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Schongauer vor Gericht - ins Gefängnis muss er jedoch nicht.

Schlägerei vor Schongauer Diskothek beschäftigt Gericht

Dritter Zeuge als Rettung vor dem Gefängnis

Schongau - Nach einer Schlägerei vor einer Diskothek kam ein 33-jähriger Schongauer trotz Vorstrafen und offener Bewährung um eine Gefängnisstrafe herum. Grund waren dubiose Zeugenaussagen.

„Mit solchen Zeugen kann ich nichts anfangen, die sind nichts wert“, schimpfte die Verteidigerin. Das sah auch Richterin Katrin Krempl so. Für sie zeigten zwei der drei Zeugen deutliche Belastungstendenz. Die Ex-Freundin des Angeklagten und der Geschädigte übertrieben nicht nur bei ihrer Aussage vor dem Amtsgericht Weilheim zu einer Schlägerei nach dem Besuch einer Schongauer Diskothek im August vergangenen Jahres. Sie unterschlugen auch die Anwesenheit eines vierten Zeugen, den der Angeklagte in seiner Aussage erwähnt hatte. Erst dieser dritte Zeuge entlastete den 33-jährigen Schongauer deutlich. Eine Tatsache, die die Verteidigerin zu Recht verärgerte. „Wenn er nicht gewesen wäre, hätte es schlimm ausgesehen für meinen Mandanten“, schimpfte sie.

Der 33-Jährige hatte die ihm vorgeworfene Straftat zwar eingeräumt, schilderte sie jedoch wesentlich harmloser, als dies die beiden Zeugen taten. Nach Angaben des Angeklagten ist er in der Tatnacht in der Diskothek von der Gruppe aus vier jungen Leute provoziert worden. Ein richtiges Mobbing sei das gewesen. Man habe über ihn gelacht und geredet, so der Angeklagte. Seine Ex-Freundin stellte er noch in der Disko zur Rede und spuckte dann vor ihr auf den Boden.

Vor Gericht erklärte die Frau jedoch, dass der Angeklagte sie regelrecht angespuckt und auch getroffen hätte. Das widerlegte aber der dritte Zeuge.. Auch der weitere Vorfall danach auf der Straße vor der Diskothek hörte sich bei ihm anders an als bei den beiden anderen Zeugen. Diese wollten nach einer verbalen Auseinandersetzung gesehen haben, wie der Angeklagte nach einer Schubserei mehrmals heftig auf den später geschädigten jungen Mann eingetreten habe. „Er hat voll ausgeholt und mindestens fünfmal zugetreten“, berichtete die Ex-Freundin. Der Angeklagte hatte lediglich einen leichten Tritt zugegeben, der den Gegner am Jochbein traf.

Im vor Gericht verlesenen ärztlichen Attest vermerkte der Arzt, dass bei dem Geschädigten kein sichtbares Hämatom zu sehen sei und verschrieb ein leichtes Schmerzmittel. „Dass nach so vielen angeblichen Tritten keine sichtbaren Verletzungen vorhanden waren, erscheint mir merkwürdig“, sagte die Richterin. Merkwürdig war auch, dass der Geschädigte und die junge Frau erst fünf Tage nach der Tat Anzeige wegen Körperverletzung erstatteten. „Die Polizei hat das zweimal verschoben“, meinte die ehemalige Freundin dazu lapidar.

Vor Gericht stellte sich heraus, dass der Angeklagte massive Alkohol- und Drogenprobleme hat. Seine bisherigen sieben Straftaten führten immer auf diese Probleme zurück. Eine Verurteilung stand noch zur Bewährung aus – eigentlich hätte dem 33-Jährigen jetzt der Gang ins Gefängnis gedroht. Mit Einverständnis der Staatsanwältin und nach der Zusicherung des Angeklagten, an einer einjährigen Entziehungstherapie teilzunehmen, setzte die Richterin die neunmonatige Strafe erneut auf Bewährung aus. Zusätzlich zu seiner Therapie muss der Schongauer auf eigene Kosten durch die „Brücke Oberland“ sechs negative Drogenscreenings nachweisen. Und es kommt auf ihn noch eine Geldauflage von 1500 Euro zu, zahlbar in zehn Monatsraten an den Verein für Prävention, Jugendhilfe und Suchttherapie Prop.

Regina Wahl-Geiger

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