Eine Glasschiebetüre am Außenportal – so soll der südliche Eingangsbereich bei der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Schongau aussehen.

Schiebetür soll Kirchenzugang erleichtern

Schongau - Seit zwei Jahren setzt sich der Förderverein Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt für einen behindertengerechten Zugang zum gleichnamigen Gotteshauses ein. Nach langem Ringen mit dem Denkmalschutz ist das Vorhaben jetzt gegehmigt worden, so dass einem Baubeginn nun nichts mehr im Wege steht. Im Frühjahr soll es losgehen.

„Ein Streitpunkt war immer, wie der südliche Eingangsbereich zur Stadtpfarrkirche künftig aussehen soll“, berichtet Fördervereinsvorsitzender Helmut Hunger senior über die Verhandlungen mit den Denkmalschützern. Denen hat ganz und gar nicht gefallen, dass anstelle der äußeren hölzernen Flügeltüre nun eine gläserne Schiebetüre kommt, die sich automatisch öffnet, wenn sich Kirchenbesucher in den Bereich der Lichtschranke begeben. „Dann sieht der Kirchenzugang aus wie bei der Kreissparkasse oder bei den Supermärkten“, kann Kreisheimatpfleger Helmut schmidbauer die Bedenken der Denkmalschützer durchaus nachvollziehen.

Der frühere Stadtpfarrer Bernhard Mooser und der Förderverein Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt haben sich aber immer für eine „praktikable“ Lösung stark gemacht - und das ist eben eine Schiebetüre, die automatisch zur Seite fährt und hinter dem Mauerwerk verschwindet. So haben Rollstuhlfahrer und Rollatorbenutzer bequem Zugang zum Gotteshaus und sind nicht auf fremde Hilfe angewiesen.

Die aus dem 18. Jahrhundert stammende innere Portaltüre, die zum Kirchenraum führt, bleibt aus denkmalschützerischen Gründen unangetastet.

Bis die Lösung mit der Schiebetüre spruchreif war, gingen lange Verhandlungen mit dem Denkmalschutz voraus. Offensichtlich wollte keiner so schnell nachgeben. Deshalb ist fast eineinhalb Jahre lang nichts vorangegangen. Aber letztendlich stimmten die Baugenehmigungsbehörden den Plänen der Kirchenverwaltung von Mariea Himmelfahrt zu.

Der Bauantrag beinhaltet die Erneuerung des Vorzeichen am Südeingang der Stadtpfarrkirche. Dies dient dem Erhalt des Bestandes. „Die Schiebetüre soll künftig auch Menschen mit Behinderung einen mühelosen Zugang in das Gotteshaus ermöglichen“, berichtet Stadtrat Michael Eberle, der auch für die Kirchenverwaltung tätig ist.

Die Kosten für die notwendigen Arbeiten belaufen sich auf knapp 24 000 Euro. „Inzwischen haben Diözese und das Denkmalamt die Planungen gebilligt, so dass das Bauvorhaben umgesetzt werden kann“, bestätigt Helmut Hunger vom Förderverein. Und somit konnte jetzt auch ein Zuschussantrag an die Stadt Schongau gestellt werden - mit der Bitte, wie üblich 20 Prozent aus den veranschlagten Kosten zu gewähren. Das sind rund 4000 Euro. Dem Fördverein verbleiben dann noch rund 20 000 Euro.

„Die Übernahme der Kosten haben wir bereits zugesagt“, betont Helmut Hunger. Die Zusammenstellung der Kosten sowie die Firmenangebote seien an die Stadt weitergeleitet worden.

Ursprünglich - also vor zwei Jahren - war der Förderverein bei einer ersten Schätzung noch von Kosten in Höhe von rund 12 000 Euro ausgegangen - eine Summe, die der Förderverein mit Hilfe von Sponsoren aufbringen wollte. Als dann die Planungen konkreter wurde, stand bald fest, dass mit höheren Kosten zu rechnen ist. Denn der Boden im Vorzeichen muss etwas tiefer gelegt werden. Im Eingangsbereich verbleiben nach dem Umbau nur zwei kleine Absätze, die für Rollstuhlfahrer problemlos überwindbar sind.

„Sobald die Witterung es zulässt, wird mit dem Umbau begonnen“, kündigt Helmut Hunger an.

Spendenkonto

Wer für einen barrierefreien Eingang auf der Südseite der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt sein Scherflein beitragen will, kann dies mit einer Spenden auf eines der folgenden Konten des Fördervereins tun: Kreissparkasse Schongau (Konto 420190, BLZ 73451450), Volksbank Schongau (Konto 300 0117, BLZ 73491300) oder Raiffeisenbank Schongau (Konto 105155, BLZ 70169509) tun.

Michael Gretschmann

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