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Per Schiebetür ins Gotteshaus

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Was lange währt: Fördervereins-Vorsitzender Helmut Hunger freut sich, dass es doch noch mit dem behindertengerechten Eingang zur Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt klappt. foto: js
Was lange währt: Fördervereins-Vorsitzender Helmut Hunger freut sich, dass es doch noch mit dem behindertengerechten Eingang zur Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt klappt. foto: js

Schongau - In zweieinhalb Wochen soll eine vollautomatische Schiebetür barrierefreien Zugang in die Schongauer Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt gewähren.

Junge Familien mit Kinderwagen, behinderte Menschen im Rollstuhl oder altersschwache Bürger mit Rollator. Sie alle dürfen sich jetzt freuen. Denn in zweieinhalb Wochen können sie erstmals ohne großen Aufwand die Schongauer Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt besuchen. Eine vollautomatische Schiebetür aus Glas am südlichen Eingang soll künftig barrierefreien Zutritt gewähren.

„Da musste was passieren, das steht außer Frage“, sagt Schongaus Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer. Die bisherige Türe sei viel zu schwer und schlecht beweglich gewesen. „Menschen im Rollstuhl, mit Kinderwagen oder Rollator haben ohne tatkräftige Hilfeleistung keine Chance gehabt, die Kirche zu betreten.“ Was Schmidbauer allerdings nicht so gut gefällt, ist das Design der Türe. „Mir wäre eine Flügeltüre lieber gewesen.“

Über die Optik ist auch der Denkmalschutz wenig begeistert. Laut Schmidbauer habe der dem Projekt nicht wirklich zugestimmt, sondern es vielmehr hingenommen. Der Grund: Ein Kircheneingang sollte sich von dem eines Supermarktes oder einer Bankstelle deutlich unterscheiden. Deshalb stellte sich die Behörde lange Zeit quer, wollte die Neugestaltung zur Erhaltung des historischen Wertes der Kirche demnach verhindern.

Dementsprechend zäh waren die Verhandlungen bis zur endgültigen Umsetzung des Projektes. „Wir wollten eigentlich schon vor eineinhalb Jahren mit dem Umbau beginnen“, sagt Helmut Hunger, der als Vorsitzender des 120 Mitglieder starken Fördervereins Mariae Himmelfahrt das Projekt iniziiert hat und schließlich für das lange Warten und zähe Verhandeln doch noch belohnt wurde.

Seit Anfang der Woche wird umgebaut. Und in rund zwei Wochen soll der barrierefreie Eingang fertig sein. Kosten wird das ganze 24 000 Euro. 4000 Euro bezuschusst die Stadt Schongau, den Rest stemmt der Förderverein selbst. „Wir sind sozusagen hauptverantwortlich für das Geldeintreiben“, erklärt Hunger. Der Verein hat seit der Gründung im Jahr 1995 schon satte 510 000 Euro in die Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt investiert. Und zwar ausschließlich für Restaurierungsarbeiten.

Gesammelt wird das Geld in erster Linie über Spendenaufrufe. Ein weiterer, jedoch wesentlich kleinerer Teil spart sich über den jährlich fälligen Mitgliedsbeitrag von 18,41 Euro zusammen. Das sind auf den Pfennig genau 35 Mark. „Wir haben den Beitrag seit 1995 nicht mehr verändert“, sagt Hunger.

Johannes Schelle

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