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Ampel am Münztor: Als Maßnahme, um lange Rückstaus in die Münzstraße zu verhindern, soll die Haltelinie, an der die Autos stehen (im Bild rechts), um rund zehn Meter weiter nach vorne geschoben werden.

Stadtrat Schongau 

Alles soll besser werden an den Ampeln

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Schongau - Nächstes Jahr soll es losgehen mit den intelligenten Ampeln rund um die Altstadt – das hat der Stadtrat beschlossen. Das Staatliche Bauamt und die Stadt versprechen sich viel von der Neuerung, die nicht nur den Verkehr beschleunigen und Staus minimieren soll, sondern auch Rad- und Fußgängern zu Gute kommt.

Peter Nolden und sein Team vom Planungsbüro für Verkehrstechnik haben sich dieses Jahr die prägnanten Stellen an den Ampeln rund um die Altstadt genau angeschaut. Neben der Ampel bei UPM, die wegen der komplizierten Begleitumstände erst einmal nicht angetastet wird, waren das die sogenannte Butterwerkskreuzung (Bahnhof-/Sonnenstraße), am Münztor und der sogenannten Spinne (Marktoberdorfer Straße/Maxtor). Die Leistungsfähigkeit, die die Fachleute ähnlich wie Schulnoten zwischen A (sehr gut) und F (völlig instabil) einordnen, ist demnach an der Butterwerkskreuzung auch zu Stoßzeiten morgens, mittags und abends in Ordnung, bei der Spinne zum Teil gerade noch tragbar und – wenig überraschend für Autofahrer – am Münztor zeitweise eine Katastrophe.

Kurios war für Nolden die Erkenntnis, dass die Ampeln bereits jetzt nach verschiedenen Programmen laufen, sie aber überhaupt nicht an die Stoßzeiten angepasst sind. So wechsele am Münztor mitten in der Hochzeit um 12.30 Uhr das System – mit der Folge, dass die Grünphase einer Nebenstraße einmal komplett ausfallen könne. „Das erhöht den Rückstau erheblich und ist ein absolutes No-Go in Spitzenzeiten“, so Nolden. Nachmittags war an allen Ampeln der meiste Verkehr: Am Butterwerk bis zu 1555 Autos pro Stunde, am Münztor 1729 und an der Spinne sogar 1938 pro Stunde.

Der Fachmann plädierte auch dafür, die neuen Ampeln, die mit Kameras den Verkehrsfluss beobachten und mit LED ausgestattet sind, nachts nicht mehr abzuschalten. Stromkosten fallen kaum ins Gewicht, und die intelligente Ampel schaltet in wenigen Sekunden um, so Nolden. „Man kann schlecht erklären, wenn wegen ein paar Euro Einsparungen ein tödlicher Unfall passiert.“

Spinne: 46 Unfälle in drei Jahren

Martin Dondl fasste sich in der Sitzung kurz – obwohl das Staatliche Bauamt, für das er arbeitet, die zentrale Behörde für das Projekt ist. Denn da es sich um eine Staatsstraße handelt, ist das Bauamt federführend. Da die mehr als 20 Jahre alten Ampeln ohnehin ausgetauscht werden müssen, wolle man mit der intelligenten Lösung gleich etwas anständiges machen, so Dondl. In Weilheim ist die Verbesserung vor zwei Jahren passiert, auch Murnau wurde schon umgerüstet und Garmisch-Partenkirchen kommt nächstes Jahr dran. Auch die Barrierefreiheit sei ein wichtiges Thema – auf Nachfrage von Marianne Porsche-Rohrer (CSU) betonte Dondl, dass man eng mit der Behindertenbeauftragten des Landkreises zusammenarbeiten werde. Zudem soll mit der Maßnahme der Unfallschwerpunkt an der Spinne, beseitigt werden – laut Martin Blockhaus vom Schongau Bauamt hat es dort seit 2013 immerhin 46 Mal gekracht.

Weil in jede Staatsstraße eine Gemeindestraße mündet, arbeitet das Bauamt eng mit der Stadt zusammen. So musste im Vorfeld mühsam der jeweilige Anteil herausgefunden werden. Er beträgt bei der Spinne 52 zu 48 Prozent für das Bauamt, am Münztor ist das Verhältnis 66 zu 34 Prozent und am ehemaligen Butterwerk 47 zu 53 Prozent. Die zusätzliche Fußgängerampel bleibt komplett beim Staatlichen Bauamt hängen.

Kurioserweise wurde über die Finanzen im Stadtrat gar nicht gesprochen, darüber hat sich auch Dondl gewundert: „Ich war überrascht, wie problemlos das durchging“, sagte er – der Grundsatzbeschluss fiel einstimmig. Immerhin bleiben am Bauamt grob geschätzt 300.000 Euro hängen, an der Stadt mehr als 180.000 Euro. „Aber uns wurden 50 Prozent Förderung in Aussicht gestellt“, so Blockhaus.

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