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Der denkmalgeschützte Stadel steht den Planungen der Gemeinde im Weg.

Bernbeuren 

Schnitzerstadel: Rathauschef sagt Behörden den Kampf an

Der Protest gegen die erwartete Ablehnung des Abrisses des denkmalgeschützten Schnitzerstadels in Bernbeuren ebbt nicht ab. Bürgermeister Martin Hinterbrandner will jetzt vor allem den politischen Weg beschreiten, um den Willen der Bürger durchzusetzen, die sich einen Supermarkt wünschen. 

Bernbeuren – „Wir kämpfen weiter!“, schreibt Bürgermeister Martin Hinterbrandner in dicken Lettern auf der Homepage der Gemeinde Bernbeuren. Der Rathauschef will jetzt vor allem den politischen Weg beschreiten, um dem ersehnten Abriss des Schnitzerstadels und dem Neubau eines Supermarkts im Ort näher zu kommen.

„Zwar müssen wir akzeptieren, wenn die Landrätin mit dem Verweis auf mutmaßlich dagegenstehende Rechtsnormen die Abrissgenehmigung verweigert. Aber wir müssen es noch nicht hinnehmen, dass Unsinn auch auf Ewigkeit Unsinn bleiben darf. Deshalb können und werden wir uns auch direkt an den Bayerischen Landtag wenden“, schreibt Hinterbrandner in seiner Stellungnahme auf der Gemeindeseite. Er ruft dazu auf, diese in den sozialen Netzwerken zu teilen, um möglichst viele Politiker zu erreichen.

Der Rathauschef erläutert in seinen Zeilen einmal mehr die festgefahrene Situation. Bekanntlich sperrt sich der Denkmalschutz gegen die Abrisspläne. Die Entscheidung darüber liegt beim Landratsamt, das jetzt ein neues Gutachten fordert. In diesem sollen die Investoren nachweisen, dass der Nahversorgungsmarkt in einem umgebauten Stadel nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Überdies sollen auch andere Nutzungsmöglichkeiten wie etwa Wohnen geprüft werden.

Der Bürgermeister rät von dem Gutachten ab, er bezweifelt, dass das Denkmalamt es anerkennen würde. Hinterbrandner ist nach wie vor der Meinung, „dass eine politische Entscheidung für einen Abriss sehr wohl im Rahmen des geltenden Rechts möglich ist“. Und er stimmt die Bernbeurer auf einen langen Kampf ein. Die Formulierung einer Petition, die er in den Landtag einbringen möchte, werde nicht einfach werden, sagt er. Doch: „Einen Erfolg auf politischem Weg werden wir nur haben, wenn wir unseren Unmut und unseren Protest nicht einschlafen lassen, sondern weitertragen.“ Hinterbrandner weiter: „Wir müssen einfordern, dass die Demokratie noch immer über der Bürokratie stehen muss. Wir müssen einfordern, dass sich eine Verwaltung auch den berechtigten Bedürfnissen der Gesellschaft anpassen muss.“

Seiner Stellungnahme hat der Bernbeurer Rathauschef die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier beigefügt, in der das Staatsoberhaupt von Orten spricht, in der es aufgrund der fehlenden Nahversorgung eine Stille gebe, die bedrohlich werden könne: „Für die, die geblieben sind, ist das Leben schwer geworden.“ Und die Neujahrsansprache von Kanzlerin Angela Merkel bemüht der Rathauschef ebenfalls. Sie spricht von Menschen, „die sehen, dass es ihre Kinder in die Großstädte zieht und sie allein bleiben, in Gebieten, in denen vom Einkauf bis zum Arztbesuch der Alltag immer schwieriger wird“.

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