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Engel über Schongau: Ein Vortrag von Heimatpfleger Helmut Schmidbauer.

Vortrag im Ballenhaus Schongau

Engel sind Hülsen für Versprechen

Schongau - „Engel über Schongau.“ Es war eine weite Reise durch sämtliche Engelsdarstellungen, über die Helmut Schmidbauer bei seinem Vortrag im Schongauer Ballenhaus gesprochen hat.

„Die nächsten eineinhalb Stunden werden schön anstrengend“, versprach Schmidbauer. Es war nicht übertrieben, sie waren es. Der Kreisheimatpfleger ging in Sachen Engel ins Eingemachte, erwähnte Kerubim und den Sonderfall Serafin, die Göttin Isis und bezeichnete die Engel allesamt als Bestandteil der Schöpfungsgeschichte. Den Ort der Engel bezeichnete Schmidbauer als eine exterritoriale Wirklichkeit. „Eine völlig hilflose Umschreibung, die wir nicht kapieren.“ Man begegne Engel überall, auf Tassen und Brotbehältern, in Schaufensterdekorationen und Tätowierungen, auf Servietten und natürlich in Kirchen, erklärte der Kreisheimatpfleger. Da stelle sich die Frage, warum es Engel gibt, was sie bedeuten und woher die Darstellungsarten kommen.

Engel seien Hülsen für Versprechen in bestimmten Lebensbereichen. Der Kreisheimatpfleger bedauerte, dass sich die Gesellschaft atemberaubend schnell von der Kirche entfernt. „Die kirchliche Bindung verschwindet rasant.“ Die Masse bediene sich schamlos religiöser Bilder.

Sie bringen Seeligkeit und Liebe

„Was sind Engel? Und woher kommen sie? „Es sind Erscheinungsformen Gottes“, beantwortete Schmidbauer die Frage gleich selbst. In der heiligen Überlieferung seien Engel keine eigenständige Wesen, sondern eine Funktion Gottes. Engel würden immer mit Flügel dargestellt, Eros als knabenhafter Jüngling. Für den Heimatpfleger verkörpern die Engel Schutzbedürftigkeit, Glück, Segen und Ordnung. „Sie bringen die Menschen zur Seligkeit der Liebe.“ Wenn ein Engel tätig wird, dann sei er an einem bestimmten Ort und nur dort. Man soll es sich so vorstellen, dass der Engel unbemerkt an bestimmtem Ort tätig ist. Vergleichbar mit einem unsichtbaren Magnetfeld. „Ein Engel ist nicht örtlich, aber er wirkt so.“

In einer Bilderfolge erklärte Schmidbauer Engelsdarstellungen in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt und der Heiliggeist Kirche in Schongau. Aus der Basilika in Altenstadt zeigte er den Erzengel Michael, der im Taufstein als welfischer Ritter dargestellt ist. Erzengel Michael ist übrigens der Schutzpatron der Fallschirmjäger.

„Das war die weite Reise durch die Engelei“, schmunzelte Schmidbauer schließlich. An diesen Vortrag schließt sich eine Exkursion in Schongauer Kirchen an. „Die sollte zeitnah sein“, meinte der Heimatpfleger.

Kirchen-Exkursion:

Die Besucher einigten sich für die Exkursion in die Schongauer Kirchen auf folgenden Termin: Montag, 7. März, um 18.30 Uhr. Treffpunkt ist die Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Schongau.

Walter Kindlmann

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