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Das ist individuell, großartig und definitiv abgefahren: Die „Steampunk“-Lok des „Faschingshaufens Fuchstal“ ist ein unglaublicher Wagen mit genialen Masken.

Faschingsumzug in der Altstadt

3000 Narren feiern in Schongau grandiosen Gaudiwurm

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Sturmböen und grauer Himmel können echten Narren nichts anhaben: An die 3000 Schaulustige haben den Schongauer Faschingszug mit 28 Wagen und Fußgruppen am Sonntag in der Schongauer Altstadt bejubelt. So kurz vor der Wahl haben sich auch die lokalen Politgrößen ein närrisches Stelldichein gegeben. 

Schongau – Nur noch drei Wochen bis zum Wahlsonntag – klar, dass sich da auch die Schongauer Parteien ihre Bürgermeisterkandidaten vor den Karren spannen. Nur, dass diese „Karren“ ganz unterschiedlich ausschauen. Allen voran natürlich Amtsinhaber Falk Sluyterman. Der Rathauschef ist heute als bemützter Lokomotivfahrer unterwegs. Es muss ein toller Job sein. Sluyterman lacht über beide Ohren. Scheint mehr Spaß zu machen als im Rathaus. Der Slogan: „Nach LL fahren mit dem Bus – das bringt doch nur Verdruss.“ Ob SPD-Stadträtin Ilona Böse die Zuschauer in dieser Sache bekehren möchte, oder eine Teufelsaustreibung anstrebt bleibt unklar, sie jedenfalls ist an diesem Tag als Nonne unterwegs.

Von Verdruss will ansonsten an diesem Tag keine Rede sein. Natürlich auch nicht bei der CSU, die traditionell auch in diesem Jahr zusammmen mit der JU mit einem eigenen Wagen unterwegs ist: Greta, das „Schwedenkind“ und die „starken Männer“. Die JU, wirbt für eine Neuauflage des Schongauer Volksfests. „Is dir d’Umwelt besonders wichtig, bist beim local Bier-Dealer richtig.“ 

Gaudiwurm in Schongau 2020 - die besten Bilder

Und ganz vorneweg CSU-Bürgermeisterkandidat Hans Rehbehn. Dass er das Zugpferd der Partei ist zeigt nicht nur sein Ganzkörper-Pferdekostüm. Um den Hals trägt er ein Schild „Zugpferd“ – quasi für alle, die das nicht schon längst in ihm gesehen hatten. Als „Schwerlast“ zieht er einen Karren mit neuem Ortsbus-Plan vorbei an der jubelnden Menge. Sein Thema: Schluss mit „Rote Welle“ und „Stau in Schongau“.

Die UWV freilich hat zwar keinen Bürgermeisterkandidaten am Start. Aber dafür „alle Latten am Rost“. Und das nicht nur, wenn es um einen Streit am Gartenzaun in Schongau-West geht.

„Was wird früher fertig? Flughafen Berlin oder Kanalbrücke Schongau“, frotzelt eine Fußgruppe mit Zwergenmützen. Dicht gefolgt von den Schongauer Kanuten, die seit langer Zeit mal wieder mit einem eigenen Wagen dabei sind. Spülmittel auf die Wagenrampe und ab geht’s mit alten Kanus, Paddeln und Helm mitten rein in den Gaudiwurm.

Mit offenem Mund dastehen und staunen kann man nur angesichts dessen, was der „Faschingshaufen Fuchstal“ da gebaut und als Gruppe auf die Beine gestellt hat. Ist es eine Anspielung auf die Fuchstalbahn? Auf jeden Fall ist es einfach unfassbar – der Wahnsinns-Wagen als alte Dampflok. „2020“ aus der Sicht des 18. Jahrhunderts – Steampunk“. Steampunk? Die Zukunft trifft auf Materialien des viktorianischen Zeitalters. Retro-Look der Technik. Oder noch besser: So hat man sich die Zukunft aus der Perspektive früherer Zeiten vorgestellt.

Aus Fuchstal-Sicht sieht das so aus: Zylinder und Frack, dazu futuristisch anmutende Schulterklappen, Taucherbrillen und bizarr anmutende Funktions-Gestelle am Körper. Kaum zu beschreiben. Ein bisschen gruselig und dabei einfach hinreißend. Kein Wunder, dass dieser Wagen bei der ersten Wagen- und Kostüm-Prämierung der Faschingsgesellschaft Schongau den ersten Preis in der Kategorie der Wagen abgeräumt hat (lesen Sie mehr dazu in unserer morgigen Ausgabe).

Fest steht: Den Umzug, der unter stürmischen Verhältnissen stattfandm, haben alle gut überstanden: Die Veranstalter, die manche Programmpunkte aus weiser Voraussicht heftiger Sturmböen vorverlegt haben. Und auch die Teilnehmer. Da flogen zwar so manche Hüte – auch der genesene Schongauer Faschingsprinz Florian Igl musste um seinen Federhelm bangen. Verflogen ist – auch bei der großen Nach-Feier in den Kneipen der Schongauer Altstadt – von der guten Stimmung trotzdem nichts. In diesem Sinne: Lech-Au!

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