Will der Kurzenried-Bauer schnell ins Netz, muss die Resi ran – zumindest jetz’. cartoon: Pfeffer

Schnelles Internet für die Industrie in Peiting - und Kurzenried

Peiting - Das Industriegebiet Peiting Süd soll mit schnellerem Internet versorgt werden. Das will sich die Gemeinde was kosten lassen. Beim auch unterversorgten Kurzenried hegen manche Zweifel.

Firmen, die im Industriegebiet Peiting Süd aufs Internet angewiesen sind, schauen bislang in die Röhre. Ebenso die Einwohner des landwirtschaftlich geprägten Weilers Kurzenried im Süden Peitings. Ergeben hat das die landkreisweite Breitbandstudie, bei der auch Peitings Daten ausgewertet und Bürgerbefragt worden sind.

Schnell wird anhand dieser Daten klar: Schnell ins Netz? In besagten Bereichen totale Fehlanzeige. Und das, obwohl gerade im Industriegebiet „riesige Gewerbeflächen stehen, die noch nicht verkauft sind“, gab Bürgermeister Michael Asam bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zu bedenken. Weil es derzeit noch eine staatliche Förderung von bis zu 70 Prozent für den Ausbau der Breitbandversorgung gibt, will die Gemeinde Peiting auf jeden Fall einsteigen.

„Technikneutrale“ Angebote wolle die Gemeinde einholen, so Michael Asam. Heißt: Ob ein Kabelnetz geschaffen oder Funktechnologie eingesetzt wird, das bleibt offen.

Die Umweltinitiative Pfaffenwinkel indes wehrt sich bereits jetzt vehement dagegen, dass in Peiting auch laut über Richtfunk nachgedacht wird. „Im Gegensatz zu Glasfaserkabeln gewährleisten Funklösungen keine Datensicherheit, beinhalten eine erhebliche Störanfälligkeit, sind in ihrer Kapazität deutlich eingeschränkt und führen zu einer weiteren Erhöhung der ohnehin schon problematischen Belastung durch Elektrosmog“, führt Hans Schütz, Sprecher der Umweltinitiative Pfaffenwinkel, ins Feld.

„Die sinnvollste Technik wird Glasfaser sein“, hat Bürgermeister Michael Asam jetzt schon mal im Gemeinderat abgewiegelt. Allerdings sei das so teuer, dass nicht der ganze Ort mit dieser Technik versorgt werden könne.

„Bei einem Industriegebiet ist es ja klar, aber woher kommt in Kurzenried der Bedarf?“, hinterfragte Herbert Salzmann (SPD), ob mit dem Anschluss eines Weilers nicht an anderer Stelle Bedürfnisse geweckt würden. Immerhin ist Kurzenried einer von insgesamt 41 Weilern im Gemeindegebiet Peiting. Ob Kurzenried angeschlossen wird, zeigt sich, wenn konkrete Angebote vorliegen. Über die soll dann der Gemeinderat entscheiden.

Unbestritten ist, dass es beim Breitband einen großen Markt gibt. Eine Vielzahl von Unternehmen bewirbt die Versorgung des ländlichen Raums. Ein Anbieter hat sich sogar schon im Rathaus vorgestellt. Die Angebote soll schließlich die Firma IK-T sichten. Zu viel Technik, als dass Telekommunikaions-Laien da noch durchsteigen könnten.

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