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Bei Traktoren erhöhte Vorsicht

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Ein Polizist schaut sich den Reifen des Güllefasses an, gegen den am Donnerstag eine Autofahrerin geprallt war.

Vier schwere Verkehrsunfälle innerhalb weniger Tage, an denen Traktoren beteiligt waren – ein Umstand, der zu denken gibt. Für BBV-Kreisobmann Wolfgang Scholz ein Anlass, an die Geduld der Verkehrsteilnehmer zu appellieren, wenn mal langsamere Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind.

Schongau – Wenn im Frühjahr die Felder bestellt werden und Dünger ausgebracht wird, sind die Traktoren nach der Winterpause vermehrt im Einsatz. „Bei landwirtschaftlichen Gefährten muss man damit rechnen, dass sie auf Feldwege abbiegen, also ist erhöhte Vorsicht angebracht“, sagt Manfred Maier, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Schongau. Ein vorausschauendes Fahren mit dem notwendigen Sicherheitsabstand sei da besonders wichtig.

Dass die immer größer werdenden Betriebsstrukturen in der Landwirtschaft auch Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben, gibt der BDM-Kreisvorsitzende Bernhard Heger offen zu. Denn wegen der katastrophalen Einkommenssituation seien immer mehr Landwirte gezwungen, schneller, weiter und größer zu produzieren – mit immer größeren landwirtschaftlichen Maschinen. „Da kann es schon passieren, dass ein Autofahrer erschrickt, wenn ein großes Gefährt auf schmaler Straße entgegenkommt“, räumt Heger ein. Vor zwei Jahren war er selber schon mal in einen Unfall verwickelt.

Rücksichtnahme und Verständnis im Straßenverkehr hält auch BBV-Kreisobmann Wolfgang Scholz für ganz wichtig. Und er erzählt ein Beispiel: Als er mit seinem Traktor mal mit 32 km/h durch Sachsenried gefahren ist, habe eine Frau darüber nur den Kopf geschüttelt. Die selbe Person hat ihn dann wenig später in Ingenried mit ihrem Auto überholt – an einer Bushaltestelle, was nicht ganz ungefährlich ist.

Was die großen schweren Traktoren betrifft, kann Scholz noch ergänzen, dass diese Fahrzeuge aufgrund ihrer Lkw-Ausstattung viel sicherer bremsen als so manches Auto. Dass die landwirtschaftlichen Fahrzeuge breitere Reifen haben, hat damit zu tun, dass dadurch bodenschonender gewirtschaftet werden kann.

Die zunehmende Breite kann Hans Bonusch aus Rottenbuch ebenfalls bestätigen. „Aber die sind ganz normal zulässig“, sagt er. Bei Überbreite würden Warnbaken angebracht, so dass sie schon von weitem erkennbar seien und man entsprechend Rücksicht nehmen könne.

„Der Verkehr wird immer mehr“, hört man auch von Karl Lieb, BBV-Obmann von Bernbeuren. Er wohnt im Weiler Schlögelsberg. Dorthin auf den schmalen Zufahrt ist es ratsam, langsam zu fahren. Auch Lieb hat schon einmal einen Unfall mit einem landwirtschaftlichen Gefährt gehabt. Ihm ist ein Auto in den Ladewagen reingefahren, erzählt er. Dessen Fahrer hatte Liebs Blinker übersehen – und schon hat’s beim Abbiegen gekracht.

Michael Gretschmann

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