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Schongau hat eine Lechsporthalle

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So soll das Logo der Lechsporthalle künftig aussehen. Grafik: publixity
So soll das Logo der Lechsporthalle künftig aussehen. Grafik: publixity

Schongau - Mehr als ein halbes Jahr nach der Einweihung steht endlich der Name für die neue Dreifachturnhalle fest: Sie wird Lechsporthalle Schongau heißen.

Es war eine schwere Geburt. Bei der Eröffnung der Halle im September hatte die Stadt einen Namenswettbewerb gestartet, eine Jury sollte im November den Namen ausgewählt haben. Doch im Dezember hieß es plötzlich, bei der Bürgerversammlung im März sollen die Gäste die Entscheidung treffen - was aber kurz vorher wieder revidiert wurde. „Da wären nicht so viele Leute gewesen, als dass das repräsentativ gewesen wäre“, erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl am Donnerstagabend den neuerlichen Schwenk. Der Stadtrat als Jury sollte schließlich die Entscheidung treffen, und das passierte nun - mit erneut zwei Tagen Verspätung, weil der Tagesordnungspunkt am Dienstag nicht mehr drangekommen war - am Donnerstag.

Wer aber gedacht hätte, es gibt eine stinknormale Abstimmung per Handzeichen, der sah sich getäuscht. Die Stadtverwaltung hat sich richtig etwas einfallen lassen und die Abstimmung wie eine Olympia-Vergabe aufgezogen. Zunächst stand die Vorstellung der bereits im Vorfeld von den Stadtratsfraktionschefs ausgewählten Vorschlägen an. Und da gab es die nächste Überraschung: Die Stadt hatte bereits von einem Peitinger Grafikbüro für alle vier Vorschläge eigene Logos erarbeiten lassen.

Die Präsentation übernahm Stadtbaumeister Ulrich Knecht, und das klang dann beim Vorschlag „Sporthalle Schongau“ wie folgt: „Klare, minimalistische Lösung, Konzentration auf den Namen, gute Lesbarkeit, schlicht, unaufdringlich, edel, ausgewogene Fernwirkung.“ So ging es weiter bei den anderen Vorschlägen Lechsporthalle Schongau („Flussform als grafisches Element, Dynamisches S wie der Lechverlauf, Assoziation von Leichtigkeit und fließender Bewegung“), Stadtsporthalle Schongau („dynamische, spannende Komposition, visualisiert sportliche Themen, lädt zu Spiel, Sport und Spaß ein“) und der erst kürzlich von der Verwaltung noch hinzugefügte Vorschlag S3 („markantes Logo, unverwechselbarer Name, moderne, einprägsame Ästhetik, kann auch für Sport, Spiel, Spaß oder Stadt-Sporthalle Schongau stehen“).

Abgestimmt wurde in mehreren Wahlgängen, wie bei Olympia fiel immer der schlechteste Kandidat raus, bis am Schluss ein Vorschlag die absolute Mehrheit findet. Michael Eberle (CSU) stellte etwas verzweifelt noch die Frage, „was man machen soll, wenn einem keine der Lösungen gefällt?“

Denn bei Lechsporthalle fand er das Logo toll, aber nicht den Namen, bei S3 war es umgekehrt. Doch da konnte ihm Gerbl auch nicht weiterhelfen.

Knecht machte noch etwas plump Werbung für den neuen Vorschlag S3, „der sich sicher nicht sofort, aber mit der Zeit einprägen wird“, doch wie beim Olympia auch zeigte sich im Stadtrat: Die Jury mag es nicht, wenn ein Vorschlag zu offensichtlich gepusht wird. Gleich im ersten Wahlgang flogen S3 und Stadtsporthalle ohne Stimme raus, im zweiten Wahlgang erwischte es schließlich knapp die Kombination von S3 und Stadt-Sporthalle Schongau: Fünf Stimmen waren gegen Lechsporthalle (8) und Sporthalle (6) zu wenig.

Die Lechsporthalle hielt schließlich ihren knappen Vorsprung und siegte im entscheidenden dritten Wahlgang mit 11:8 Stimmen bei zwei Enthaltungen vor Sporthalle - damit ist die Dreifachturnhalle zumindest namentlich Vergangenheit.

Ob die Bürger und Sportler die Lechsporthalle annehmen, ist eine andere Frage. Wohl eher nicht, wie Heinrich Forster (SPD) zum Ende mit Blick auf die Besucherbänke feststellte: „Mich wundert, dass gar keiner vom TSV da ist. Offenbar ist das Interesse nicht so groß.“

bo

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