenbusse, ein Trieb- und ein Beiwagen, längere Zeit in der Region bleiben werden. Bis Anfang Dezember sind Fahrten geplant, unter anderem zum Bahnpark in Augsburg, wo heuer am 10. und 11. Oktober das 175-jährige Jubiläum der Bahnstrecke Augsburg München gefeiert wird. Weiterhin gibt es die Sonderfahrten am 1. August, die auch am 3. Oktober wiederholt werden.

Im September, voraussichtlich das Wochenende vom 18. bis 20., gibt es eine zwei- oder dreitägige Sonderfahrt nach Heidelberg. Man müsse einen der Beiwagen in den Hunsrück zurückbringen, sagt Albrecht. Und verbinde das mit einer Städtetour, für die beispielsweise auch der Schongauer Bürgermeister Falk Sluyterman Interesse angemeldet hat. „Ziel ist es, irgendwann jeden Sonntag Fahrten auf der Strecke zwischen Schongau und Landsberg anbieten zu können“, sagt Albrecht.

Derzeit sei man in Gesprächen mit DB-Netz wegen einer Unterstellmöglichkeit in Schongau. Denn der Schienenbus muss ab August nach Augsburg verlegt werden, weil dann der derzeitige Parkplatz auf dem Gelände von UPM nicht mehr zur Verfügung steht. Anfang Dezember sind Fahrten zu Nikolaus- oder Weihnachtsmärkten geplant, eventuell Augsburg oder auch Murnau, dem Partnerbahnhof von Landsberg.

Oliver Sommer

Mehr Informationen, vor allem zum Fahrplan für die Ruethenfest-Fahrten am kommenden Wochenende, unter www.fuchstalbahn.com oder auf facebook.com/fuchstalbahn

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