Heftig hat der verurteilte Angeklagte auf seinen damaligen Kumpel eingeschlagen und-getreten.

Nach Schlägerei in Schongau

Geldstrafe und Verwarnung für Disko-Schläger

Schongau - Der Besuch einer Diskothek in Schongau hatte für einen 21-Jährigen Folgen. Wegen gefährlicher Körperverletzung musste er sich vor dem Amtsgericht verantworten.

Vor knapp zwei Jahren hat der junge Mann mit zwei weiteren Bekannten die Schongauer Diskothek besucht. In den frühen Morgenstunden wollte einer des Trios dann nach Hause gehen. Warum und weshalb das die beiden anderen, speziell der Angeklagte, nicht wollten, konnte vor Gericht nicht mehr geklärt werden.

Tatsache war jedoch, dass sie ihrem Bekannten nach draußen folgten, ihn mehrmals schubsten und beschimpften. Als der Angegriffene dann versuchte zu flüchten, stellten sie ihm nach und verprügelten ihn gemeinsam. Außerdem versetzte der Angeklagte seinem bereits auf dem Boden liegenden Opfer mehrere Tritte gegen den Körper. Dann verließ er den Verletzten noch mit der Drohung, wenn der zur Polizei gehen, würde noch viel Schlimmeres passieren.

Erinnern konnte sich der damals 19-jährige Angeklagte zwar an seine Tat, nicht aber an den Auslöser. „Ich hatte ganz schön viel getrunken“, sagte er vor Gericht als Erklärung. Dem Staatsanwalt erschien das jedoch sehr merkwürdig: „Es muss doch irgendeinen Grund gehabt haben, dass Sie sich so über das Opfer geärgert haben“, fragte er und hakte mehrmals nach. Der Angeklagte blieb aber dabei, dass er sich gar nicht erklären könne, warum er so ausgerastet sei.

Auch Richterin Katrin Krempel kam die Tat seltsam vor. Anscheinend völlig ohne Grund habe der unbescholtene junge Mann, der auch ehrenamtlich tätig ist und bis dato ein geordnetes Leben führte, auf eine andere Person eingeschlagen. „Es wird sicherlich einen Grund gegeben haben“, sagte der Angeklagte. Aber die Tat sei beinah zwei Jahre her, und zusammen mit dem damals hohen Alkoholspiegel würden sich die Erinnerungslücken erklären.

Der Geschädigte indes erschien nicht zum Verhandlungstag und ist auch nicht mehr auffindbar. Der schon verurteilte Mittäter wurde unter anderem zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Richterin Krempl handelte nach dem Jugendstrafrecht und sprach eine Verwarnung aus. „Ein umfassendes Geständnis und die Tatsache, dass Sie uns ein großes Verfahren erspart haben, spricht für Sie“, sagte sie in ihrer Begründung. Zusätzlich verhängte sie eine Geldstrafe von 1800 Euro, zahlbar innerhalb von sechs Monaten an den Geschädigten, falls der wieder auftaucht. Ansonsten fließt das Geld in die Staatskasse.

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