Wenig Interesse am Dankes-Empfang

„Deckmäntelchen für verfehlte Asylpolitik“

Schongau - Zum Dankes-Empfang nach München oder zur Protestaktion nach Landsberg? Vor dieser Frage stehen heute auch die Asylhelfer aus dem Schongauer Land.

„Von einer Einladung nach München wissen wir gar nichts, wir legen aber auch keinen Wert auf diesen Empfang im Landtag“, sagt Sonja Zeug von den Asylhelfern in Schongau. Sie geht davon aus, dass die Schongauer mit ein paar Leuten zum Protestieren nach Landsberg fahren und nicht nach München.

„Die in München wollen uns mit diesem Dankes-Empfang doch nur bei Laune halten“, heißt es aus Schongau. Befürchtet wird, „dass danach alles beim alten bleibt“. Die Asylhelfer fühlen sich schon längst im Stich gelassen. „Wir wollen, dass sich was ändert und dass unsere Arbeit mehr unterstützt und anerkannt wird“, sagen sie.

Mehr auf Ehrenamtliche hören

„Die Politiker müssten viel mehr auf die ehrenamtlichen Asylhelfer hören“, fordert auch Monika Holzamer aus Bernbeuren. Der Dankes-Empfang in München sei von Landtagspräsidentin Barbara Stamm zwar gut gemeint, „aber das allein reicht nicht aus“, sagt Holzamer. Dringender als so ein Empfang in München, zu dem sie gar keine Einladung erhalten hat, wäre eine Unterstützung der Asylhelfer vor Ort. Statt nach München wäre Holzamer heute viel lieber zur Protestaktion nach Landsberg gefahren, aber sie ist aus privaten Gründen verhindert.

Die Asylhelfer aus Peiting verzichten ebenfalls auf eine Teilnahme am Dankes-Empfang in München. „Schon vor einem Jahr hat es eine solche Einladung gegeben, da waren wir auch nicht dort“, berichtet Gabriele Sanktjohanser-Pfeffer aus Peiting. Dieser Empfang sei lediglich ein „Deckmäntelchen für eine verfehlte Asylpolitik“, sagt sie.

Sanktjohanser-PfefferGabriele vom Asylhelferkreis Peiting

Die Böbinger Asylhelfer sind in München auch nicht vertreten. „Bei uns hat am Samstag für diesen Empfang keiner Zeit“, teilte Helmut Rudolf auf Anfrage mit.

„Ja, wir haben eine Einladung zu diesem Dankes-Emfang erhalten“, bestätigt Andreas Stückl vom Asylhelferkreis in Rottenbuch, der sich aus rund 30 Personen zusammensetzt. Nach München fahren allerdings nur Andreas Stückl und seine Frau Sonja. „Schade, dass die beiden Termine in München und Landsberg auf den gleichen Tag fallen“, bedauert der Rottenbucher. Er hat sich für München entschieden, „weil wir dort auch die Möglichkeit haben, uns zu informieren und mit Vertretern des Bundesamtes für Migration ins Gespräch kommen können“.

Laut Jost Hermann, Asyl-Koordinator im Landkreis Weilheim-Schongau, ist allen Asylhelferkreisen die Einladung zum Dankes-Empfang in München zugegangen. Wie viele sich letztendlich zu dem Termin in München angemeldet haben, das entziehe sich seiner Kenntnis.

Asyl-Koordinatoren sind gut informiert

Jost Hermann wird bei dem Empfang in München dabei sein. Seine gleichberechtigte Vertreterin Susanne Seeling, erst seit 1. September im Amt, wird dagegen zur Protestaktion nach Landsberg fahren. So sind die beiden Asyl-Koordinatoren bestens informiert, was jeweils vor Ort in München und Landsberg ablaufen wird.

Michael Gretschmann

Rubriklistenbild: © dpa

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