Ralf Schnabel bei der Ausgabe von 200 Essenspaketen im Camp Dünkirchen mit dem Team von „Erstmal Mensch“.

Hilfsaktion für Asylbewerber

Schnabel kritisiert  menschenunwürdige Zustände in Flüchtlingssamps

Schongau - Auch der jüngste Hilfseinsatz im Flüchtlingscamp in Dünkirchen (Frankreich) hat bei dem Schongauer Ralf Schnabel nachhaltige Eindrücke hinterlassen. „Es ist absolut menschenunwürdig, was sich dort zum Teil abspielt“, so sein Fazit nach der Rückkehr.

Mit einem Transportfahrzeug der Herzogsägmühle war Schnabel kurz vor Jahresende nach Dünkirchen aufgebrochen. Mit dabei waren die Helfer Markus Reich aus Altenstadt und Hans-Georg Putzirer aus Untersöchering. In Dünkirchen hausen in einem Zeltlager rund 2500 Flüchtlinge. Im 30 Kilometer entfernten Calais sind es rund 6000 Asylbewerber, die ebenfalls zum Teil erbärmlich untergebracht sind und vor einer ungewissen Zukunft stehen. „Von offizieller Seite haben sie dort keine Hilfe zu erwarten“, weiß Ralf Schnabel. Nur dank der vielen ehrenamtlichen Helfer können sie mit Unterstützung rechnen.

Nach einem Hilfsaufruf von Ralf Schnabel sind vor allem viele Kleiderspenden eingegangen. Die hat er in das Transportfahrzeug eingeladen, ebenso einen ganzen Schwung Schuhe, die mit Spendengeldern beschafft worden sind. Aber auch Lebensmittel-Care-Pakete (mit Reise, Tee, Bohnen, Thunfisch usw.) wurden nach Dünkirchen transportiert und vor Ort verteilt. „Die Not ist dort groß. Wir dürfen diese Menschen nicht im Stich lassen“, so der Standpunkt von Ralf Schnabel.

Nach den drei Einsätzen in der Flüchtlingshilfe verspürt der Schongauer das Bedürfnis und die Notwendigkeit, noch mehr über das Schicksal der Flüchtlinge zu berichten. „Ich möchte Menschen in meinem Umfeld bewusst machen, wie unsere Gesellschaft teilweise menschenunwürdig mit den Flüchtlingen umgeht. Deshalb werde ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten auch weiter für Flüchtlinge einsetzen“, verrät Ralf Schnabel im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Beeindruckend für den Schongauer Hilfsorganisator ist die Tatsache, dass das zentrale Kleider- und Verpflegungslager in Calais von 200 Freiwilligen aus ganz Europa betrieben wird. „Weder in Calais, noch in Dünkirchen sind offizielle Hilfsorganisationen präsent“, so Schnabel. Weitere Hilfseinsätze für Kriegsflüchtlinge wird er mit IHA (Intereuropean Human Aid Association) bzw. dem Verein Kinder auf der Flucht e.V. koordinieren.

mg

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