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Bei der Einweihungsfeier segnete der Prälat Hans Fries den neuen Solarpark in Sachsenried und die Menschen, die hier arbeiten. 

Große Feier

Solarpark in Sachsenried eingeweiht

Der Solarpark in Sachsenried wurde nach nur vier Monaten Bauzeit fertiggestellt. Jetzt wurde er feierlich eingeweiht. Verantwortliche und Politiker sehen den Solarpark als Vorzeigeprojekt.

Sachsenried/Schwabsoien – Nach nur vier Monaten Bauzeit wurde am Samstag der Solarpark der „Energiebauern GmbH“ in Sachsenried eingeweiht. Auf 14 Hektar landwirtschaftlicher Fläche wurden 36 400 Solarmodule verbaut. Mit den jährlich elf Millionen kWh Strom können 3400 Haushalte versorgt und 6.750 Tonnen CO2 vermieden werden. Das Investitionsvolumen beträgt rund 5,5 Millionen Euro.

„Hier wird Zukunft für unser Land betrieben,“ sagte Prälat Hans Fries vor der Segnung. Dabei erinnerte er an den „Sonnengesang“ des Heiligen Franziskus von Assisi: „Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken und heiteren Himmel und jegliches Wetter, durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.“ Fries segnete die Anlage und die Menschen, die hier arbeiten. Auch 80 Schafe bezog er mit ein, die diese Anlage pflegen.

Solarpark in Sachsenried: „Wertschöpfung bleibt im Dorf“

Schwabsoiens Bürgermeister Siegfried Neumann sagte in seinem Grußwort, „die Energiewende ist mittlerweile in allen Köpfen angekommen.“ Allerdings reiche es nicht, lediglich darüber zu sprechen, man müsse auch etwas dafür tun. Er wurde von Hans Geisendorfer von den „Energiebauern“ im Vorfeld über das Projekt informiert. Schnell seien seine Bedenken zerstreut worden. Eine landwirtschaftliche Fläche, die kaum einsehbar ist, eine eigene Gesellschaft, die die Anlage betreibt und eigenständig abrechnet. „Die Wertschöpfung bleibt im Dorf.“ Der Gemeinderat sei geschlossen hinter dem Projekt gestanden.

Hans Geisenberger (Energiebauern) war „total überrascht“ von der Resonanz der geladenen Gäste zur Einweihungsfeier. Er habe schon vor 35 Jahren von der Anlage geträumt, sagte Geisenberger.

Im Übrigen freue er sich über den Freigeist der Schüler, die freitags auf die Straße gehen und ihre Forderungen an die Politik formulieren. „Das ist doch einen Applaus wert,“ meinte Geisenberger. Der kam auch – allerdings eher verhalten.

Solarpark in Sachsenried als Weg zur Energiewende

Der Stargast der Einweihungsfeier war der Landtagsabgeordnete Florian Streibl (Freie Wähler). Er widmete sich in seinem Vortrag den Perspektiven einer zentralen und regenerativen Energieversorgung. Streibl erinnerte daran, dass das letzte Atomkraftwerk 2022 vom Netz gehen soll und das letzte Kohlekraftwerk 2038 abgeschaltet wird. Und auch daran, dass die fossilen Brennstoffe gerade noch 100 Jahre reichen würden. Der in Wildsteig aufgewachsene Landtagsabgeordnete sprach über den Klimawandel, „der teils von Menschen gemacht ist“ und dem damit verbundenen Abschmelzen der Eisreserven. „Wenn alle Eisreserven weg sind, steigt der Meeresspiegel um 66 Meter.“ Streibl hält die Klimapolitik auch für eine Friedenspolitik. „Wir stehen vor einer großen Herausforderung.“ Er findet es prima, dass die Anlage in Sachenried in Bürgerhand bleibt. Das mache Sinn, weil Arbeitsplätze und Geld hier bleiben. Photovoltaikanlagen in Bayern seien der richtige Weg zur Energiewende.

Martin Bichler, Gesellschafter und Geschäftsführer der Energiebauern sprach ebenfalls über die Herausforderung für den Klimaschutz. Eine weitere Herausforderung: „Wir müssen es schaffen, dass Solarparks künftig als Ausgleichsflächen anerkannt werden.“ In Sachenried seien dazu jetzt die Weichen gestellt worden.

VON WALTER KINDLMANN

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