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Reichlich spät stellte der scheidende Geschäftsstellenleiter Martin Neuber (stehend) vergangenes Jahr im Bernbeurer Gemeinderat den Haushalt vor. Verantwortlich war die Personalnot in der Verwaltungsgemeinschaft.

Schlüsselpositionen werden neu besetzt

Bernbeurens Rathaus-Verwaltung vor Zäsur

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Die Gemeindeverwaltung in Bernbeuren steht vor einem gewaltigen Umbruch. Zwei Schlüsselpositionen müssen neu besetzt werden. Bürgermeister Karl Schleich bleibt dennoch gelassen.

Bernbeuren/Lechbruck  -  Der Geschäftsstellenleiter und seine Stellvertreterin, die zugleich Bauamtschefin ist, kehren dem Rathaus in Bernbeuren schon am 30. Juni den Rücken.

„Es entsteht nur eine kleine Lücke“, meint der neu gewählte Rathauschef Karl Schleich mit Blick auf den Abschied von Martin Neuber und Elisabeth Keck. Der Grund: Für den Geschäftsstellenchef und die Bauamtsleiterin, die gekündigt haben, stehen zwar schon Nachfolger in den Startlöchern. Die „Lücke“ resultiert daraus, dass beide nicht sofort am 1. Juli in Bernbeuren anfangen werden. „Sie sind noch in anderen Stellen, die Arbeitsverträge noch nicht unterschrieben“, sagt Schleich, der deshalb noch keine Namen nennt.

Die zwei Neuen erwartet viel Arbeit

Den zwei Neuen dürfte aber schon klar sein, dass einiges an Arbeit auf sie zukommt. Martin Neuber ist in der Verwaltungsgemeinschaft Bernbeuren, die bekanntlich die Gemeinde Burggen mit betreut, Geschäftsstellenleiter und Kämmerer in Personalunion. Elisabeth Keck ist seine Vertreterin und leitet das Bauamt. Dazu hat die Verwaltungsfachwirtin auch noch Aufgaben im Standesamt.

Zurück in ehemalige Wirkungsstätte

Wohin Elisabeth Kecks Weg im Juli führen wird, möchte sie nicht in der Zeitung lesen. „Ich weiß auch nicht, ob das so wichtig ist“, sagt sie. Martin Neuber macht dagegen keinen Hehl daraus, dass er in seine ehemalige Wirkungsstätte zurückkehrt. Viele Jahre war er Kämmerer in der Nachbargemeinde Lechbruck. Und die Stelle war jetzt nach der Wahl des Lechbrucker Kämmerers Werner Moll zum neuen Rathauschef in der Flößergemeinde wieder vakant. „Wir haben ihn aber nicht abgeworben“, betont Moll. Die Stelle des Kämmerers sei ausgeschrieben gewesen, Neuber habe sich beworben.

In Lechbruck kommt auf den scheidenden Bernbeurer Geschäftsstellenleiter nun wohl deutlich weniger Stress zu, als er ihn zuletzt am Auerberg erlebt haben dürfte. Nachdem Kämmerer Maximilian Moll (Sohn des Lechbrucker Bürgermeisters) schon im April 2019 die Segel in Bernbeuren gestrichen hatte, übernahm Neuber auch seine Aufgaben im Rathaus. „Mit qualifizierter Zuarbeit aus der Kasse“, betonte der damalige Bürgermeister Martin Hinterbrandner.

Personalnot machte sich beim Haushalt bemerkbar

Die Personalnot machte sich dennoch auch nach außen hin bemerkbar: Die Gemeinden Burggen und Bernbeuren hatten ihre Haushaltspläne für das Jahr 2019 erst im November des selben Jahres beschlossen. Damit waren sie ein knappes Jahr später dran, als es in der Bayerischen Gemeindeverordnung eigentlich vorgesehen ist. Zwar halten sich die wenigsten Kommunen an den Termin. Dass jemand so spät dran war wie die Verwaltungsgemeinschaft Bernbeuren damals, daran kann sich auch in der Rechtsaufsicht des Weilheimer Landratsamts niemand erinnern.

Lechbrucker Rathauschef beneidet seinen Bernbeurer Kollegen nicht

Lechbrucks Rathauschef Werner Moll beneidet seinen Bernbeurer Kollegen jetzt jedenfalls nicht: „Das ist schwierig für Herrn Schleich, da tut er mir echt leid“, sagt er mit Blick auf die Personalabgänge. Schleich sieht es nicht so dramatisch und spricht von einen normalen Stellenwechsel. Die beiden wollten eine berufliche Weiterentwicklung, weiß Schleich. „Aber wir konnten die Stellen schnell neu besetzen, der Betrieb geht weiter.“

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