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Wie sie leibt und lebt: Magdalena Geiger im Lebensmittelladen, den sie stolze 55 Jahre lang führte. Nun feierte sie ihren 90. Geburtstag.

Runder Geburtstag

90 Jahre und immer noch agil

Apfeldorf - Auf ein ereignisreiches Leben kann Magdalena Geiger aus Apfeldorf zurückblicken. Doch bei allen Höhen und Tiefen. Genug vom Arbeiten hat sie noch lange nicht - selbst mit 90 Jahren. 

„Mein Leben war sehr arbeitsreich, aber das hat mir eigentlich nichts ausgemacht“, resümiert Magdalena Geiger. Rüstig und agil feierte die Apfeldorferin ihren 90. Geburtstag. Zwar steht sie nicht mehr täglich im Lebensmittel-Laden, aber sonst ist sie beim „Kirchenbauer“-Anwesen noch rundherum fleißig am Werkeln.

Als Jüngste von acht Kindern ist Magdalena, eine geborene Schmid, in Rieden am Staffelsee aufgewachsen. Neben sechs Schwestern hatte sie nur einen Bruder, der tragischerweise im Zweiten Weltkrieg fiel. Da der Vater früh verstarb, mussten die Mädchen am Bauernhof die schwere Arbeit leisten. Doch Magdalena wollte unbedingt was lernen. Als sie aus der Schule kam war Krieg, deshalb musste sie ein Pflichtjahr auf dem Hof eines älteren Ehepaares leisten und konnte dann eine kaufmännische Ausbildung in einer Kramerei in Uffing antreten.

Ehemann im Garmisch-Partenkirchener Lazarett kennengelernt

Ihren späteren Mann Hans lernte sie im Lazarett in Garmisch-Partenkirchen kennen, dort sollte sie als Jungmädchen für Aufheiterung der Verwundeten sorgen. Es wurden Adressen ausgetauscht und nach dem Krieg meldete sich der Apfeldorfer plötzlich bei ihr. „Da hat man eine Arbeitskraft gebraucht“, meint die Leni heute schmunzelnd, denn auch in Apfeldorf war ein Kramerladen vorhanden. Ihr Mann drängte zur Heirat und da sie noch nicht 21 Jahre alt war, musste ihre Mutter unterschreiben, damit sie sich am 29. Oktober 1946 das Ja-Wort geben konnten.

„Den Laden haben wir noch vor der Währungsreform umgebaut und am Stall hat man eigentlich ständig was gemacht“, erzählt sie von ihrem arbeitsreichen Leben mit Landwirtschaft und Lebensmittelgeschäft auf dem Anwesen mit dem Hausnamen „Kirchenbauer“.

Fünf Kinder gesellten sich zur Familie, von denen die älteste Josefine schon im Alter von fünf Jahren verstarb und Marlies, die später Wirtin im Gasthaus „Rose“ war, vor zehn Jahren einem Krebsleiden erlag. Die Landwirtschaft wurde längst an den Sohn übergeben, doch den Laden hat Magdalena Geiger bis zu ihrem 75. Lebensjahr weiter geführt.

Eine zweite Währungsreform wollte sie dann nicht mehr mitmachen, deshalb wurde das Edeka-Geschäft vor der Umstellung 2001 von von D-Mark auf Euro von ihrer Schwiegertochter Lisa übernommen, die es bis heute führt. Mittlerweile gehören neun Enkel und zwei Urenkel zur Familie, die ihrer Oma mit Sketchen und Liedern eine lustige Geburtstagsfeier bescherten. „Wir haben schlechte Zeiten erlebt, aber auch gute“, blickt sie heute zufrieden auf ihr bislang langes Leben zurück.

em

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