Haben abgedankt: der Schönberger Feuerwehr-Kommandant Andreas Köpf (links) und sein Stellvertreter Martin Neuner.

Andreas Köpf musste abdanken

Not-Kommandant bei der Feuerwehr

Schönberg - Das hat es bei den Feuerwehren im Schongauer Land noch nie gegeben: Ein Kommandant muss von heute auf morgen abdanken, weil übersehen worden ist, dass er schon zu alt für diesen Posten ist. So geschehen in Schönberg. Da auch der zweite Kommandant ausfällt, sind jetzt vom Bürgermeister auf die Schnelle ein Not-Kommandant und ein Not-Stellvertreter bestimmt worden.

Zum alten Eisen gehört Andreas Köpf mit seinen 63 Jahren wahrlich noch nicht. Über drei Jahrezehnte hat er die Schönberger Feuerwehr vorbildlich geführt. „Eine reife Leistung“, bestätigt auch Kreisbrandinspektor Ludwig Fernsemmer.

Und es war in Schönberg immer schon klar, dass es schwierig sein wird, einen ähnlich tüchtigen Nachfolger zu finden. Einen, der die Schönberger Wehr wie Köpf über viele Jahre hinweg führen würde.

Und tatsächlich: Bei der Hauptversammlung vor einer Woche war von den anwesenden Wehrmännern niemand bereit, in die (großen) Fußstapfen von Andreas Köpf zu treten. „Dann soll Köpf halt noch bis zum offiziellen Ende seiner Amtsperiode, also bis zum 1. Mai, weitermachen, bis dahin wird dann schon ein Nachfolger gefunden sein“, so die Überlegungen bei der Schönberger Wehr. Dazu wäre Köpf kulanterweise auch bereit gewesen.

Die Altersgrenze gilt ohne Ausnahme

Doch dann kam der Hammer: Im Laufe der Feuerwehrversammlung stellte sich heraus, dass Andreas Köpf sein 63. Lebensjahr bereits vollendet hat und eigentlich gar nicht mehr Kommandant sein dürfte. „Es gibt bei der Feuerwehr eine Altersgrenze, und die gilt für alle – ohne Ausnahme“, stellte Kreisbrandinspektor Fernsemmer in Schönberg klar. Auch wenn sich ein Kommandant noch so fit fühlt und weitermachen würde: Das geht nicht, mit 63 ist Schluss.

Genau genommen war Kommandant Andreas Köpf schon zwei Wochen länger im Amt als er es eigentlich sein durfte. Bereits an seinem 63. Geburtstag hätte er zurücktreten müssen. Dass diese Dienstvorschrift so knallhart umgesetzt werden muss, war den Schönberger Feuerwehrleuten offensichtlich gar nicht so bewusst.

Auch bei der Kreisbrandinspektion ist dies mehr oder weniger übersehen worden, sonst wäre Köpf früher seines Amtes enthoben worden. Sein Rücktritt ist dann bei der Versammlung am vergangenen Samstag erfolgt – mehr oder weniger notgedrungen.

Das Dilemma in Schönberg:

Auch der bisherige zweite Kommandant Martin Neuner musste vorzeitig sein Amt aufgeben – aus gesundheitlichen Gründen. Auch er durfte nicht mehr weitermachen.

Eine Feuerwehr ohne Kommandanten – das geht schon gar nicht. Deshalb hat Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader eingreifen müssen. Als Not-Kommandant wurde mit Sebastian Gerner erfahrener Gruppenführer rekrutiert, und als Not-Stellvertreter Thomas Stückl. Beide müssen vom Gemeinderat jetzt noch bestätigt und bestellt werden. Dies soll bei der nächsten Gemeinderatssitzung in Rottenbuch am kommenden Mittwoch, 24. Februar, erfolgen.

Ob Not-Kommandant Gerner und Not-Stellvertreter Stückl in 14 Tagen bei der Feuerwehrversammlung bei der nächsten Kommandantenwahl doch noch als Kandidaten antreten, das ist noch offen.

Michael Gretschmann

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